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Heute in den Feuilletons

Heute in den Feuilletons

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
11.08.2005. In der Zeit schreibt eine begeisterte Patti Smith über die Symbolik des Hasen in Christoph Schlingensiefs Bayreuther "Parsifal"-Inszenierung. In der NZZ beklagt Hanif Kureishi die Unfähigkeit des Islam zum Multikulturalismus. Die Welt fühlt sich durch die Heuschrecken-Debatte an Gustav Freytags antisemitischen Roman "Soll und Haben" erinnert. In der taz fürchtet der Historiker Gabriel Kolko: In einem demokratischen China würden die Kommunisten die Wahlen gewinnen.

Zeit, 11.08.2005

Beim "Tannhäuser" ist sie eingeschlafen, aber bei "Parsifal" war sie dann hellwach: Patti Smith ist absolut begeistert von Schlingensiefs Inszenierung in Bayreuth. Besonders der heftig umstrittene "riesige tote schlappohrige" Hase im ersten Akt hat es ihr angetan: "Schlingensiefs reiner Tor weiß nicht, welches Tier er töten soll. Er hat den Schwan gegen ein schlichtes, symbolträchtiges Bild der Kindheit ausgetauscht. Der Einsatz des toten Hasen wurde mit Lachern quittiert. Mir dagegen eröffnete er einen anderen Blickwinkel. Ein amerikanisches Kind erschließt sich Wagner durch den Tod von Bugs Bunny. In seinem legendären Zeichentrickfilm von 1957 'What's Opera, Doc?' lässt Chuck Jones unseren geliebten Hasen von Elmer Fudd umbringen. Den ganzen Film über singt Elmer 'Kill the Wabbit' nach der Melodie des Walkürenritts. Am Ende trägt er den toten Bugs zur Walhalla hinauf." (Mehr hier und hier.)

Dazu gibt's Fotos von Mrs. Smith aus Bayreuth und - nur online - ein Interview mit ihr. Sie war in Rom als der Papst gewählt wurde und stellt fest: "Ich mag ihn - sehr sogar. Er wirkte gelöster, anders, als man ihn kannte. Er verändert sich. Sein Leben lang saß er in Zimmern und Bibliotheken und las und lehrte, und jetzt fühlt er die Liebe der Menschen. Das merkt man."

Absolut angewidert ist Diedrich Diederichsen von einem Dokumentarfilm über den Porno-Klassiker "Deep Throat": "Die Parallele zu heutigen Kulturkämpfen ist der inhaltliche Einsatz des Filmes: Ist es nicht wie heute? Bigotte Christen wollen uns unseren Porno kaputt machen! Obwohl weder die Einmischung der Mafia verschwiegen wird, noch dass Linda Lovelace von ihrem Ehemann zu den Dreharbeiten geprügelt wurde, erscheint Porno in 'Inside Deep Throat' als eine Sache der Freiheit und des Erfolges der politischen Sixties und der Linken. Als habe die schöne Pornowelt ihre Unschuld verloren, als sei die heutige Pornoindustrie nur eine spätere Verirrung. Die amerikanisch blindliberale Argumentation gegen Regeln und für Freiheit, gegen Staat und für Deregulierung und hier sogar für Porno und gegen Politik hat noch nie gefragt, um wessen Freiheit, wessen Regeln und wessen Politik es sich eigentlich handelt. Im Namen dieses Liberalismus verdrückt 'Inside Deep Throat' eine Träne für lustige Klitschen mit beseelten, verrückten Männern und wilden Frauen, die darauf schwören, dass im Gesicht verriebenes Sperma gut für die Haut sei."

Weitere Artikel: Hwan Sok-Yong berichtet vom Schriftstellertreffen in Korea. Der Philosoph Herbert Schnädelbach erkennt in dem neuen Interesse an der Religion nichts weiter als ein Verlangen nach "Ergänzung des vertrauten Erlebnisspektrums um eine weitere Facette: neben Job, Hobby, Sport, Urlaub, Beziehung nun auch noch Spiritualität". Jens Jessen widmet sich in der Reihe 50 Filmklassiker Luchino Viscontis "Rocco und seine Brüder". In der Wahlhilfe 6 erklärt Thomas Assheuer, warum wir, wenn wir die Linkspartei wählen, der CDU auf den Leim gegangen sind. Thomas Miessgang schreibt den Nachruf auf den kubanischen Sänger Ibrahim Ferrer.

