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»Niemand ist pessimistischer, was die Zukunft weißer Männer angeht, als weiße Männer.«
Dieses Buch eröffnet einen radikal neuen Blick auf ein Land, das seinen weißen Bewohnern von Generation zu Generation das Versprechen gab, naturgemäß an der Macht zu sein: Die Geschichte der weißen Männer, die Amerika präg(t)en - erstmals erzählt von einer schwarzen Frau
Die Geschichte der USA ist eine Geschichte weißer Männer, die sich über andere hinwegsetzten - über Schwarze, Frauen und andere weiße Männer. Von den Cowboys, die sich mit dem Colt in der Hand den Weg in den Westen freischossen, über
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Produktbeschreibung
»Niemand ist pessimistischer, was die Zukunft weißer Männer angeht, als weiße Männer.«

Dieses Buch eröffnet einen radikal neuen Blick auf ein Land, das seinen weißen Bewohnern von Generation zu Generation das Versprechen gab, naturgemäß an der Macht zu sein: Die Geschichte der weißen Männer, die Amerika präg(t)en - erstmals erzählt von einer schwarzen Frau

Die Geschichte der USA ist eine Geschichte weißer Männer, die sich über andere hinwegsetzten - über Schwarze, Frauen und andere weiße Männer. Von den Cowboys, die sich mit dem Colt in der Hand den Weg in den Westen freischossen, über die Baumwollfarmer, deren Erfolg am Besitz Schwarzer gemessen wurde, bis hin zu den Quarterbacks der NFL und einem Präsidenten, der Frauen zwischen die Beine greift. Eindrucksvoll und anschaulich erzählt Ijeoma Oluo wie das Ideal der weißen Männlichkeit die Gesellschaft bis heute prägt und eine Verständigung so schwierig macht.

In White America zeigt die gefeierte Autorin die wahren Konsequenzen der weißen männlichen Vorherrschaft, und entwirft eine neue Identität für weiße Männer, die eine Zukunft ohne Rassismus und Sexismus möglich macht. Eine radikale Neuschreibung der amerikanischen Geschichte und eine Abrechnung mit dem Ideal der weißen Männlichkeit.

»Wir müssen uns ehrlich damit auseinandersetzen, welcher Preis für weiße männliche Vorherrschaft bezahlt worden ist, nicht nur von Frauen, nichtbinären Menschen und Menschen of Color - sondern auch von weißen Männern.«

Das neue Buch der Nr. 1 New-York-Times-Bestseller-Autorin: »So you want to talk about race?«

»Profund, gegen den Strich und höchst erhellend.« Washington Post

Autorenporträt
Ijeoma Oluo lebt in Seattle, Washington, und ist Autorin des New York Times -Bestsellers Schwarz sein in einer rassistischen Welt (Unrast, 2019). Ihre Artikel über Race, Klasse und Intersektionalistät erscheinen unter anderem in der New York Times und der Washington Post. 2018 erhielt sie den Feminist Humanist Award der American Humanist Association. Sie gilt als eine der einflussreichsten Afroamerikaner*innen unserer Zeit.
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur Süddeutsche Zeitung-Rezension

Als weißem Mann fällt es dem Rezensenten Jörg Häntzschel offenbar nicht gerade leicht, Ijeoma Oluos Abrechnung mit "dem Land der weißen Männer" zu rezensieren, indem die schwarze Feministin über Diskriminierung von Frauen und People of Color schreibt. Einige Aspekte des Buches wie den berechtigten Zorn, der aus jeder Zeile spricht, möchte er bewusst unkommentiert lassen, da es ihm als Nicht-Betroffenen nicht zustünde, ein Urteil darüber zu fällen. Die Mängel in der Gewichtung der Inhalte, ihrer Anordnung und Auswahl sowie der Übersetzung allerdings haben nichts mit race und gender zu tun, so der Rezensent, und können, ja müssen daher aufrichtig von ihm kritisiert werden. So bemängelt Häntzschel beispielsweise, dass die wirklich interessanten, neuartigen Überlegungen und Fakten, sowie wichtige Fragen in diesem Buch viel zu kurz kommen - gerade hier fehlen oft die Argumente, wodurch spannende Thesen bloße Behauptungen blieben. So wird der interessante Gedanke, dass die Diskriminierung in den USA eine "Kultur der Mittelmäßigkeit" erzeugt habe, da ein ehrlicher Wettbewerb gar nicht möglich sei, lediglich gestreift, stattdessen werden Gemeinplätze ausgewalzt und Themen besprochen, die dem Kritiker zufolge wenig zur Sache tun. Und dann ist da noch die ungenaue Übersetzung, die teilweise das Verständnis dieses etwas wirren Buches zusätzlich erschwert, so der eher enttäuschte Rezensent.

