Magazinrundschau

Flussschlamm und Fischschleim

Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag Mittag
21.06.2022. Der nächste Krieg könnte im ehemaligen Jugolsawien losgehen, prophezeit die New York Times mit Blick auf Milorad Dodik, Herrscher der Republika Srpska in Bosnien-Herzegowina. Mayar Narancs versteht die Ankündigung der totalen Überwachung regierungsunabhängiger Medien in Ungarn als Warnung, brav zu sein. La vie des idees empfiehlt die japanische Netflixserie "The Journalist". In Novinky antwortet der tschechische Rechtsphilosoph Jiří Přibáň auf Étienne Balibar, Jürgen Habermas und Noam Chomsky, die dem Westen im Ukrainekrieg Scheinheiligkeit vorwarfen. Im Guardian singt Orhan Pamuk ein Liebeslied auf die Fotos von Dayanita Singh.

New York Times (USA), 18.06.2022

Der nächste Krieg könnte im ehemaligen Jugolsawien losgehen. Joshua Hammer porträtiert den Politiker Milorad Dodik, der die gemeinschaftliche Regierung von Bosnien und Herzegowina boykottiert, seit er die serbischen Verbrechen gegen die Menschlichkeit nicht mehr leugnen darf. Und in einer Atmosphäre der Leugnung und der Verschwörungstheorien gedeiht dieser Politiker: "Seit er die Macht in der Republika Srpska übernommen hat, hat er sie nach Ansicht seiner Kritiker in sein persönliches Lehen verwandelt. 'Er kontrolliert jetzt alles,' sagt mir Leila Bičakčić. "Öffentliche Ausschreibungen, Auftragsvergaben, Infrastrukturarbeiten, alles führt zu ihm zurück.' Drasko Stanivuković, der Bürgermeister von Banja Luka, hat in den sozialen Medien behauptet, dass Dodik und seine unmittelbare Familie versteckte Anteile an siebzig Unternehmen angehäuft haben - viele davon im Besitz von Verwandten, Freunden und Geschäftsfreunden. Dodik weist die Korruptionsvorwürfe mit einem Lachen zurück. 'Die Leute in Amerika mögen Kriminelle wählen, aber hier passiert das nicht', sagt er."

In einem epischen Artikel (die New York Times schätzt ihn auf 1 Stunde 20 Lesezeit) erzählt Emily Bazelon von der steinigen Arbeit der "World Professional Association for Transgender Health (WPATH)" die angesichts eines Booms von geschlechtsumwandlungswilligen Teenagern neue Standards entwickeln soll. In Amerika sind die Mediziner umstellt von extrem populistischen Politikern der Rechten, die das Thema mit Häme ausbeuten und hintertreiben, und Aktivisten aus der Szene: "Deren Reaktion traf sie noch härter, wie es die Kritik von Kollegen und Verbündeten oft tut. Sie bezog sich auf zwei der Bedingungen, die der Entwurf für die Einnahme von Pubertätshemmern und Hormonen für Jugendliche vorsah. Erstens, so der Entwurf, sollten Kinder und Teenager nachweisen, dass sie sich 'mehrere Jahre' durchgehend als ein anderes Geschlecht identifizieren oder sich typischerweise wie ein anderes Geschlecht verhalten, um Kinder mit einer langen Vorgeschichte von denen zu unterscheiden, deren Identifizierung erst seit kurzem besteht. Und zweitens sollten sie sich einer umfassenden diagnostischen Untersuchung unterziehen, um den psychologischen und sozialen Kontext ihrer Geschlechtsidentität zu verstehen und um herauszufinden, wie sie sich mit anderen psychischen Erkrankungen überschneiden könnte." Aktivisten empfinden das als eine diskriminierende Zumutung, während republikanische Politiker in Staaten wie Florida diesen Bereich der Medizin ganz aus allen Programmen medizinischer Hilfe herausnehmen wollen.

