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Efeu - Die Kulturrundschau

Zustand eines randvollen Weltinneseins

Die besten Kritiken vom Tage. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
14.12.2019. Im Freitag verteidigt die dänische Schriftstellerin Madame Nielsen Peter Handke als einzigen Anwalt der Serben. Die NZZ kämpft sich mit gerümpfter Nase durch den Dschungel von Sexszenen in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Die SZ gibt den orientalischen Fantasien des British Museums hin. Der Guardian erinnert sich mit Theaster Gates in der Tate Liverpool an die vertriebenen Bewohner von Malaga Island. Der Standard cruist mit Edward Norton durch Jonathan Lethems "Motherless Brooklyn". Und die Berliner Zeitung lässt sich begeistert von Lucia Bihlers Aliens am Hundehalsband durch die Volksbühne führen.
9punkt - Die Debattenrundschau vom 14.12.2019 finden Sie hier

Literatur

In einem ziemlich umfangreichen Freitag-Essay verteidigt die Schauspielerin und Schriftstellerin Madame Nielsen Peter Handkes Texte zu Jugoslawien: Den Untertitel "Gerechtigkeit für Serbien" deutet sie vor dem Hintergrund von Handkes Jura-Studium und kriminologischem Interesse nicht etwa als empathische Parteinahme, "sondern als juristischen und rechtlichen Imperativ: Ehe ein 'Aggressor' benannt und eine der Kriegsparteien verurteilt wird, sind alle Parteien gleichberechtigt anzuhören. Und da die internationalen Medien in Handkes Augen einseitig der einen Partei - den Bosniern, Slowenen, Mazedoniern, Kroaten ... - zugehört und über sie berichtet haben, aber im Großen und Ganzen nicht der anderen Partei, den Serben, will Handke das nun auf eigene Faust tun. Zunächst einmal stellt Handke sich also nicht auf die Seite der Serben in den Kriegen gegen die restlichen ex-jugoslawischen Länder, sondern auf die Seite der Gerechtigkeit gegen die internationale Öffentlichkeit und vor allem die Medien."

Für die NZZ porträtiert Manuel Müller die mexikanische Schriftstellerin Aura Xilonen, die sich derzeit als Stipendiatin in Zürich aufhält und ihren Roman "Gringo Champ" geradezu unübersetzbar gemacht hat: "Sie singt in einer eigenen Sprache. Sie mischt Englisch bei, flucht und zaubert mit erfundenen Wörtern, kramt in den tiefsten Ecken der Kulturgeschichte nach Vokabeln, schmeißt sie dem Leser genüsslich vor die Füße."

Die deutschsprachige Literatur und der Sex - wahrlich keine Erfolgsgeschichte, befindet Rainer Moritz in der NZZ als Ergebnis einer freudlosen Recherche. Allenthalben stoße man auf "vage Hilflosigkeiten", Furcht vor Indizierungen oder gleich ausgewachsener Beschreibungsimpotenz. Die gesellschaftliche und auch literarische Öffnung nach 1968 machte die Misere auch nicht gerade besser, sondern führte zu einem Überschuss ins Kraut, bzw. Botanische: "Da werden Brüste zu Melonen und Kürbissen, da gleicht die Vagina einer Orchidee, der Penis einem Aal und riecht wie Fisch, und da fällt der Mensch, nein, vor allem der Mann, in tierische Besinnungslosigkeit, sobald ein Orgasmus naht. ... Seit Jahren beschäftige ich mich damit - man hat ja sonst kaum Hobbys -, Sexstellen aus der Gegenwartsliteratur zu sammeln. Das ist eine Heidenarbeit, deren Resultate erschüttern. Denn selbst die klügsten, renommiertesten Autoren scheitern an dieser Aufgabe und bringen selten mehr als Gruseliges oder unfreiwillig Komisches zustande."

