Efeu - Die Kulturrundschau

Die Aktion der anderen

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18.06.2022. Die Documenta hat eröffnet. Antisemitisch ist sie nicht, meint die FAS, die dafür der Documenta-Direktion katastrophales Krisenmanagement vorwirft. Sie hätte auch gern gewusst, was VW als Sponsor auf einer westliche Ausbeutung kritisierenden Kunstschau zu suchen hat. Die taz hätte gern mit dem einen oder anderen Künstler über sein Werk diskutiert. Außerdem: Im Tagesspiegel denkt Fiston Mwanza Mujila darüber nach, was es heißt, in Europa über Afrika zu sprechen. Der Jewish Chronicle fragt, warum BDS die Band Big Thief davon abgehalten hat, in Israel ein Benefizkonzert für palästinensische Kinder zu geben. Die Filmkritiker trauern um einen großen Verführer: Jean-Louis Trintignant.
9punkt - Die Debattenrundschau vom 18.06.2022 finden Sie hier

Kunst

documenta fifteen, Workshop mit ruangrupa, Künstlerischem Team und lumbung member, Kassel, 2020, Foto: Nicolas Wefers


Alles Documenta heute. Und Niklas Maak stellt in der FAS gleich die Hauptfrage: "Ist die Documenta antisemitisch?" Nach einem ersten Rundgang lautet seine Antwort: Nein. Vielleicht lag es überhaupt nur am "katastrophalen Krisenmanagement" der Documenta-Direktion, dass der Streit darüber so hochgekocht ist: "Journalisten wurde von der Documenta-Leitung allen Ernstes untersagt, den Kuratoren Fragen zum BDS und Israel zu stellen. Antworten wurden verweigert mit dem Verweis auf die zu hohe Komplexität des Themas, das bei einem Kongress mit dem Titel 'We need to talk' in Berlin verhandelt werden sollte. Der wurde dann aber abgesagt. Dafür fand wenig später eine Tagung zum Holocaust und der Neuen Rechten statt, bei dem die problematische Haltung der alten Linken zu Israel ausdrücklich nicht das Thema war. Schon davor hatte Documenta-Generaldirektorin [Sabine] Schormann sich schützend vor den BDS gestellt ... Während von Ruangrupa tatsächlich keine einzige antisemitische Bemerkung zu hören war, muss man sich fragen, was von einer Generaldirektorin zu halten ist, die Antisemitismus als Nebenprodukt der 'vielfältigen' Ausprägungen von Kunst- und Meinungsfreiheit abhakt, aber bei Diskussionen den Zentralrat der Juden lieber nicht dabeihaben will."

Kunst als gemeinschaftlicher Prozess, keine Inszenierung von Künstlerpersönlichkeiten, "das meiste hier ist tatsächlich noch im Entstehen", beobachtet taz-Kritikerin Sophie Jung. Doch als Besucher bleibt man außen vor, stellt sie fest: "Prozess ist hier die Aktion der anderen." Dabei hätte sie gern mit einzelnen Künstlern über ihre Werke diskutiert, zum Beispiel mit Mohammed Al Hawajri über die Frage, wie frei seine Kunst eigentlich ist, wenn er "so politisch instrumentalisierbare Bilder macht, wie seine hier ausgestellten Fotocollagen? In die Reproduktionen einer Bauernidylle des Barbizon-Malers Jean-François Millet platziert er die Fotos hoch ausgerüsteter junger Soldaten. Trifft auf dieser Arbeit mit dem Titel 'Guernica Gaza' etwa das israelische Militär auf die unschuldig schlummernden Kleinbauern in Gaza. Wie 1937 die Nazi-deutsche Legion Condor auf die baskische Kleinstadt Guernica? Hier werden giftige Parallelen aufgemacht, die kaum mit der Phrase von der 'Freiheit der Kunst' zu legitimieren sind. Im Treppenaufgang leuchtet es islamistisch: 'Kabul - Graveyard of Empires', Freude über das Scheitern der Demokratie in Afghanistan. Seltsam wie hier vieles postkolonial zusammengemixt wird."