Besprochen werden VA Wölffls Choreografie "Revolver", mit der die Tanzwerkstatt München eröffnet wurde, die neue Aufnahme von "Tristan und Isolde" (Nein, leider, Placido Domingo "ist kein Tristan", findet Claus Spahn), Aufführungen von Grillparzer, Horvath und Hofmannsthal bei den Salzburger Festspielen, Tim Burtons Film "Charlie und die Schokoladenfabrik" und die "Traviata" mit Anna Netrebko in Salzburg.

Claus Leggewie rezensiert im Aufmacher des Literaturteils Herfried Münklers Buch "Imperien" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr). Der Schriftsteller Bernd Wagner denkt darüber nach, warum deutsche Kritiker Kafka, Broch und Musil lieben, Robert Walser, Fallada, Remarque und Hilsenrath dagegen nicht. Das Dossier widmet sich der Übernahme von ProSiebenSat.1 durch Springer.

NZZ, 11.08.2005

In einem sehr lesenswerten Text erzählt der britische Schriftsteller Hanif Kureishi, wie er schon Anfang der neunziger Jahre in den Moscheen von Whitechapel und Shepherd's Bush auf die radikalen Prediger und religiösen Eiferer traf: "Ein Demagoge folgte dem anderen, doch der Strom der 'Predigten' riss nicht ab, während Zuhörer aller Hautschattierungen kamen und gingen. Die Brandreden richteten sich gegen den Westen, gegen die Juden und - mit besonderer Vorliebe - gegen Homosexuelle; ich zweifle, ob man derlei heute noch zu sehen bekäme." Kureishis Fazit: "Wenn die Idee des Multikulturalismus manchen Leuten Unbehagen bereitet, dann ist Monokulturalismus - welcher Art auch immer - noch eine wesentlich schlimmere Option. Politische und gesellschaftliche Systeme definieren sich nicht zuletzt durch das, was sie ausschließen, und beim konservativen Islam ist das eine ganze Menge..." (Hier das Original aus dem Guardian).

Großartige Musik hat Thomas Burkhalter in Istanbul erlebt, den Hype um die Musikkultur im aufgemotzten Stadtteil Beyoglu betrachtet er aber mit Skepsis: "Beyoglu ist eine Insel, umgeben von einem unberechenbaren Ozean - dieses Gefühl vermitteln einem die Künstlerszene und die Eliten immer wieder, wenn sie über Istanbul sprechen. Hier das bürgerlich-individualistische, zivilisiert-geordnete Beyoglu, dort die ländlichen Außenbezirke, in denen Anarchie, Bestechung und Betrug, Armut und Chaos herrschen. Früher galten Istanbuls Außenviertel als Beispiele erfolgreicher Stadtentwicklung... Heute sehen die Bewohner Beyoglus in den Außenbezirken die Welt des Arabesken, eine Lebenskultur, die alle schlechten Manieren in sich zu vereinen scheint - Korruption, Vetternwirtschaft, Mafia, Schlepperei, Misogynie. Arabeske 'Hinterwäldler' tanzen zu kitschiger Musik: zu heftig verzierenden Streichern, Synthesizer-Sounds aus den achtziger Jahren, Drum-Computern und theatralischem türkischem Gesang."

Besprochen werden die Ausstellung zeitgenössischer japanischer Kunst "Chikaku" im Kunsthaus Graz und Bücher, darunter John Reeds Reportage aus dem Mexiko des Jahres 1914 "Eine Revolutionsballade" und Jorge Francos Roman "Paraiso Travel" (mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr).