Weitere Artikel: Für die Literarische Welt hat sich Heinz-Norbert Jocks zum großen Gespräch mit dem Schriftsteller Paul Nizon getroffen, der am 19. Dezember 90 Jahre alt wird und für den Glück "eine müßige Selbstverlorenheit ist, verbunden mit dem Zustand eines randvollen Weltinneseins." Sandra Richter stürzt sich für die Literarische Welt todesmutig in die mitunter tiefen Abgründe der deutschen Kolonialliteratur. Rufen Sie noch heute ihre Eltern an, mahnt der senegalesische Schriftsteller Mohamed Mbougar Sarr in einer literarischen Notiz in der NZZ. Im Literaturfeature von Dlf Kultur wirft Margarete Blümel einen Blick nach Indien, wo sich die Schriftstellerinnen für mehr Frauenrechte vernetzen. In den "Actionszenen der Weltliteratur" erinnert Gisela Trahms daran, wie sich der Schriftsteller J.M. Coetzee 1966 vor den Schüssen Charles Whitmans in Deckung gehen musste.

Besprochen werden Martha Gellhorns "Der Blick von unten. Reportagen aus sechs Jahrzehnten" (taz), Enno Stahls Berlinroman "Sanierungsgebiete" (taz), Ulrike Draesners "Kanalschwimmer" (Literarische Welt), Jan Wilms "Winterjahrbuch" (Zeit), Dennis Schecks "Kanon" (Freitag), die zwei Neuübersetzungen von George Eliots "Middlemarch" (SZ), Joseph Roths "Die Rebellion" (NZZ),und Peter Wawerzineks "Liebestölpel" (FAZ).
Archiv: Literatur

Film

Mann mit Macke: Edward Norton verfilmt "Motherless Brooklyn"

Für seine Verfilmung von Jonathan Lethems Roman "Motherless Brooklyn" hat Regisseur und Hauptdarsteller Edward Norton den Stoff aus den neunziger in die fünfziger Jahre verlegt, erklärt Standard-Filmkritiker Bert Rebhandl, der dem einiges abgewinnen kann - zumal das Film-Noir-Pastiche mit seinen Anspielungen auf Trump dann doch ziemlich heutig wirkt: "Vor diesem Hintergrund erweist sich das, was man auch für Nortons Nostalgie halten könnte, als eine Idee von Gegenwartskritik: Er kreuzt eine Zeit, in der ein Mann mit einer Macke noch bis zu einem Paten in die Sauna vordringen konnte, um mit ihm einen philosophierenden Dialog zu führen, mit einer Zeit, in der die Hybris der Macht in Amerika moralisch wie intellektuell leer ist."

Das "Kartell der Mittelmäßigen" in der ARD hat wieder zugeschlagen, ärgert sich Rüdiger Suchsland in seiner "Cinema Moralia"-Kolumne auf Artechock: Die Redakteurin Cornelia Ackers, seit vielen Jahren beim Bayerischen Rundfunk für den Sonntagabendkrimi zuständig und maßgeblich mitverantwortlich für die sehenswerten Filme rund um Ermittler wie von Meuffels und zuletzt Elisabeth Eyckhoff, wurde ins Segment Arthaus zwangsversetzt, "also auf einen Bereich, aus dem sich die Sender gerade finanziell zurückziehen." Von Filmemachern wird Ackers "nun in sozialen Netzwerken als 'eine Ausnahmeredakteurin mit einem Händchen für Besonderes" bezeichnet, 'sowohl inhaltlich als auch ästhetisch. Das mag nicht jedem gefallen, steht aber immer für hohe Qualität.'"

Weiteres: Dominik Kamalzadeh empfiehlt im Standard die Retrospektive Kira Muratowa im Österreichischen Filmmuseum. Andreas Busche spricht im Tagesspiegel mit John Boyega, einem der Hauptdarsteller der neuen "Star Wars"-Trilogie. Ziemlich nervig findet es Susan Vahabzahdeh in der SZ, dass Roman Polanski nun Harvey Weinstein beschuldigt, dass dessentwegen die eigenen alten Geschichten ständig nach oben kochen.