Sandra Danicke (FR) steuerte völlig unbeeindruckt vom Kollektivgedanken Ruangrupas erst mal aufs Naturhistorische Museum zu: "Naturgemäß raunte man sich an den ersten Besichtigungstagen, an denen jeder und jede damit beschäftigt war, sich Orientierung zu verschaffen, vor allem diesen Namen zu: Hito Steyerl. Die deutsche Filmemacherin ist seit Jahren ein Star der Kunstszene - und ihr Werk, eine Filminstallation mit dem Titel 'Animal Spirits' ist so abgedreht, faszinierend und überfordernd, dass man völlig beseelt hinaus geht - auch wenn man den ganzen Quatsch (der natürlich viel mehr ist als bloß Quatsch) nicht so richtig verstanden hat." Danicke gibt dann aber doch noch einen kursorischen Überblick über die ausstellenden Kollektive.

In der FAZ blickt Stefan Trinks angewidert auf Mohammed Al Hawajiris "Harvesters Resting - Jean-François Millet (1850)". Aber dann ist er doch überwältigt von dieser Documenta: "32 Standorte! Eine Woche in Kassel würde nicht ausreichen, um alles zu entdecken. Zu den vertrauten Austragungsorten Fridericianum, Documenta-Halle, Naturkundemuseum und Karlsaue kommen diesmal etliche bislang unentdeckte Perlen wie das prächtige Gloria-Kino von 1954 mit der Installation einer gerechteren Topografie der südafrikanischen Kooperation MADEYOULOOK im prächtigen, original erhaltenen Fünfzigerjahre-Ballsaal mit Empore oder ein Bauhaus-Bad hinzu. Klar ist aber auch, dass Ruangrupa diese Erweiterung in die Peripherie ebenfalls politisch verstanden wissen will: Der alte Kampf zwischen reichem, zumindest repräsentativem Zentrum und abgehängter Peripherie wird durch diese Ausweitung der Kampfzone allein schon durch die Anfahrt über trostlose Straßenschneisen plausibel."

Außerdem: In der FAS erliegt Niklas Maak (in einem zweiten Artikel) dem Charme des entspannten Abhängens auf der Documenta, irritierend findet er weniger die Kunst als die Tatsache, dass VW als Sponsor einer westliche Ausbeutung kritisierenden Kunstschau gewonnen wurde. In der SZ ist Jörg Häntzschel glücklich, dass auf der Documenta vor allem Künstler zu sehen sind, die - wie er - der Kunst keinen autonomen Status zuerkennen, sondern sie als "Bestandteil eines gemeinsamen Kampfes um Leben, Anerkennung, Freiheit" bewerten. Daneben stellt Catrin Lorch "acht der wichtigsten Werke" auf der Documenta vor (in Wirklichkeit sind es acht Künstler oder Künstlerkollektive): The Nest Collective, Hamja Ahsan, Richard Bell, Taring Padi, Cao Minghao & Chen Jianjun, Sada (Regroup) und Tania Brugueras "Instar". In der NZZ berichtet Philipp Meier. Lisa Berins besucht für die FR den australischen Künstler Richard Bell in seinem "Tent Embassy".

Und noch etwas ganz anderes: In der taz denkt Brigitte Werneburg darüber nach, ob wir ein nationales Fotoinstitut brauchen und wenn ja, wo.
Archiv: Kunst

Film

Jean-Louis Trintignant und Romy Schneider in "Le Train de Pierre Granier-Deferre"


Der große Jean-Louis Trintignant ist tot. "Er war der Star, dem sein Ruhm egal war", schreibt Andreas Kilb in der FAZ in Anspielung darauf, dass der Schauspieler auch den größten Filmemachern und Projekten absagte, auf Galas wenig gab und das Rampenlicht scheute, selbst wenn er alle Preise einheimste, die man als Schauspieler einheimsen kann. Mit Vorliebe drehte er "schwierige, durchtriebene, zweideutige, politische Filme, die im Glanz seines Spiels aufleuchteten. Dabei hatte man nie das Gefühl, dass er sich in seinen Rollen verausgabte. Er floss in seine Figuren wie Wasser in ein Gefäß, ohne dass die kleinste Anstrengung zu spüren war."

