Die Elbe ist beides - Natur wie Kultur. Hansjörg Küster, renommierter Ökologe und Autor vielbewunderter Bücher über die Geschichte der Landschaft in Mitteleuropa und die Ostsee, erzählt in diesem reichbebilderten Buch von der Elbe als einem Produkt vieler natürlicher Faktoren und zahlreicher Veränderungen, die vom Menschen ausgingen. Dabei ist nicht nur an Städte und Baudenkmale zu denken, sondern auch an Schleusen, Veränderungen von Flussläufen, Häfen und Mühlwehre. "Elbe", so lehren uns die Sprachwissenschaftler, bedeutet einfach "Fluss". Als kleiner Bach kommt sie aus dem höchsten Mittelgebirge Mitteleuropas, dem nahe der Mitte des Kontinents gelegenen Riesengebirge. Der Bach schwillt rasch an und verlässt das Gebirge schon als ein Fluss. Um von Böhmen nach Sachsen zu gelangen, durchbricht er seltsame Gebirgsformationen, die immer wieder die Künstler inspirierten.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 20.11.2007
Sehr eingenommen ist die hier rezensierende Schriftstellerin Brigitte Kronauer von diesem Buch über die Elbe, das der Pflanzenökologe Hansjörg Küster vorgelegt hat. In ihrer langen, sehr instruktiven Besprechung geht sie auf alle nur erdenklichen Aspekte dieses Flusses ein, dessen geografischem wie geschichtlichem Verlauf der Autor "diszipliniert mäandernd" folge. Fasziniert berichtet sie von der geologischen Vergangenheit der Elbe, von Quellen, Zuflüssen, Mündungen, den Ansiedlungen entlang des Stroms, Städten wie Dresden, Magdeburg, Dessau. Sie schätzt Küsters nüchterne, gleichwohl mitreißende Darstellung der politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und geografische Facetten des Flusses. Sie begrüßt seine Besonnenheit bei der Analyse der katastrophalen Ursachen der Überschwemmung 2002 und seine kritischen Anmerkungen zur Verseuchung der Elbe durch Chemiewerke in Tschechien. Und sie freut sich über die zahlreichen Abbildungen, die der Band bietet. Alles in allem würdigt sie dieses Werk als "kraftvolles Gesamterlebnis", als "Anschauung eines großen Zusammenhangs".
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