Buchautor

Bora Cosic

Stichwort: Erinnerung
Bora Cosic, geboren 1932, ist ein serbischer und kroatischer Romancier und Essayist, der in Zagreb geboren wurde und bis Anfang der 90er Jahre in Belgrad lebte, bis er aufgrund des Protests gegen das Milosevic-Regime das Land verließ. Der Autor hat mehr als 30 Romane, Erzählbände und Essays verfasst und ist einer der letzten Schriftsteller, der seine Sprache serbokroatisch nennt, die Ausrichtung jedweder nationalen Literatur ablehnend. Sein bekanntester Roman "Die Rolle meiner Familie in der Weltrevolution" (NIN-Preis 1969, auf deutsch 1994 erschienen) ist auch für das Theater adaptiert. Trotz der Preise und dem Kultstatus des Buches, landete Cosic aufgrund der satirischen, karnevalartigen Beschreibung der sozialistischen Gesellschaft auf der schwarzen Liste und konnte jahrelang nicht veröffentlichen. In den 60er Jahren übersetzte und adaptierte er das Musical "Hair", das in Belgrad nur ein Jahr nach der Broadway Premiere aufgeführt wurde. Die Periode nach dem Verlassen von Belgrad ist hauptsächlich durch Essays markiert, unter denen auch das "Tagebuch eines Heimatlosen" (1993) ist, eines der bedeutendsten Nachkriegswerke aus dieser Region. Ohne Nostalgie für Zagreb oder Belgrad (das er heute als Privatmuseum sieht), lebt Bora Cosic schon zwei Jahrzehnte in Berlin und in Rovinj in Istrien. Im Jahr 2002 wurde er mit dem Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung ausgezeichnet.
Stichwort: Erinnerung - 1 Buch

Bora Cosic: Eine kurze Kindheit in Agram. 1932-1937

Cover
Schöffling und Co. Verlag, Frankfurt am Main 2011
ISBN 9783895615856, Gebunden, 157 Seiten, 18.95 EUR
Aus dem Serbischen von Brigitte Döbert. Der große serbische Erzähler erinnert sich an seine prägenden Jahre in Agram, wie Zagreb früher hieß. Dabei geht der Autor diesmal zurück an den Anfang seiner Welt…