Besprochen werden Mati Dipos in Cannes noch gefeierter, von Netflix jetzt auf den hinteren Rängen versendeter Film "Atlantique" (Freitag), Hansmartin Siegrists Buch "Auf der Brücke zur Moderne" über Basels ersten, im Jahr 1896 gedrehten Film (NZZ) und die Science-Fiction-Serie "The Expanse" (Freitag).
Archiv: Film

Kunst

Carl Wuttke, 'The Great Umayyad Mosque, Damascus', 1913. © Islamic Arts Museum Malaysia.
Zwar vermisst SZ-Kritikerin Sonja Zekri in der Ausstellung "Inspired by the East. How the Islamic world influenced Western Art" im British Museum Exponate aus "nicht-westlicher Perspektive", einen imperialistischen Blick möchte sie der Schau dennoch nicht vorwerfen. Vielmehr erfährt sie hier wie westliche Künstler aus Angst vor Modernisierung und Industrialisierung in orientalische Vorstellungswelten flohen: "Jean-Auguste-Dominique Ingres - in London vertreten mit einem weiblichen Akt - bemühte sich gar nicht erst um das Vertrauen der Einheimischen, sondern entwarf Frauengemächer und türkische Bäder, vollgestopft mit Brüsten, Beinen, Bäuchen. Von Frauen beim Tanz oder beim Liebesspiel, ohne je einen Fuß in die Region gesetzt zu haben. Hätte er Europäerinnen in diesen Posen abgebildet, die verklemmten Zeitgenossen hätten ihm Pornografie vorgeworfen. 'Die Unzugänglichkeit der Harems bot den Künstlern die ideale Entschuldigung, um ihre sexuellen Fantasien auszuleben', sagt die Ko-Kuratorin Julia Tugwell: 'Sie projizierten sie einfach auf eine andere Welt, es traf ja nicht die eigenen Leute.'"

Bewegt kehrt Adrian Searle im Guardian aus der Theaster-Gates-Schau "Amalgam" in der Tate Liverpool zurück, in der sich der Chicagoer Künstler dem Schicksal von Malaga Island widmet - jener Insel in Maine, auf der bis 1911 eine selbstbestimmte, ethnisch gemischte Gemeinschaft lebte, die vom Staat als "unmoralisch und schwachsinnig" eingestuft wurde und in Folge vertrieben wurden. Bis heute ist die Insel unbewohnt: "Es ist ein riskantes Unterfangen, mit Objekten Gefühle und Bedeutungen zu vermitteln, reale, nachgebildete und erfundene Elemente zu verwenden und uns zwischen ihnen zu verlieren. Ich halte vor einer in schwarzen Beton eingebetteten anatolischen Iznik-Platte aus dem 17. Jahrhundert inne und frage mich, warum sie hier ist und wie ihre Migrationsgeschichte aussehen könnte. Eine Reihe von Gabelstaplerzinken durchbohrt wie eine minimale Skulptur die Wand über unseren Köpfen, die Regelmäßigkeit der Reihe scheint seltsamerweise ruhig, aber voller impliziter Gewalt. Eine kleine weiße Version einer afrikanischen Maske ertrinkt umgedreht in Teer."

Weiteres: Die Tür zur Synagoge in Halle, die Dutzenden Menschen das Leben rettete, soll künstlerisch gestaltet und ausgestellt werden, meldet die Berliner Zeitung. Ein "Kunst-Raum-Klang-Erlebnis vom feinsten" erlebt Irmgard Berner in der Berliner Zeitung im Me Collectors Room, der in der Ausstellung "Transverse Wave" Arbeiten von Mary Baumeister, Rashid Al Khalifa und Simon Stockhausen verbindet. In der FAZ ärgert sich Andreas Kilb darüber, dass die Berliner Gemäldegalerie in ihrer großen Raffael-Schau die Chance versäumt hat, neben den Madonnen auch multimediale Darstellungen der 1945 verbrannten Tapisserien und Reproduktionen der im Victoria&Albert Museum aufbewahrten Raffael-Kartons zu zeigen, um die Kunstwerke in ihren kulturgeschichtlichen Kontext einzuordnen: "Man weiß nicht, ob es eher Trägheit oder Engstirnigkeit ist, die die Gemäldegalerie immer wieder so eklatant hinter ihren Möglichkeiten zurückbleiben lässt." In der taz kann auch Brigitte Werneburg über das Ende der art Berlin nur den Kopf schütteln.

