Dissertation. 7 Farb- und 63 Schwarzweiß-Tafeln mit 140 Abbildungen. Mit Notizen Schinkels im Anhang. Das erst weit nach Schinkels Tod 1870 vollendete Bilderfries wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört, darum steht am Anfang der Untersuchung eine auf Archivalien gestützte Ausführungsgeschichte und eine eingehende Rekonstruktion. Hier greift der Verfasser sowohl auf bekannte Entwürfe und Fotos als auch auf Entwurfszeichnungen Schinkels zurück. Der Band enthält Umrisszeichnungen zu den circa 200 Einzelfiguren beziehungsweise Figurengruppen. Den Ideenreichtum der Ausschmückung des Berliner Museums versucht der Verfasser vor dem Hintergrund der Ikonologie des Gebäudes zu erfassen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.02.2002
Man kann, so die These von Jörg Tremplers Dissertation, Schinkels fürs das Alte Museum entworfene monumentale Wandbild in sechs Fresken nicht losgelöst vom Museum selbst und vom auf Überwältigung setzenden Museumskonzept Schinkels sehen. Deshalb hält er die Rede vom "Gesamtkunstwerk" für angebracht. Erschwert ist die Interpretation dadurch, dass der größte Teil des Werks durch den Krieg zerstört wurde, dass nur Fotografien und Architekturzeichnungen vom "komplexen mythologischen Ideengehalt" künden. Rezensentin Ilona Lehnart referiert in ihrer Rezension einige Thesen des Autors, etwa die vom engen Bezug Schinkels auf Karl Philipp Moritz' "Götterlehre", ohne aber näher darauf einzugehen. Tremplers Erklärung für das rasch einsetzende Unverständnis teilt sie jedoch: statt "neuartiger Synthesen" wünschte das Publikum bald die reaktionäre Historienmalerei etwa Wilhelm von Kaulbachs.
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