Seine "schmale geschmeidige Erscheinung strahlte den Habitus sanfter vergeistigter Männlichkeit aus", hält Claudia Lenssen auf ZeitOnline fest. "Umso mehr faszinierte ihn die Ambivalenzen. In Eric Rohmers 'Meine Nacht bei Maud' (1969) brüstet er sich seiner katholischen Ehe-Moral, um festzustellen, dass weder er selbst noch seine madonnenhafte Frau den frommen Prinzipien standgehalten haben. In Costa Gavras' Politdrama 'Z' (1969), einer Abrechnung mit der griechischen Militärdiktatur in den sechziger Jahren, verkörperte er die Schlüsselfigur eines maßlos arroganten, gleichwohl unbestechlichen Untersuchungsrichters." Auch Patrick Straumann staunt in der NZZ über die Ambivalenzen in Trintignants Spiel: "Es waren die komplexen Empfindungen und die Niederlagen, die seinen Figuren einen bleibenden Platz in der Filmgeschichte garantierten."

Welt-Kritiker Gerhard Midding folgt der Physiognomie Trintignants: "Sein Blick war aufmerksam und beharrlich. Er ergründete sein Gegenüber. Nicht immer war eindeutig, ob Liebe oder Skepsis in ihm lag. Doch "er war schmächtig, sein Kopf schien zu groß für die schmalen Schultern, auf denen er ruhte. Die Augen waren sein zuverlässigstes Instrument, um zu verführen." Sein "Lächeln war stets flüchtig, ruhte in der Erkenntnis der Vergänglichkeit. Denn seine erstaunliche Schaffenskraft (...) war tiefer Schwermut abgetrotzt."

ZeitOnline bringt eine Fotostrecke. Weitere Nachrufe in SZ, Dlf Kultur, FR und im Tagesspiegel. Und hier sehen wir ihn nochmal in einer wunderbaren Szene in Dino Risis "Il Sorpasso" - wirklich niemand hat in Momenten des Schweigens in kleinsten Regungen so ausdrucksvoll gespielt:



Weitere Artikel: In 14 Ländern Asiens und des Nahen Ostens will man den neuen Disney/Pixarfilm "Lightyear" nicht zeigen, weil sich darin zwei Frauen küssen, berichten Kathleen Hildebrand (SZ) und Valerie Dirk (Standard)  "Zutiefst unerfreulich" findet Marion Löhndorf von der NZZ Tom Hanks' Statement, er würde heute keinen homosexuellen Mann mehr spielen, da er ja selbst nicht homosexuell sei. Natalie Mayroth wirft für die taz einen Blick auf die Debatten um Vivek Agnihotris indischen Film "The Kashmir Files": Während die einen seine Arbeit als hindunationalistische Propaganda kritisieren, sieht er selbst sie als Plädoyer für Humanismus. In der FAZ gratuliert Dietmar Dath Isabella Rossellini zum 70. Geburtstag. Besprochen wird Dario Argentos "Dark Glasses" (Tsp, unsere Kritik hier).
Archiv: Film

Literatur

Fiston Mwanza Mujila im Stadtgarten Köln, September 2016. Foto: Hps-poll - Eigenes Werk www.reserv-art.de, CC BY-SA 4.0
In Berlin hat das Poesiefestival Berlin 2022 begonnen. Der Tagesspiegel bringt dazu - neben einem Auftakttext von Gregor Dotzauer - einen Brief von Fiston Mwanza Mujila. Der aus Kongo stammende, in Österreich lebende Schriftsteller denkt darüber nach, was es heißt, in Europa über Afrika zu sprechen. In den Augen des globalen Nordens "erscheint Afrika wie eine homogene Struktur", die nach der Entkolonialisierung durch afrikanische Intellektuelle ein Korrektiv erfährt. Doch "die Welt hat sich in den letzten 50 Jahren grundlegend verändert. Wie alle Metropolen, so verwandeln sich auch die modernen afrikanischen Städte in einen kulturellen Schmelztiegel. In Dakar, Lagos, Johannesburg oder Kinshasa haben die Jugendlichen die gleichen kulturellen Referenzen wie ihre Altersgenossen in anderen Teilen der Welt. ... Ganz deutlich zeichnet eine transnationale, kosmopolitische und pluralistische Urbanität ab, die mit der (post-)kolonialen Ordnung und den überlieferten Werten und dem Wissen der Ahnen konkurriert. Der neuen Art, Afrika zu begreifen, die sich, auch beeinflusst von seiner Diaspora, den Afrofuturismus im Gegensatz zum Afropessimismus zunehmend zu eigen macht, kann sich auch diese Urbanität nicht entziehen. Diese neue Globalität ist ein Ort ständiger Neugründungen von Religion, Ethnizität, Geschlecht und zudem ein Schmelztiegel von Kunst und Popkultur."