FAZ, 11.08.2005

Im Aufmacher zitiert Christian Schwägerl eine Studie des mit demografischen Fragen befassten Berlin-Instituts, nach der die Bevölkerungsstatistik nur dann aufzubessern ist, wenn die nicht mehr ganz jungen Frauen aus den geburtenstarken Jahrgängen schnell noch 750.000 Kinder kriegen. Patrick Bahners lässt nochmals den Tag am Bundesverfassungsgericht mit Otto Schily und Bernhard Schlink Revue passieren. Eleonore Büning muss in der Leitglosse anlässlich eines Besuchs des Rossini-Festivals in Pesaro konstatieren, dass Anna Netrebko im Kernland des Belcanto ein absoluter Nobody ist. Eberhard Rathgeb beschreibt das Warten der Stadt Kassel auf einen Besuch der Kandidatin Merkel. Thomas Wagner greift den Fall des Kopfs eines Fötus auf, der von dem chinesischen Künstler Xiao Yu - und zwar aus Achtung vor dem Leben, wie dieser jetzt bekundet - auf den Körper einer Möwe montiert wurde. Kolja Mensing wundert sich über den Erfolg von Jan Weilers Büchern mit Schnurren aus seiner angeheirateten italienischen Familie (bestellen Sie hier und hier). Uwe Walter gratuliert dem Historiker Karl-Ernst Jeismann zum Achtzigsten.

Auf der Kinoseite gratuliert Andreas Kilb der Schauspielerin Emmanuelle Beart zum sage und schreibe Vierzigsten (bei Schauspielerinnen scheint die FAZ ein früheres Verfallsdatum anzusetzen, deutsche Professoren kriegen ihre ersten Nachrufe erst mit sechzig). Michael Althen und Peter Körte unterhalten sich mit dem Dokumentarfilmer Randy Barbato über seinen Film "Inside Deep Throat". Verena Lueken sammelt Eindrücke vom Filmfestival in Locarno. Und Peter Körte liest eine Studie über die Figuren von Rauchern in jüngeren Hollywoodfilmen (es rauchen meist Loser, stellt sich da heraus).

Auf der Medienseite ergründet Stefan Niggemeier den tieferen Sinn der Programmplanungen bei RTL. Und Jordan Mejias schreibt einen Nachruf auf den schwarzen Verleger John H. Johnson, den Erfinder der Zeitschriften Ebony und Jet.

Auf der letzten Seite erkundet Rainer Hank, "was Thomas Manns Joseph-Roman mit dem New Deal und unserer Wirtschaftskrise zu tun hat". Katja Gelinsky stellt den Rabbiner David Dalin vor, der mit seinem Buch "The Myth of Hitler's Pope" den Papst Pius XII. rehabilitieren will (hier ein Artikel des Autors zum Thema). Und Jürgen Kaube würdigt den Betriebswirtschaftler Horst Albach, der in den Orden pour le merite aufgenommen wird.

Besprochen werden eine Ausstellung mit Porträts von Hans Memling in Brügge, Kim Ki-Duks neuer Film "Bin Jip", Konzerte beim Menuhin-Festival im schweizerischen Saanenland und die "Phaidra" nach Euripides in Arpad Schillings Salzburger Inszenierung.
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TAZ, 11.08.2005

Auf der Meinungsseite spricht der Historiker (mehr) Gabriel Kolko über den Zweiten Weltkrieg und seine Folgen in Asien. Den Aufstieg Chinas erklärt er so: "Menschen sind meist nicht per se Revolutionäre. Lenins Macht war das Produkt des Ersten Weltkriegs. Der Zweite löschte in China die Mittelschicht aus, die Realeinkommen fielen bis 1943 um bis zu 90 Prozent. Die katastrophale Inflation trieb viele Leute zu den Kommunisten. Die Menschen waren keine Marxisten-Leninisten, sondern wollten, dass China wieder groß wird, sie waren Nationalisten. In Vietnam führten die Kommunisten den Sturm auf die Reislager an. Die Mobilisierung in China und Vietnam basierte auf nationaler Identität, die Kommunisten dort waren sehr nationalistisch. Chinas KP wuchs von 40.000 Mitgliedern 1937 auf 4,5 Millionen 1949. Die Kommunisten waren in China die führende Kraft gegen ausländische Interventionen, in dem Fall der Japaner. Die Kuomintang dagegen war völlig korrupt. Die Kommunisten standen für ein China, das produktiv und nationalistisch war. Dieser Nationalismus ist noch heute der Kern der kommunistischen Herrschaft in China. Gäbe es dort heute Wahlen, würden die Kommunisten wohl gewinnen, weil sie China wieder stark gemacht haben."

