Sehen ist Macht

Nicht die Monster, sondern die Menschen sind die Blickobjekte in Ishana Shyamalans Regiedebüt "They See You".  Im Kino mit Michael Kienzl

Die Weite des Geländes

Über Jo Jankowskis so riskante wie angreifbare Familienporträts. Fotolot von Peter Truschner

Surrealer Ur-Schrei

In seinem heimlich gedrehten Film sucht Ali Ahmadzadeh im Dunkel Teherans nach kleinen Gesten von Wärme. Im Kino mit Alice Fischer

EFEU - DIE KULTURRUNDSCHAU

Wenn der Lebensekel dich packt

13.06.2024. Die Filmkritiker schauen irritiert zu, wenn Daniela Völker in "Der Schatten des Kommandanten" die Tochter der Auschwitz-Überlebenden Anita Lasker-Wallfisch und die Nachfahren des KZ-Kommandanten Rudolf Höß aufeinander treffen lässt. In der taz blicken der ukrainische Filmemacher Oleksiy Radynski und Hito Steyerl auf die kolonialen Hintergründe der russischen Gasgeschäfte. Der Tagesspiegel bewundert die Liaison von japanischer Moderne und amerikanischem Utilitarismus im neuen Reinhard Ernst Museum in Wiesbaden. Und alle trauern um Françoise Hardy, die so zart und zivilisationskritisch hauchte. Mehr...

9PUNKT - DIE DEBATTENRUNDSCHAU

Kommt einem bekannt vor

13.06.2024. Die Jugend ist nach rechts gerückt- in der SZ glaubt Heinz Bude, es sei an der Zeit, mehr über "Heimat" und die "Zugehörigkeit zur Gesellschaft" zu diskutieren. Die NZZ enttarnt Putins Mär von einem gescheiterten Friedensvertrag in Istanbul. In der FAZ versucht Matthias Platzeck den Wahlerfolg der Rechten im Osten zu erklären. In der Zeit streiten der Fluchtforscher Marcus Engler und der Migrationsexperte Gerald Knaus hitzig über die Abschiebung von Geflüchteten nach Ruanda. Das neue Konzerthaus in München wird nun doch nicht wie geplant realisiert - die SZ ist fassunglos. Mehr...

IM KINO

Schräg in der Welt

11.06.2024. Als Urlaubskomödie mit einer umwerfend komischen Hauptdarstellerin beginnt Nele Wohlatz' "Sleep With Your Eyes Open" - ein Postkartenfund setzt den Film jedoch auf eine andere Spur. Durchweg berückenden Bildern zum Trotz tut diese Neuorientierung dem Film nicht unbedingt gut. Von Lukas Foerster. Mehr...

IM KINO

Im übermütterlichen Auftrag

12.06.2024. Ein Designer, der einen Shitjob sucht, eine randalierende Kritikerin und ein eingefrorener Eierkünstler stehen im Zentrum von "Problemista". Julio Torres' Film gefällt vor allem da, wo er im Vorbeigehen überrascht und wird von einem Hauch Nostalgie umweht.  Von Benjamin Moldenhauer. Mehr...

BÜCHERSCHAU DES TAGES

Angeturnte Handwerker

12.06.2024. Die taz steigt mit einem unerschrockenen Siddharth Karas hinab in die Kobalt-Minen des Kongos. Dlf Kultur sieht in diesem Report ein helles Licht in den dunklen Korridoren des modernen Lebens. Die FAZ wärmt sich an Hiromi Itos Roman "Hundeherz". Die SZ wird vom eigentümlichen Sog von Karl Ove Knausgard "Das Dritte Königreich" erfasst. Dlf Kultur freut sich außerdem über ein Wiedersehen mit den schrulligen Figuren Richard Russos. Mehr...