In der taz kann Dirk Knipphals über das deutsche PEN-Zentrum, dessen Interims-Copräsidentin Maxi Obexer nach einem vierwöchtigen Intermezzo nun gleich wieder zurückgetreten ist (unser Resümee), nur noch den Kopf schütteln: Er sieht "deutliche Anzeichen dafür, dass sie beim alten PEN mit der Analyse dessen, was in Gotha eigentlich passiert ist, noch nicht weit gekommen sind. Wie viel Wille zum Engagement unter Schriftsteller*innen derzeit abrufbar ist, zeigt sich gerade beim neugegründeten PEN Berlin. Da wäre es beim alten PEN doch angebracht, darüber nachzudenken, warum es nicht gelang, dieses Engagement in die eigene Organisation zu integrieren. Statt dessen pflegen sie ihre ideologischen Grabenkämpfe."

Weitere Artikel: Helmuth Kiesel wirft für das "Literarische Leben" der FAZ einen Blick darauf wie die Literatur der Weimarer Republik auf die Ermordung Walther Rathenaus vor 100 Jahren reagierte. Im Literaturfeature von Dlf Kultur befasst sich Christian Blees mit Literaturklassikern, die zu Comics wurden. Der Tagesspiegel präsentiert die beim Comicsalon Erlangen ausgezeichneten Werke. Christian Endres (Tsp) und Lukas Gedziorowski (Batman-Projekt) schreiben Nachrufe auf den Comiczeichner Tim Sale, der Batman-Klassiker wie "The Long Halloween" gestaltet hat. In der FR gratuliert Arno Widman Salman Rushdie zum 75. Geburtstag.  Außerdem meldet die FAZ in einer Notiz, dass in Belarus die Schulbibliotheken angewiesen wurden, Bücher von Swetlana Alexijewitsch und 32 weiteren Schriftstellern aus ihrem Angebot zu entfernen.

Beprochen werden unter anderem eine Neuausgabe von Kathy Ackers Undergroundklassiker "Bis aufs Blut" (taz), Amanda Gormans Gedichtband "Was wir mit uns tragen" (Standard), Maria Stepanovas Gedichtband "Mädchen ohne Kleider" (taz), Justine Picardies "Miss Dior. Eine Geschichte von Courage und Couture" (online nachgereicht von der FAZ), Dagmar Leupolds "Dagegen die Elefanten!" (SZ) und Cornelia Achenbachs "Nachtwanderung" (FAZ).
Archiv: Literatur

Bühne

Im Standard resümieren Margarete Affenzeller und Ljubiša Tošic die Wiener Festwochen, die ersten, die Intendant Christophe Slagmuylder einigermaßen frei gestalten konnte: 83 Prozent Auslastung ist ja ganz ordentlich, meinen sie, aber Euphorie wollte sich nicht einstellen. Und inklusiv waren diese Festwochen auch nicht gerade, meinen sie: "Zu kleinteilig, zu kleinformatig, zu versuchslastig blieben die Aufführungen, zu hermetisch das Festival an sich. Wer genau las, hätte Bescheid wissen müssen. Die Wiener Festwochen unter Slagmuylder sind zu einer 'Neuerfindung' angetreten, sie wollen mit der Auflösung von Disziplinen experimentieren, also 'künstlerische Ausdrucksweisen verschränken'. ... Ein Festival in der Größenordnung der Festwochen braucht aber echte Brummer mit Strahlkraft, die ins Publikum leuchten und andere Arbeiten mitziehen. Viele Fans fanden heuer aber keinen Weg ins Programm, auch wenn eine achtbare Auslastung von 83 Prozent erreicht wurde. Die in den Originaltiteln gelisteten Werke haben dazu wohl mit beigetragen. Wer weiß schon, dass mit 'La Cerisaie' Tschechows 'Kirschgarten' gemeint ist oder was sich hinter 'Só eu tenho a chave desta parada selvagem' verbirgt? Griffiger wird das Festival so jedenfalls nicht."

