Außer Atem: Das Berlinale Blog

Stichwort: Chinesischer Film - 5 Artikel

Nachgerade berlinerschuleesk: "Ping jing - The Calming" von Song Fang (Forum)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 23.02.2020 "The Calming", der zweite Spielfilm der chinesischen Regisseurin Song Fang, von Jia Zhang-ke koproduziert, ist ein kleines Wunder, schon weil er alles, was der Titel verspricht, tatsächlich einlöst. Aber auch, weil man denken könnte, man hätte das, was man hier sieht, auch die Art, wie es gefilmt ist, schon oft und öfter gesehen - ich staune aber, wie sehr es mich in diesem Film noch einmal anders, noch einmal neu, wie ein erstes Mal packt, wobei "packen" hier eigentlich das Gegenteil meint: leise berührt, besänftigt, auf fast schon aufwühlende Weise beruhigt. Von Ekkehard Knörer

Seid ernst und voller Kraft: Jia Zhangkes "Swimming Out Till the Sea Turns Blue" (Special)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 21.02.2020 Mit allen Mitteln, die das Kino zur Verfügung stellt, versuchen die chinesischen Filmemacher den rasanten Wandel ihres Landes zu erfassen, ihm Bilder und Bedeutung zu geben. Im vorigen Jahr lief Wang Xiaoshuais ergreifendes Melodram "So long, my son" im Wettbewerb, das von drei befreundeten Paaren erzählt, die mit den grundstürzenden Veränderungen des Systems innerhalb von dreißig Jahren klar kommen mussten, vom Ende der Kulturrevolution bis zum Turbokapitalismus. Von Thekla Dannenberg

Melodram mit Starbesetzung: Wang Xiaoshuais "So long, my Son" (Wettbewerb)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 14.02.2019 Nicht nur Zhang Yimous Film "One Second" über die Kulturrevolution ist von den chinesischen Behörden zensiert worden. Auch Derek Kwok-cheung Tsangs "Better Days", der in der Reihe Generation laufen sollte, hat keine Freigabe bekommen. In  Variety gibt Rebecca Davis einen guten Einblick in die Lage des chinesischen Independent-Kinos, das Davis zufolge so gut wie tot sei. Wenn Filme heute Indie aussähen, würde damit nur einem Publikumsgeschmack Rechnung getragen, der für das kommerzielle Kino nicht zu haben sei. Die Zensur passiert hätten aber auch diese Filme. Von Thekla Dannenberg

Kommt nicht an in Peking: "Chun nuan hua kai - From Tomorrow on, I Will" von Ivan...

Außer Atem: Das Berlinale Blog 13.02.2019 Li ist Nachtwächter in einem großen Bürogebäude in Peking. Tagsüber hat er ein Bett in einem fensterlosen Zimmer, das nachts von einem Mitbewohner benutzt wird. Wobei man Li nicht viel schlafen sieht. Er ist ein aufmerksamer junger Mann. Wenn er die Pappbecher im Konferenzraum wegräumt, dann richtet er auch immer die Mikrofone auf den Tischen in eine Richtung. Er ist der Typ, der ein Plakat in einer Abstellkammer gerade hängt, dessen Klebstreifen sich am Rand verkrisselt hat. Von Anja Seeliger