Im Kulturteil informiert uns Martin Schneider, dass die Mehrheit der Parteien ein Kulturministerium mit neuen Kompetenzen fordert. Katrin Bettina Müller kommentiert diese Forderung und fragt nach der politischen Ernsthaftigkeit dieses Engagements. Detlef Kuhlbrodt erinnert sich an eine indianisch geprägte Kindheit im Schatten von Bad Segeberg. Und der Ästhetikprofessor Gerhard Seel meint zu Xiao Yus umstrittenem Fötus-Objekt in der Berner Schau Mahjong: "Ich würde den vorliegenden Sachverhalt nicht dramatisieren."

Besprochen werden: Kim Ki-Duks Film "Bin Jip" ("Wann durfte man auf der Leinwand je eine so schöne, leichte, ja schwerelose Liebe sehen?", schwärmt Anke Leweke), Jörn Hintzers und Jakob Hüfners episodische Fake-Doku "Weltverbesserungsmaßnahmen" und Konstantin Faigles Komödie "Die große Depression".

Schließlich Tom.

Welt, 11.08.2005

Wieland Freund fühlt sich durch die Heuschrecken-Debatte und die Debatten um die Korruption in der deutschen Wirtschaft an den Roman "Soll und Haben" von Gustav Freytag erinnert, der "seines unerträglichen Antisemitismus wegen nach 1945 unlesbar" wurde: "Derzeit ist überhaupt nur eine Ausgabe von 'Soll und Haben' lieferbar; und nicht umsonst ist sie bei Manuscriptum erschienen, einem Verlag, der dem Unternehmen Manufactum zugehört, das so beruhigende Gegenstände wie Pflaumenentsteiner, Seihtücher, Marmeladentrichter anbietet. Der Manufactum-Slogan: 'Es gibt sie noch, die guten Dinge.'"

Im Magazin porträtiert Manfred Quiring die russische Erflogsautorin Oxana Robski, die mit ihren Society-Romanen Riesenauflagen erreicht: "Die Romane spielen an der Rubljowskoje-Chaussee am südwestlichen Stadtrand von Moskau. Reklameschilder werben mit Sprüchen wie 'Häuser aller Art, ein Hubschrauber als Geschenk' um Klienten - die Chaussee ist eine Art Naturschutzgebiet für Rußlands Millionäre und Milliardäre. 110 Milliarden, rund ein Viertel des russischen Bruttoinlandsproduktes, sind laut Forbes-Magazin in den Händen von 36 Russen, von denen die meisten ihre Häuser an der 'Rubljowka' haben, wie die Moskauer die Chaussee nennen."

FR, 11.08.2005

In der nur als e-paper zugänglichen Kultur-Beilage der FR macht sich Thomas Panzer höchst ausgeschlafene Gedanken über die Zusammenhänge von Konservativismus und Lärmschutz. "Lärm findet zunächst nicht unter dem Fenster statt, vor dem man schläft, sondern in einem Bewusstsein, das denkt, bei dem Lärm da draußen nicht schlafen zu können. Was als Gedacht-Gehörtes zunächst einmal nichts anderes ist als Konvention und Vorurteil. Daran sollten wir denken, wenn wir das nächste Mal zum Hörer greifen, um die Polizei zu rufen. Wer auf Machterhalt beharrt, ruft gern nach Ruhe und Ordnung..."