EICHENDORFF21

Kafka, Kafka, Kafka

31.05.2024. Wir können sie kaum zählen, die Neuerscheinungen über Kafka in dessen hundertstem Todesjahr. Aber wir haben versucht, die meisten in unserer Kafka-Liste auf Eichendorff21 zusammenzustellen: Ein Fotoalbum über Kafkas Familie etwa oder Andreas Kilchers Blick in Kafkas Werkstatt. Auch Comics über Kafka sind erschienen. Und Reiner Stachs monumentale Kafka-Biografie liegt nun auch im Taschenbuch vor. Mehr...

MAGAZINRUNDSCHAU

Die mentale Kluft

11.06.2024. Der polnische Historiker Tomasz Kamusella lernt auf einer Reise, wie russlandfreundlich Katalonien ist. Der New Yorker staunt über übermenschliche Israelis. Der Guardian recherchiert, wie man ganz ohne Training Muskeln zulegt. New Lines durchleuchtet die Anti-Abtreibungskampagnen in Lateinamerika. In Persuasion überlegt Cameron Hudson, warum sich niemand für den Krieg im Sudan interessiert. The Dial besucht das Disneyland Schanghai. Mehr...

VORWORTE

Alice in Hiroshima

11.06.2024. Nicht jede junge Frau, die in ein Loch stürzt, kommt im Wunderland an. Oder vielleicht doch? In Hiroko Oyamadas so behexendem wie leise bedrohlichem Roman "Das Loch" gilt das zumindest für die Leserinnen. Mit ähnlichem Raffinement hatte die 1983 in Hiroshima geborene Schriftstellerin in ihrem voraufgehenden Werk schon die Legende vom japanischen Arbeitsethos unterlaufen. Von Angela Schader. Mehr...

IM KINO

Stummes Bild, blinde Sprache

11.06.2024. Vom 13. bis 16. Juni findet in Frankfurt die Reihe "Kino & Lyrik" statt, in der zeitgenössische Lyrikerinnen und Lyriker Filme in Bezug zu ihrer literarischen Arbeit setzen. Kuratiert wurde das Programm von Ronya Othmann, organisiert wird es von Filmkollektiv Frankfurt, Projektionsraum für unterrepräsentierte Filmkultur. Wir bringen Othmanns Einführungstext zur Reihe, der auch in einer Publikation des Filmkollektivs enthalten sein wird, die im Rahmen der Veranstaltung entsteht. Von Ronya Othmann. Mehr...

BÜCHERBRIEF

Glitzen, Glimmern und Glitschen

10.06.2024. Sasa Stanisic schenkt uns in einem virtuos komponierten Spiel zehn Minuten einer möglichen Zukunft, Yan Lianke erkundet in einer schonungslosen Parabel die chinesische Wirklichkeit, Alhierd Bacharevic wirft mit Punk und Poesie einen dystopischen Blick auf Europa, und Ron Leshem klärt über Verirrungen nach dem 7. Oktober auf.  Dies alles und mehr in unseren besten Büchern des Monats Juni. Mehr...

ESSAY

Gegen den intellektuellen Dammbruch

10.06.2024. Wir alle sind aufgerufen, Lars-Henrik Gass den Rücken zu stärken. Es geht darum zu verhindern, dass der Antisemitismus erneut zu einem kulturellen Code werden kann. Wie sich dieser Geist ausbreiten konnte, zeigte etwa der Adorno-Preis für Judith Butler im Jahr 2012 und die bis heute anhaltende  Weigerung der Jury, darunter Repräsentanten der Nachfolge-Generation Kritischer Theorie, sich von diesem Preis zu distanzieren. Wir übernehmen Wolfgang Kraushaars Laudatio auf den Leiter der Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen aus Anlass der Verleihung der Ernst-Cramer-Medaille der Deutsch-Israelischen Gesellschaft. Von Wolfgang Kraushaar. Mehr...

IM KINO

Sehen ist in dieser Welt Macht

06.06.2024. Nicht die Monster, sondern die Menschen sind die Blickobjekte in Ishana Shyamalans Regiedebüt "They See You". Streckenweise überzeugt der Film mit visuellem Einfallsreichtum und einem Gespür fürs Unheimliche, in erzählerischer Hinsicht jedoch will er leider zu viel auf einmal. Von Michael Kienzl. Mehr...