Novinky.cz (Tschechien), 09.06.2022

Unter dem Titel "Die Alten und der Krieg" - setzt sich der in Cardiff lehrende tschechische Rechtsphilosoph Jiří Přibáň mit den Reaktionen westlicher Philosophen - Étienne Balibar in Frankreich, Jürgen Habermas in Deutschland und Noam Chomsky in den USA - auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine auseinander und kommt in seinem Essay zu dem Schluss: "Trotz aller Unterschiede haben Habermas' Warnung vor einer Ethik der Überzeugung, die eine jüngere Politikergeneration zur Unterstützung eines gerechten Kriegs selbst zum Preis des höheren Risikos eines Atomkonflikts mit Russland bewege, und Chomskys Verurteilung der Scheinheiligkeit und niederen Beweggründe des Westens etwas gemeinsam, nämlich den tiefen Glauben, dass die Kritik eine moralisch höhere und wichtigere Tätigkeit ist als die eigentliche politische Entscheidungsfindung und deren Motive. Doch in Wirklichkeit", so Přibáň, "vermögen weder die politische Kritik noch ihre Theorien universell gültige Grundlagen der Politik oder Moral liefern." Den Westen der Scheinheiligkeit zu bezichtigen, sei an sich trivial, meint Přibáň und geht noch weiter: "Eine freie Gesellschaft kann nur funktionieren, wenn sie ein Mindestmaß an scheinheiligem Handeln ermöglicht. Die liberalen westlichen Demokratien sind selbstverständlich in dem Sinne scheinheilig, dass sie mit zweierlei Maß messen und sich mit den unterschiedlichen politischen Konflikten der Welt auf selektive Weise befassen." Der grundlegende Unterschied zu autoritären Regimes liege jedoch darin, dass in den Demokratien die Scheinheiligkeit Gegenstand der Kritik sei und man zugleich den ursprünglichen Wertmaßstäben Bedeutung beimesse. "Eine Welt ohne Scheinheiligkeit - das ist der Traum aller Tyrannen, denn in einer solchen Welt lassen sich Gefühle und Gedanken eines jeden Menschen kontrollieren. Regeln und Wertestandards sind dort nicht wichtig, darum kümmern sich die Ministerien der Wahrheit, die noch aus den grausamsten Kriegen einen Friedenskampf machen."
Archiv: Novinky.cz

Magyar Narancs (Ungarn), 21.06.2022

"Wenn wir über die Verteidigung der Souveränität sprechen, wird das geheimdienstliche Ausforschen jener zivilgesellschaftlichen Organisationen, die vom Ausland finanziert werden, oder jener Medien, die ganz offensichtlich in ausländischen Diensten stehen, unerlässlich sein", erklärte vergangener Woche der Fraktionsvorsitzende der Regierungspartei, Máté Kocsis. Ein ungezeichneter, redaktioneller Kommentar in Magyar Narancs meint dazu: "Was der Fraktionsvorsitzender jetzt wünscht, ist die totale Überwachung jener Organisationen und Medien, die vom Staat und/oder von der Fidesz (noch) unabhängig sind - was gleichbedeutend ist mit der offenen Vernichtung der Meinungs- und Pressefreiheit. Mit einigen gezielten Gesetzesänderungen kann alles, was angeblich die Interessen Ungarns verletzt, strafrechtliche Konsequenzen haben. Dies ist eine offene Warnung. Es geht weniger um die Organisationen und die unabhängigen Redaktionen selbst, sondern um die gesamte Bevölkerung: wer sich nicht so benimmt, wie das System es verlangt, der soll sich fürchten und etwas zu verlieren haben. So werden wir nur noch einen Schritt von der Welt entfernt sein, die Kafka oder Orwell beschrieben haben, und die aktuell als Putins Russland oder Erdoğans Türkei bezeichnet wird."