Besprochen werden Thomas Köcks Stück "Eure Paläste sind leer (all we ever wanted)" und Fritz Katers (alias Armin Petras') Stück "Milchwald" bei den Autor:innentheatertagen (zu Ulrich Seidler springt kein Funke über, dies ist "ein Theater, das nur sich selbst beeindruckt, verführt und betört", seufzt er in der Berliner Zeitung), das Musical "M#tter" im Frankfurter Gallus Theater (FR), Sebastian Klinks Adaption von Hans Falladas Roman von 1941, "Ein Mann will nach oben" am Staatsschauspiel Dresden (nachtkritik) und Mónica Calles' Choreografie zu Strawinskys "Le sacre du printemps" bei den Wiener Festwochen (nachtkritik).
Archiv: Bühne
Stichwörter: Wiener Festwochen

Musik

Dass Big Thief ihren Auftritt in Israel abgesagt haben (unser Resümee), war ein großer Fehler, findet Winston Marshall im Jewish Chronicle - die Indieband, deren Bassist israelischer Staatsbürger ist, hat sich dem BDS-Druck gebeugt. Bizarrerweise hätte es sich um ein Benefizkonzert für palästinensische Kinder gehandelt. Getrieben war die Band ursprünglich von der Idee, eine Vermittlerfunktion zwischen den Fronten einzunehmen, und dass Musik "heilen" könnte - was die Band in einem kleinlauten Statement nun relativiert hat. "Dies war mit Sicherheit das atemberaubendste Statement in der langen Geschichte von dümmlichen Statements, die Musiker in Umlauf gebracht haben (und da ich selbst Musiker bin, räume ich gerne ein, dazu ein Gutteil beigetragen zu haben). Die Implikation ist die, dass Musik tatsächlich nicht heilen könne. ... Was für eine Kühnheit, was für eine erstaunliche Entdeckung, die in gerade einmal fünf Tage gemacht wurde. Dieses Fazit schockiert so sehr, dass die Sex Pistols demgegenüber so kontrovers wirken wie ein leerer Joghurtbecher. Sorry, ihr armen Palästinenser, für Euch keine Hilfe und kein Geld mehr, es läge nicht in Eurem Interesse."

Ziemlich umgehauen ist ZeitOnline-Kritikerin Julia Lorenz vom neuen Album von Hercules and Love Affair: Zu hören gibt es queeren Discopop mit Gothic-Anteilen, teils im Duett mit Anohni. "Tanz deine Selbstermächtigung", nimmt die Kritikerin als Botschaft mit: "Der ganze Schmerz einer Jugend, in der man ein Alien im Ledermantel war, für die Welt eine Provokation und Bedrohung, exorziert in einem Discostück für Eckensteher."



Außerdem: Wie abzusehen, wird der Eurovision Song Contest im nächsten Jahr nicht in der Ukraine stattfinden, melden die Agenturen. Paul McCartney wird heute 80 Jahre alt - Karl Fluch (Standard), Jean-Martin Büttner (TA), Ueli Bernays (NZZ), Friedrich Conradi (BLZ), Michael Pilz (Welt) und Edo Reents (FAZ) gratulieren.

Besprochen werden Dehds Album "Blue Skies" (FR), Raisons Debütalbum "So viele Leute wie möglich" (taz), ein Langgaard-Abend mit den Berliner Philharmonikern (Tsp) und ein Konzert von Nite Jewel, Farce und Discovery Zone in Berlin (taz).
Archiv: Musik