Herausgegeben von Stefanie von Schnurbein und Justus H. Ulbricht.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 15.01.2002
Der Vermessung der Religionslandschaft des 20. Jahrhunderts, glaubt Rezensent Friedemann Voigt, eröffnet die vorliegende Untersuchung völkischer Glaubenssysteme seit 1900 einiges an Neuland. Allerdings hat Voigt so seine Zweifel, ob die angebotenen, durchaus hilfreichen Theoreme von Säkularisierung, Individualisierung und Dechristianisierung ein hinreichend präzises Instrumentarium abgeben, wenn es um die Frage geht, inwiefern die verhandelten 'arteigenen' Glaubenssysteme noch unter dem Religionsbegriff zu fassen sind. Voigt selbst spricht lieber von "Religionsderivaten", denen die "bildungsbürgerlichen Rationalismuskritiker" erlagen. Und schickt warnend hinterher, dass wir uns auch heute nicht sicher wähnen sollten. Dies bedeutet ihm ein Aufsatz aus dem besprochenen Band, der Tolkiens "Herr der Ringe" auf das Reservoir der nordischen Sagen zurückführt. Deren Wiederentdeckung und Popularisierung, so Voigt, sei im Rahmen der völkischen Religion betrieben worden.
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