Besprochen wird die Ausstellung "Ryoji Ikeda: data-verse" im Kunstmuseum Wolfsburg (taz), eine Ausstellung mit Stillleben, Porträts und Zeichnungen von Paula Modersohn-Becker in der Berliner Galerie Werner (Berliner Zeitung) und die Eugen-Schönebeck-Ausstellung in der Berliner Galerie Judin (Tagesspiegel).
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Archiv: Kunst

Bühne

Bild: Katrin Ribbe

Einen herrlich "kruden" Abend mit Aliens verbringt Doris Meierhenrich (Berliner Zeitung) mit Lucia Bihlers Regiedebüt an der Volksbühne: "Final Fantasy" nennt Bihler ihre Adaption von Oscar Wildes "Salome": "Wir meinen zu wissen, was sie da spielen, wir kennen die Angst des lüsternen Herodes und die brodelnde Kaltblütigkeit seiner Stieftochter, die den Kopf des Propheten fordert. Und doch spielen die fünf spacig-embryonalen Totenmasken all diese kulturüberladenen Bilder von Macht und Begehren und männerfressender Femme fatale eben nicht mehr. Sie demonstrieren die Muster nur noch als montrös-komische Schautafelbilder schulpsychologischer Archetypen, verharren in gedehnten SM-Posen und denken während dieses freundlich empathischen Harrens unverkennbar auch schon an andere Formen der Lust. Wo sind sie, gibt es sie? Vorerst nicht. Und doch schimmert allein schon durch diese bizarren Körper alles anders: Erst führt eine kleine dicke Salome Jochanaan am Hundehalsband herein, wenig später hält der hoch aufragende Prophet die kleine Dicke am Boden." In der nachtkritik winkt ein ein gelangweilter Christian Rakow allerdings ab: "So geht Schultheater für Marsianer."

Bild: Julian Baumann

In "The Vacuum Cleaner", seiner vierten Arbeit an den Münchner Kammerspielen, widmet sich der japanische Regisseur Toshiki Okada dem Phänomen des Hikikomori - erwachsene Japaner, die sich aus der Gesellschaft zurückziehen und meist noch bei ihren Eltern leben. Nachtkritikerin Anna Landefeld staunt, wie Okada in seiner leisen, an No-Theater erinnernden Inszenierung den Spätkapitalismus so zeigt, dass "einem die Seele brennt": "Innerlich haben die Hikikomori dieser Welt ihr Elternhaus vielleicht nie verlassen. Und auch die alterslose Annette Paulmann klammert sich an die Erinnerungen, die sie hat - neue sind ja keine hinzugekommen, und die alten liegen Jahrzehnte zurück. So alt wie die Weltkarte auf der Toilette, in der die Sowjetunion noch lila-braun gezeichnet ist. Im obersten Stockwerk gibt sich Paulmann intensiver Langeweile hin; kniet kopfüber, wälzt sich auf dem Boden, starrt stumm in die Ecke wie ein unartiges Kind, das man dorthin abgestellt hat. Trotzig wütet sie über ihre nutzlose Existenz, für die sie den Vater anklagt. Ein Seelengeschrei über eine gescheiterte Flucht ins Kinderzimmer." In der SZ vermisst Christine Dössel zwar die "feine, aus innerer Melancholie aufschwirrende Komik" aus Okadas anderen Inszenierungen, bewundert aber die Bewegungschoreografie. "Poetisch, zart" und als bisher beste Inszenierung Okadas bezeichnet Simon Strauss in der FAZ indes das Stück.

