9punkt - Die Debattenrundschau - Archiv

Kulturmarkt

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9punkt - Die Debattenrundschau vom 07.06.2019 - Kulturmarkt

Der Buchmarkt ist stabil mit positiver Tendenz, informierte Alexander Skipis vom Börsenverein laut Börsenblatt bei der alljährlichen Wirtschaftspressekonferenz zur Lage am Buchmarkt. Man freut sich auch sehr, dass durch die EU-Urheberrechtsreform auch die Verlegerbeteiligung an den Ausschüttungen der VG Wort wiederhergestellt wurde, die von deutschen und europäische  Gerichten zuvor als rechtswidrig annulliert worden war: "Auf politischer Ebene sei es für die Branche maßgeblich, die Beteiligung der Verlage an den Ausschüttungen der Verwertungsgesellschaft wiederherzustellen, sagte Skipis. 'Nach der positiven Entscheidung des EU-Parlaments für die EU-Urheberrechtsreform benötigen wir schnellstmöglich eine nationale Umsetzung, damit Verlage endlich wieder sicher kalkulieren können.'"

Außerdem: Im Guardian berichtet Stephen Moss, dass sich auch der britische Buchmarkt positiv entwickle, und zwar besonders für physische Bücher und für unabhängige Buchhändler. In der NZZ erörtert Manuel Müller, was die KNV-Pleite für Schweizer Verlage bedeutet.

9punkt - Die Debattenrundschau vom 29.05.2019 - Kulturmarkt

Traurige Meldung aus dem Buchhandel: Die berühmte Buchhandlung Wetzstein in Freiburg schließt nach 41 Jahren, meldet das Börsenblatt, das mit der Inhaberin Susanne Bader gesprochen hat: "Die 68-jährige Buchhändlerin erwartet nicht, dass es angesichts des veränderten Einkaufsverhaltens zu einer Trendwende im Einzelhandel und in den Innenstädten kommt. 'Um in den nächsten fünf Jahren zu bestehen, hätte ich mich mit voller Kraft hineinwerfen müssen. Das kann ich mit Blick auf mein Alter nicht mehr leisten', sagt Bader."
Stichwörter: Buchhandel

9punkt - Die Debattenrundschau vom 28.05.2019 - Kulturmarkt

In den Verlagen gibt es eine Bewegung, auf die Plastikfolien zu verzichten, in die neue Bücher eingewickelt sind. C.H. Beck-Verleger Jonathan Beck hält das im Gespräch mit Michael Roesler-Graichen im Börsenblatt für ein Doktorn an Symptomen, eher gehe es darum die CO2-Produktion bei der Herstellung von Papier und Büchern zu reduzieren. Die Bücher des Verlags entsprächen 13.000 Tonnen CO2 pro Jahr: "Das Äquivalent dazu sind zehn voll besetzte Boeing 747, die von München nach New York und zurückfliegen. Die Produktion eines der größten Verlage in Deutschland ist also minimal im Vergleich zu einer großen Fluglinie, die wahrscheinlich in einer Stunde so viel CO2 emittiert wie wir in einem Jahr. Aber nichts ist bequemer, um nicht zu sagen fauler, als bei diesem Thema auf andere zu zeigen. Jeder muss vor seiner eigenen Haustür kehren."
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Stichwörter: Buchmarkt, Co2

9punkt - Die Debattenrundschau vom 17.05.2019 - Kulturmarkt

Was ist los in der Verlagswelt? Erst ging bei Ullstein der verlegerische Geschäftsführer Gunnar Cynybulk , nun geht Geschäftsführerin Julia Claren. Bleibt die jüngst eingestiegene ehemalige Rowohlt-Verlegerin Barbara Laugwitz, meldet das Börsenblatt: "Ohne dass es eine offizielle Stellungnahme zu den Hintergründen des doppelten Geschäftsführerweggangs bei Ullstein gibt, ist intern aus unterschiedlicher Quelle zu vernehmen, dass die prominenten Abgänge jedenfalls nichts mit dem Engagement von Barbara Laugwitz zu tun hätten." Jüngst hatten die Revirements bei Rowohlt von sich reden gemacht (unsere Resümees). Und bei Fischer geht Jörg Bong (mehr hier). Dort tritt Siv Bublitz an, die bei Ullstein Verlegerin war.

Außerdem kursiert, die Meldung, dass das "Publishers Forum", wo sich die Branche in Diskussionen über ihre Zukunft verständigte, eingestellt wird. Der Moderator des Forums, Perlentaucher-Autor Rüdiger Wischenbart, schreibt im Buchreport: "Wie und wo und von wem lernen Buchmenschen? Diese Frage treibt mich heute um, anlässlich der Einstellung des Publishers' Forum nach 16 Jahren, und nach unzähligen Gesprächen mit Kollegen und Freunden, die ähnlich feststellten, dass unsere Branche neue stimmige, offene und wirkungsvollere Plattformen und Formate benötigt, um ihre strategischen und praktischen Perspektiven zu reflektieren."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 08.05.2019 - Kulturmarkt

Für so etwas interessiert sich die Öffentlichkeit ja nicht, aber für die gebeutelten Verlage und kleine Buchhändler ist es ein Problem: die Post erhöht das Porto für die bisher besonders günstigen Buchsendungen. Im Gespräch mit dem Börsenblatt erklärt Alexander Schauer von der Post/DHL, warum: "Grundsätzlich liegen auch die neuen Tarife preislich noch unterhalb des Maxi-Briefs - Produkte, die nicht ganz so laufzeitsensibel sind, lassen sich weiterhin vergleichsweise günstig versenden. Außerdem vereinfachen wir die Handhabung, etwa indem der Versand künftig verschlossen möglich ist. Das heißt, die Nutzung von Versandbeutelklammern und dergleichen fällt weg. Für manche eine Kleinigkeit, für andere eine sehr praktische Erleichterung."
Stichwörter: Buchbranche, Buchhandel, Porto