Coda (USA), 26.05.2022

Insbesondere unter der Biden-Administration hat die digitale Überwachung von Flüchtlingen und Migranten erheblich zugenommen, berichtet Erica Hellerstein: Statt Flüchtlinge in Heimen unterzubringen, werden ihre Bewegungen und Verhaltensweisen fortlaufend mit technologischen Gadgets protokolliert. Dieses politische Programm namens "ATD" ("Alternative to Detention") ruht auf drei Säulen: "einer GPS-gesteuerten Fußschelle, einem telefonischen Berichtsystem auf Grundlage von Check-Ins des Überwachten mittels Stimmerkennungssoftware und einem zunehmend gängiger werdenden mobilen Check-In über eine App, die auf Gesichtserkennungssoftware basiert. ... Bei diesem Check-In müssen die Leute ein Foto von sich hochladen, welches mit einem Foto von ihnen abgeglichen wird, das zu Beginn der Verfahrensweise von ihnen gemacht wurde. Auch protokolliert die App die GPS-Daten der Teilnehmer, um ihren Aufenthaltsort zu bestätigen." Hinter dieser Technologie steckt SmartLINK, das wiederum von "B.I. Inc. geleitet wird, eine Tech-Firma, die ursprünglich Vieh überwachte, nun aber Gefängnisse mit Technologien versorgt und eine Tochterfirma der GEO Group ist, einer Firma, die privat Gefängnisse betreibt, darunter mehr als 100 Staats- und föderale Gefängnisse, Verwahrungsheime und ähnliche Einrichtungen im ganzen Land. ... Politisch betrachtet, ist es nicht schwer zu verstehen, warum diese Lösung für die Beamten der Biden-Administration so naheliegt: Die Ruppigkeit der Republikaner in Migrationsfragen hat die Demokraten lange defensiv wirken lassen. Indem sie die Geografie der Verwahrung ins Digitale verschieben, stehen liberale Politiker nun im Hinblick auf die Migrationspolitik neu da. ... Überwachungstechnologie ist inhärent schwer zu visualisieren und zu illustrieren. 'Das depolitisiert die Technologie effektiv, weil die Leute sie einfach nicht in ihren Kopf gepackt bekommen', sagt Austin Kocher, der an der Syracuse University zur Politik der US-Immigration forscht. 'Während die Republikaner sehr simple Ideen umsetzen wollen und sehr simple Zäune aus Beton bauen wollen, auf die man gut mit dem Finger zeigen und gegen die man mobilisieren kann, sind die Demokraten deutlich effektiver darin, diese Technologien durch ihre Diffusion in die Gesellschaft zu depolitisieren.'"
Archiv: Coda

Prospect (UK), 17.06.2022

Tomiwa Owolade hat sich in britischen Verlagen umgehört, welche Ansichten zu Rasse und Geschlecht bei ihnen noch toleriert werden. Viele Verlage setzen recht enge Grenzen, wollten sich dazu aber nicht äußern. Zu links? "Mark Richards, der vor zwei Jahren den kleinen unabhängigen Verlag Swift Press gegründet hat, sagt mir, das Problem sei nicht, dass das Verlagswesen zu links sei, sondern dass viele, die in diesem Bereich arbeiten, nicht mehr liberal seien. ... Es ist jedoch erwähnenswert, dass viele Mainstream-Verlage Autoren veröffentlicht haben, die bei der progressiven Linken unbeliebt sind. Allen Lane hat Jordan Peterson, Niall Ferguson und Eric Kaufmann veröffentlicht. Douglas Murray ist bei Bloomsbury erschienen, und sein jüngstes Buch, 'The War on the West', wurde von HarperCollins veröffentlicht. Diese Autoren erhalten im Internet negative Reaktionen, aber diese verblassen im Vergleich zu den Anfeindungen gegen Kathleen Stock, J.K. Rowling und Kate Clanchy. Von rechten Männern erwartet man, dass sie umstrittene Ansichten vertreten, aber bei Frauen mit einem Mitte-Links- oder liberalen Hintergrund, die bestimmte umstrittene Ansichten vertreten, fühlt es sich fast wie ein Verrat an. Diese Frauen werden eher als Ketzerinnen denn als Ungläubige betrachtet. Und in vielen religiösen oder ideologischen Bewegungen werden Ketzer in der Regel härter bestraft als Ungläubige. Das Ausmaß an Feindseligkeit führt wiederum dazu, dass viele Verleger zögern, sie zu verlegen oder sie öffentlich zu verteidigen."
Archiv: Prospect

