Wolfgang G. Schwanitz (Hg.)

Germany and the Middle East 1871-1945

Cover: Germany and the Middle East 1871-1945
Vervuert Verlag, Frankfurt am Main 2004
ISBN 9783865271570
Gebunden, 267 Seiten, 75,00 EUR

Klappentext

Includes new historical studies about Germany and Afghanistan, the relations between Berlin and Riyad, German archeological research, Arab inmates in Nazi concentration camps, prominents like F.Grobba, F.von Papen, etc.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.12.2006

Viel Interessantes im Einzelnen, doch keine stimmige Gesamtübersicht bietet der Band aus Sicht des Rezensenten Niels Hansen. Insbesondere "einige Aussagen" des Herausgebers, wie zum deutschen Rassismus in den zwanziger Jahren, erregen das Missfallen des Rezensenten, aber auch ein nur partieller Überblick über das vom Titel angekündigte Thema oder fehlende Abstimmung der Beiträge. Auf der Habenseite verbucht werden ein "spannender" Beitrag zum gescheiterten Versuch Hans von Seeckts, Chef der Heeresleitung der Reichwehr, Großbritannien im Mittleren Osten zu schwächen. Neues zur Afghanistan-Mission 1815/16 eines deutschen Diplomaten kann man dem Rezensenten zufolge aus dem "gediegenen" Beitrag von Thomas L. Hughes erfahren. Und Gerhard Höpp verweise auf die KZ-Inhaftierung orientalischer Juden von der Insel Djerba.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 12.07.2005

Hochaktuell sei dieses Buch über ein nur scheinbar angestaubtes historisches Thema, erklärt Rezensentin Andrea Polaschegg. Zum Beispiel könne der Diplomat Max von Oppenheim als Spiritus Rector des Dschihad der Türkei von 1914 gegen die ungläubigen Westmächte gelten. Auch die Rolle der deutschen Banken seien sowohl aufschlussreich als auch folgenreich für die heutige Zeit. Schon die Einleitung des Herausgebers gebe zwei wichtige Hinweise. Die deutsche Orientpolitik sei langfristig erfolgreich gewesen, weil sie es kurzfristig nicht war. Und zweitens sei die ganze Sache sehr kompliziert. Die einzelnen Beiträge erfüllen dagegen nicht ganz die Ansprüche und Neugier der Rezensentin. Das Buch sei zu schmal, die Themenfelder der Beiträge zu wenig umfassend, um so richtig "Licht" in dieses dunkle Kapitel der deutschen Geschichte zu bringen. Gerade das "brisante" Kapitel über die Afghanistan-Mission 1914/15 verliere sich in "Nähkästchenplauderei", wohingegen Karl Heinz Roths Beitrag über Franz von Papens geostrategische Pläne als Botschafter in der Türkei wesentlich informativer sei. Abschließend hebt die Rezensentin noch einen Beitrag über arabische Häftlinge in deutschen Konzentrationslagern hervor. Diese Menschen kämen sowohl im deutschen als auch im arabischen Gedächtnis bisher nicht vor.

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