Weiter: Jürgen Otten porträtiert den polnischen Pianisten Piotr Anderszewski. Ritchie Blackmore (Ex-Deep Purple) und Candice Night plaudern mit Jürgen Roth über die Schönheit deutscher Renaissancemusik.

Im Kulturteil schickt Heike Kühn einen Bericht vom Filmfestival Locarno, wo sie besonders der deutsche Beitrag "3 Grad kälter" lehrte, dass sich immer noch zu viele deutsche Regisseure in einer ebenso faulen wie fatalen Innerlichkeit suhlen. In der Kolumne Times Mager macht sich Elke Buhr anlässlich des Berner Kunstskandals für den Respekt vor dem menschlichen Leichnam stark.

Besprochen werden Tim Burtons genialische Roald-Dahl-Verfilmung "Charlie und die Schokoladenfabrik", Kim Ki-Duks Liebesgeschichte "Bin-Jip", Jörn Hintzers und Jakob Hüfners Fake-Dokumentation "Weltverbesserungsmaßnahmen" und Arpad Schillings Salzburger Inszenierung der "Phädra".

SZ, 11.08.2005

Matthias Aumüller empört sich über die neue russische Werkausgabe der Schriften des Literaturtheoretikers Michail Bachtin, die auch Bachtins Autorschaft jener Bücher und Aufsätze reklamiert, die unter den Namen Valentin Voloschinovs und Pavel Medvedevs veröffentlicht wurden. Die beiden Freunde Bachtins wurden in den dreißiger Jahren Opfer der stalinistischen Säuberungen. "Skandalös ist dies, weil die Autorschaft Bachtins bislang unbewiesen ist und prinzipiell genauso viel für die entgegengesetzte These spricht, dass Medvedev und Voloschinov Mitautoren von Bachtins Buch aus dem Jahre 1929 waren. Fast alles nämlich, was Bachtin vorher und später geschrieben hat, blieb unvollendet oder wurde erst gar nicht publiziert."

Die Frage "Wer wird wohl Schröder malen?" beschäftigt Holger Liebs in einem bilanzierenden Artikel über Schröder und die Kunst: "Immendorff scheidet wohl aus nach seiner Kokain-Affäre. Und Neo Rauch? Der Maler hemdsärmeliger Arbeiter, die schuften, ohne ans Ziel zu kommen, wäre ein angemessener Kandidat."

Weiteres: Petra Steinberger schickt einen Stimmungsbericht aus dem Londoner EastEnd nach den Terroranschlägen. Anke Sterneborg berichtet, dass die Schauspielerin Franka Potente erstmals Regie geführt hat. Tobias Kniebe hat mit dem Comiczeichner und "Sin-City"-Regisseur Frank Miller gesprochen. Reinhard J. Brembeck widmet sich der Frage, wie der Archäologe Vinzenz Brinkmann mit seinen "bunten Göttern", die er nach Entdeckung bunter Originalbemalung antiker Marmorstatuen rekonstruierte, das Bild der Antike verändert hat. "fius" teilt mit, dass der umstrittene amerikanische Biochemiker J. Craig Venter die 'Jeremy Norman Collection' gekauft hat, eine Sammlung historischer Forschungsdokumente aus der so genannten klassischen Periode der Molekularbiologie. "gsl" äußert Zweifel an der Wiederentdeckung sagenumwobener Klöster in Russland und Ägypten, die jüngst durch die Medien geisterten.

Besprochen werden Frank Millers, Robert Rodriguez und Quentin Tarantinos Comic-Verfilmung "Sin City" ("Die volle Härte, schwarzweiß mit ein paar monochrom flackernden Farbmomenten, in brutalen, die Zeit zerfetzenden Einstellungen. Morituri total", findet Fritz Göttler), Kim Ki-Duks Großstadtmärchen "Bin Jip", Arpad Schillings Inszenierung von "Phaidra" beim Salzburger "Young Directors Project" und Bücher, darunter Volker Brauns neuer Gedichtband "Auf die schönen Possen" (mehr ab 14 Uhr in unserer Bücherschau des Tages).