9punkt - Die Debattenrundschau vom 27.04.2019 - Kulturmarkt

Im neuen New Yorker Kulturzentrum The Shed kosten die Tickets nur zehn Dollar, Überkurator Hans Ulrich Obrist holt trotzdem die größten Namen und für Diversität ist auch gesorgt - mit einem "bathroom for all genders" und afroamerikanischen Konzerten, stöhnt Sarah Pines in der FAZ: "Alles richtig gemacht, so scheint es auf den ersten Blick. Man kann den Umbau verschmutzter Industriebrachen in hochprofitable Orte mit Restaurants, Galerien oder performance spaces aber auch zynisch finden; die Underground-Charme versprechenden Komplexe, die dann gern 'Warehouse' heißen oder 'Die Fabrik' oder eben 'Schuppen' spielen mit ihren Namen auf jene Arbeiterklasse an, die hier längst vertrieben wurde, und locken mit einer düster intellektuellen Verruchtheit und einer gewagte Kulturexperimente suggerierenden Aura jene Investoren an, deretwegen die Arbeiter keinen Wohnraum im ehemaligen Herzen der Stadt finden."
Stichwörter: The Shed, Gender

9punkt - Die Debattenrundschau vom 26.03.2019 - Kulturmarkt

Sehr nüchtern schildert das Börsenblatt nach Lektüre der ganz neuen Bilanzzahlen die Krise des Grossisten KNV, beziehungsweise von dessen Holding F. Volckmar GmbH & Co. KG. Der Umsatz lag bei  532,7 Millionen Euro, die Verluste lagen 2017 und 2016 jeweils bei 17 bis 18 Millionen Euro. Und "Die Verbindlichkeiten betrugen Ende 2017 insgesamt 256,627 Millionen Euro und hatten zum allergrößten Teil Restlaufzeiten von bis zu einem Jahr."
Stichwörter: Knv, Knv-Insolvenz

9punkt - Die Debattenrundschau vom 21.03.2019 - Kulturmarkt

Höchst interessant liest sich ein Blogbeitrag des Kleinverlags Voland und Quist, der die Auswirkungen der KNV-Insolvenz schildert: "Am Anfang stand die Überraschung: Die Nachricht über die Insolvenz des Buchgroßhändlers KNV hatten wir nicht erahnt. Beim ersten naiven Erörtern der Auswirkungen auf uns schien das eine Kleinigkeit zu sein, kleine Bilanzkorrektur, mehr nicht. Aber nur wenige Tage später war das Ausmaß klar: Offene Rechnungen von über 65.000 Euro. Und von Gespräch zu Gespräch mit den Kolleginnen und Kollegen wurde die Stimmung schlechter. Getroffen hat es die Verlage ganz unterschiedlich. Bei uns sind es 12 Prozent vom Jahresumsatz, bei einem Kollegen gar 20 Prozent, während es bei einem anderen gerade mal 0,3 Prozent sind.

9punkt - Die Debattenrundschau vom 08.03.2019 - Kulturmarkt

Die Buchhändler Hartwig Bögeholz und Wolfram Schwarzbich wenden sich im Börsenblatt mit Blick auf die Insolvenz des Grossisten KNV gegen "die Schimäre Branchenharmonie". Die Brancheninterna in dem Artikel sind für Außenstehende nicht immer leicht nachzuvollziehen. Aber eine der Ursachen der Insolvenz von KNV scheinen die Autoren im Konzentrationsprozess bei Buchhandlungen zu sehen: Größere Ketten verlangen größere Rabatte: "Warum wohl geht der größte Zwischenbuchhändler in die Knie? Weil er vom Kettenzusammenschluss unmittelbar betroffen ist, weil er die logistische Struktur für die kleinere der beiden Ketten betreibt − und dieses Geschäft in Kürze verlieren wird. Dieses zeitigt in jedem Fall gravierende Folgen, selbst wenn es die selbst verursachten Bauchklatscher beim Scheitern des Anspruchs, die Logistik neu erfinden zu wollen, nicht gegeben hätte." Die Folgen der Insolvenz sind wegen der sehr hohen Schulden bei KNV noch nicht ausgestanden, warnen die beiden Autoren.
Stichwörter: KNV, Buchmarkt, Knv-Insolvenz

9punkt - Die Debattenrundschau vom 27.02.2019 - Kulturmarkt

Die Krise ist nicht alles. Die Buchbranche leidet. Aber das Storytelling boomt. Rüdiger Wischenbart wirft im Perlentaucher einen Blick auf den Strukturwandel der Öffentlichkeit, in dem auch Chancen für Autoren und die Branche liegen müssten: "Die Zahl der potenziellen Leserinnen und Leser wächst. Das wird nur selten wahrgenommen. Dies gilt einerseits weltweit. In Schwellenländern von China und Indien bis Mexiko und Brasilien entstand eine neue Mittelklasse aus vielen hundert Millionen Menschen, mit Wünschen nach Bildung und Unterhaltung, nach Geschichten und Wissen. Doch der globale Absatz von Büchern wuchs marginal."