Weiteres: Im Tagesspiegel erinnert sich Maria Sommer an die Aufführung von George Taboris "Kannibalen" am Westberliner Schillertheater vor fünfzig Jahren. Nachtkritikerin Esther Boldt gratuliert dem Regiekollektiv Rimini Protokoll zum 20jährigen Bestehen.
Archiv: Bühne

Architektur

In der Welt feiert Sascha Lehnartz den von Rem Koolhaas entworfenen Neubau der Axel Springer SE, dessen Schlüsselübergabe nächste Woche stattfinden soll. Als ehemaliger Journalist habe Koolhaas Wert darauf gelegt, den Übergang ins digitale Zeitalter zu markieren: "Dazu hat Koolhaas das Gebäude um ein 45 Meter hohes Atrium herum errichtet, das sich mithilfe von Terrassen und Brücken über mehrere Stufen in schwindelerregende Höhen schwingt. Von einer der Brücken in der neunten Etage fällt der Blick wie in eine Art 'Tal', das auf den verschiedenen Ebenen eine Vielzahl unterschiedlicher Arbeitsumgebungen bietet, die den Wandel des Verlags hin zu einem digitalen Unternehmen unterstreichen und beschleunigen sollen. Viele kommunikative Flächen sind vorgesehen, Räume für Meetings und Teambesprechungen, aber ebenso Nischen, in denen man ungestört telefonieren oder konzentriert arbeiten können soll. Selbst 'digital detox' soll in loungeartigen Ruhebereichen möglich sein, stellte der CEO in Aussicht."

Für die SZ porträtiert Frank Steinhofer die mexikanische Architektin Tatiana Bilbao, deren Arbeiten auf Einfühlungsvermögen in Natur und Bewohner setzen: "Als Tatiana Bilbao von der mexikanischen Regierung beauftragt wurde, ein Kleinsthaus für arme ländliche Gemeinden zu entwerfen, arbeitete ihr Team Monate an einer Lösung, ehe sie feststellte: Wir planen an den Notwendigkeiten der Bewohner vorbei. 'Warum fragen wir sie nicht, was sie wollen?', warf Bilbao in die Runde. Ihr Team führte Gespräche mit Hunderten Menschen über deren räumliche Vorstellungen vom Leben. Eines sollte nicht zu kurz kommen. 'Wir alle brauchen Schönheit, um uns zu entwickeln', sagt Tatiana Bilbao. Wenn es den Bewohnern schon im Alltag und der Arbeit daran mangele, dann solle zumindest ihr Haus dem Bedürfnis gerecht werden. Trotzdem entwickelte sie einen Prototyp für weniger als 6000 Euro."
Archiv: Architektur

Musik

Beethovens einzige Oper "Fidelio" ist in der noch "Leonore" genannten Urfassung das bessere Werk, sagt der Dirigent René Jacobs, der diese "Leonore" gerade einspielen hat lassen, gegenüber Eleonore Büning in der NZZ: Diese Urfassung habe Jacobs "sich gründlich erarbeitet und analysiert - und ist nun der Überzeugung, sie sei nicht misslungen. ... 'Ich kann es nur schwer ertragen, wenn in Kommentaren immer wieder entschuldigend behauptet wird, die Leonore sei ein Jugendwerk', beklagt Jacobs. 'Es ist seine erste Oper, aber er war kein Anfänger. Er war fünfunddreißig, auf der Höhe seines Könnens, in voller Maturität. Ja man kann sagen: Beethoven hat gleich mit seiner ersten Oper ein Meisterwerk erschaffen. Die Ur-'Leonore' ist viel besser als die Zweitfassung. Ja der beste 'Fidelio' ist immer noch diese erste 'Leonore'!'" Sehr positive Besprechungen der Aufnahme finden sich bei rbbKultur und im Guardian.

Weiteres: Von den polnischen und russischen Festlichkeiten zu Ehren des Komponisten Mieczysław Weinberg  berichtet Gerhard Gnauck in der FAZ. Achim Heidenreich gratuliert in der FAZ dem Komponisten Nicolaus A. Huber zum 80. Geburtstag. Florian Fricke wirft fürs Zündfunk-Feature des BR einen Blick in die Münchner Szene, wo seit Jahren das Clubsterben grassiert. Und Kez Whelan kürt für The Quietus die besten Metal-Alben des Jahres.

Besprochen werden neue Aufnahmen der Werke von Galina Ustwolskaja und Mieczysław Weinberg (NZZ), ein Cembalo-Abend mit Mahan Esfahani (SZ) , das neue Album des Rappers Stormzy, der mit seiner Musik gegen den Brexit protestiert (Tagesspiegel) und ein Auftritt von Marika Hackman (taz).
Archiv: Musik