La vie des idees (Frankreich), 17.06.2022

Es passiert nicht häufig, dass ein trocken akademisches Magazin wie La Vie des Idées (das vom Collège de France betrieben wird), eine Netflix-Serie aufgreift. Die Japanologin Adrienne Sala schreibt hier über die japanische Serie "The Journalist", die hierzulande kaum wahrgenommen wurde. Wer sie gesehen hat, kann Sala in der Behauptung, dass diese Serie einen ungewöhnlichen Blick auf das Funktionieren der Institutionen in Japan zulässt, nur bestätigen. Nebenbei zeige die Serie "durch einige Protagonisten, vor allem weiblichen Geschlechts, die Fähigkeit zu Widerstand in der japanischen Gesellschaft". Die titelgebende Journalistin arbeitet allerdings daran, die Ehre eines Beamten wiederherzustellen, der sich umgebracht hatte, weil er es nicht ertrug, bei der Fälschung von Dokumenten mitzumachen. Das Ganze spielt auf eine Affäre in der Regierungszeit des nationalistischen Premiers Shinzo Abe an, erläutert Sala: "Die Verbindung zum Moritomo-Gakuen-Skandal, der das politische Leben in Japan von 2017 bis 2020 erschütterte, wird kaum verborgen. Wie in der Serie ging es auch in dieser politischen Affäre um den Verkauf eines öffentlichen Grundstücks zu einem Betrag weit unter dem Marktpreis für den Bau einer patriotischen Privatschule. Diese Schule stand wiederum der ultra-nationalistischen Ideologie und dem Konservatismus eines Teils der Mitglieder der Liberaldemokratischen Partei (LDP) nahe und steht mit der Nippon Kaigi - einer radikalen politischen und religiösen Organisation - in Verbindung, der auch Shinzo Abe angehört."

Guardian (UK), 21.06.2022

Dayanita Singh, File Museum, 2012. © Dayanita Singh


Orhan Pamuk singt im Guardian ein Liebeslied auf Dayanita Singhs Fotografien von Indiens zerfallenden Papierarchiven, die gerade mit dem Hasselblad Award ausgezeichnet wurde. Wenn er sie ansieht, steigt ihm sofort ein Geruch aus Flussschlamm und Fischschleim in die Nase, der ihn in die Vergangenheit beamt: "Ich sah dieselben Schränke, riesigen Ordner und Berge von Akten in den türkischen Behörden, die ich in den 1960er Jahren mit meiner Mutter und meinem Bruder besuchte, wann immer wir Impfunterlagen oder Eigentumsurkunden abholen oder eine Geburt registrieren mussten. Schon als Kind spürte ich, dass der Zauber dieses riesigen und monströsen Gebildes, das wir 'den Staat' nannten, an diesen Orten eine viel stärkere Anziehungskraft ausübte als in der Schule, bei militärischen Zeremonien oder bei den Feiern zum Tag der Republik. Was den Staat in erster Linie zu einem Staat machte, waren nicht seine Soldaten und Polizisten, sondern diese Ordner, Akten, Dokumente und Papiere. ... Der strenge, herrische Ton, in dem die meisten Beamten in den Ämtern zu uns sprachen, sowie die Tatsache, dass nie etwas reibungslos ablief (es schien immer ein Fehler vorzuliegen oder etwas zu fehlen), verstärkten unsere Wahrnehmung, dass der Staat mächtig und wir schwach waren." (Eine Ausstellung von Fotografien Singhs ist derzeit noch bis 7. August im Berliner Gropius Bau zu sehen.)
Archiv: Guardian