IM KINO

Surrealer Ur-Schrei

04.06.2024. Amir, der Held in Ali Ahmadzadehs "Critical Zone", ist als Drogendealer unterwegs zu den Nachtschattengewächsen der iranischen Gegenwart. In seinem heimlich gedrehten Film sucht der iranische Regisseur im Dunkel Teherans nach kleinen Gesten von Wärme inmitten einer abgestumpften Gesellschaft. Von Alice Fischer. Mehr...

INTERVENTION

Dieses Konglomerat

03.06.2024. Auch wenn sich der Trumpismus in einer Reihe von Punkten vom "klassischen" Faschismus unterscheidet, heißt dies keineswegs, dass er weniger bedrohlich wäre. Gerade das Diffuse an dieser Bewegung macht es den Verteidigern der Demokratie schwer, sie in Gänze zu durchschauen und gezielt zu bekämpfen. Von Richard Herzinger. Mehr...

INTERVENTION

Offen gelegte Diskussionen

21.05.2024. Juliane Liebert und Ronya Othmann haben in einem Zeit-Artikel offengelegt, wie bei dem Internationalen Literturpreis des Hauses der Kulturen der Welt entgegen den Versprechungen des Hauses nicht die literarische Qualität obsiegte, sondern Ideologie. Dafür sind sie vom Betrieb scharf angegriffen worden. Eine Verteidigung der beiden Autorinnen. Von Peter Truschner. Mehr...

FOTOLOT

Die Weite des Geländes

16.05.2024. Familie ist bis heute ein zentrales Thema der Fotografie. Aber ob auf Social Media, Filmfestivals oder Ausstellungen: die SittenwächterInnen rücken heute wieder so schnell aus wie lange nicht mehr. Die berühmten Arbeiten von Sally Mann wurden sowohl von Rechten wie von Linken angegriffen. Fotografen wie Jo Jankowski nehmen ihren riskanten, aber auch essenziellen Ansatz wieder auf. Ist es Zufall, dass er abseits des Betriebs arbeitet? Von Peter Truschner. Mehr...

ESSAY

Aber es ist kein Friede

25.04.2024. Ist es dem vermeintlichen "Ende der Geschichte" zuzuschreiben, dass Manes Sperber fast in Vergessenheit geraten ist? Sperbers große Romantrilogie "Wie eine Träne im Ozean" war lange nur mehr im Antiquariat zu haben. Nun wird sie endlich neu herausgebracht und zeigt die brennende Aktualität von Sperbers antitotalitärem Denken. Gegen die Sinnlosigkeit der Geschichte nach Möglichkeiten politischen Handelns zu suchen und dem Tod einen Sinn im Leben entgegenzuhalten - das gehört zum Eindringlichsten, was der Roman dem Leser zu geben vermag. Einige Tage vor Erscheinen des Bandes  publizieren wir das Nachwort des Mitherausgebers Rudolf Isler. Von Rudolf Isler. Mehr...

SPENDEN

Unterstützen Sie den Perlentaucher

24.11.2021. Der Perlentaucher bietet seinen Service für die Leser kostenlos und möchte dabei bleiben. Falls Sie uns unterstützen mögen - regelmäßig oder einmalig - freuen wir uns! Hier finden Sie verschiedene Möglichkeiten. Mehr...

EICHENDORFF21

Verbrieft

21.05.2024. In Frankreich längst ein Klassiker sind Guillaume Apollinaires Briefe an seine Geliebte Louise de Coligny-Châtillon. Leidenschaft spricht auch aus den "Love Letters", die Virginia Woolf und die dem englischen Hochadel entstammende Vita Sackville-West austauschten. Die Korrespondenz von Ingeborg Bachmann und Max Frisch bietet tiefe Einblicke in deren Beziehung.
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