Elet es Irodalom (Ungarn), 17.06.2022

Der Historiker und Polonist Miklós Mitrovits beschreibt Ungarns Haltung zum Ukraine-Krieg nach zwölf Jahren Orbán-Regierung. "Die Regierung wurde zum Gefangenen der von ihr selbst erschaffenen Öffentlichkeit. Die russlandfreundliche und EU-feindlichen Regierungsnarrative der vergangenen zwölf Jahre richtete die ungarische Gesellschaft nach Osten aus. Heute sind der Mehrheit der Fidesz-Wähler Russland, China, Kasachstan und Aserbaidschan wichtiger, ja gar sympathischer als jeder EU-Mitgliedsstaat. Diese Öffentlichkeit verhält sich ausgesprochen negativ gegenüber der USA und der NATO, die Ukraine wird von vielen für ein Marionettenstaat der USA gehalten. Eine riesige Rolle spielt dabei die Propaganda der ungarischen Regierung, und offensichtlich kann sie sich nicht, vielleicht will sie sich davon gar nicht lösen. (…) Man kann sagen, dass Ungarn bisher keine Opfer für die Ukraine gebracht hatte. Weder die Regierung noch die von ihr beherrschte Öffentlichkeit sind mit dem Freiheitskampf der ukrainischen Nation solidarisch und es scheint so, dass sie auch in der Zukunft nicht bereit sind, sie zu unterstützen."

New Yorker (USA), 21.06.2022

Wie zweischneidig das Recht auf Privatsphäre ist, lernt Jeannie Suk Gersen aus zwei Büchern: Amy Gajda beschreibt es in "Seek and Hide: The Tangled History of the Right to Privacy" als ein Recht, das immer vor allem "den Interessen reicher Männer und der Elitegesellschaft" gedient hat. "Gajda weist darauf hin, dass die Begeisterung für die Privatsphäre in der amerikanischen Geschichte immer mit einer Wahrheit verbunden war, die durch die #MeToo-Bewegung bekannt wurde: Die Privatsphäre schützt das Verhalten von Männern gegenüber Frauen" und es kollidiert oft genug mit einem "Recht auf Wissen" der Öffentlichkeit. Brian Hochmans "The Listeners: A History of Wiretapping in the United States" argumentiert laut Gersen dagegen, dass Privatsphäre im Zeitalter unbegrenzter Überwachungsmöglichkeiten so kostbar wie nie ist. "Für Hochman fügt sich die Geschichte des Abhörens letztlich in die größere rassistische Tragödie der Masseninhaftierung und Überkriminalisierung ein. Genauso wie die Bestrafung und die polizeiliche Überwachung einen unverhältnismäßig großen Einfluss auf schwarze Gemeinschaften hatten, so stellt er fest, dass Schlüsselmomente in der Geschichte des Abhörens die Überwachung schwarzer Individuen beinhalten. Die Bundesregierung hörte schwarze politische Führer und Bürgerrechtsgruppen ab, von Martin Luther King, Jr. und Malcolm X bis zu den Black Panthers und der Nation of Islam. Heute, so schreibt er, ist die elektronische Überwachung 'in Fällen von Drogenhändlern in Baltimore, Einwanderern ohne Papiere in Detroit und Black Lives Matter-Aktivisten in Chicago aufgetaucht'. Es ist auffällig, dass die beiden großen sozialen Bewegungen der letzten fünf Jahre, #MeToo bzw. Black Lives Matter, den Rahmen für Gajdas und Hochmans Projekte bilden: Zu viel Respekt vor der Privatsphäre dient einerseits dem männlichen Anspruch, andererseits dient ein unzureichender Respekt vor der Privatsphäre der weißen Vorherrschaft. Das Schwanken zwischen diesen beiden Gruppen von Anliegen spiegelt nicht nur unsere instabilen moralischen Intuitionen zu sozialer Gerechtigkeit wider, die oft davon abhängen, wer der Verletzer und wer der Verletzte ist, sondern auch die realen Abwägungen zwischen Privatsphäre und konkurrierenden Anliegen."
Archiv: New Yorker