© Perlentaucher Medien GmbH
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Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 07.05.2021

Einigkeit
vorausgesetzt
Ijeoma Oluo über Rassismus und Mittelmaß der USA
Ijeoma Oluo ist Schwarze und Feministin, doch in ihrem neuen Buch zählt sie ihre Gegner, die weißen Männer, auf listige und überzeugende Weise anfangs ebenfalls zu den Opfern von Rassismus und Frauenfeindlichkeit. Ausschluss und Diskriminierung verhinderten den gesunden gesellschaftlichen Wettbewerb, schreibt sie, weil statt der besten eben immer die weißen Männer Professoren, CEOs und Präsidenten werden und dann auf ihren Posten alles tun, um Frauen, Schwarze und People of Color auch weiter auszuschließen. So sei eine Kultur der Mittelmäßigkeit entstanden, die das Land hemme und schwäche – und darunter litten am Ende auch die Weißen selbst.
„Mediocre. The Dangerous Legacy of White Male America“ lautet denn auch der Originaltitel ihres Buchs, das in den Vereinigten Staaten zur wichtigen Lektüre der „Black Lives Matter“-Bewegung wurde. Doch der interessante Punkt, den sie hier macht, tritt – wie auch der, dass race und class nicht gegeneinander auszuspielen sind – bald in den Hintergrund. Der deutsche Verlag hat die Komplexität folgerichtig eingeebnet und dafür die Lautstärke aufgedreht: „Das Land der weißen Männer. Eine Abrechnung mit Amerika“, nennt er das Buch. Leider trifft diese Variante den Inhalt besser.
Oluo erzählt, wie weiße Männer Frauenfeindlichkeit und Rassismus in den USA als Machtmittel erfanden und so fest in Politik, Wirtschaft, Kultur und Mythologie des Lands einschraubten, dass sie sich von Generation zu Generation immer wieder selbst reproduzierten. Jeder Fortschritt hin zu mehr Gerechtigkeit, Selbstbestimmung und weniger Diskriminierung löst sofort Korrekturmechanismen aus: Als nach dem Ende der Sklaverei Millionen Schwarze in den Norden zogen, befeuerten dort skrupellose Politiker eine neue Ära des Hasses. Als die GIs aus dem Zweiten Weltkrieg zurückkehrten, mussten die Frauen, die während ihrer Abwesenheit in den Fabriken und Büros ihre eigene Emanzipation erlebt hatten, wieder zurück in die Küche. Trotz aller Gleichberechtigungsrhetorik werden in den USA, so Oluo, mehr Firmen von einem Chef namens John geführt als von einer Frau.
Es ist nicht einfach, als weißer, männlicher Rezensent über Oluos Buch zu schreiben. Nicht, weil man selbstverständlich zu den von ihr Angeklagten zählt, sondern weil man das Buch kritisieren muss, aber ihren Hunderten Beispielen weißer, männlicher Überheblichkeit ungern ein weiteres hinzuzufügen würde. Als jemand, dessen Vorfahren nicht Sklaven waren, der nicht ständig fürchten muss, von der Polizei erschossen oder bei der Jobsuche benachteiligt zu werden, sollte man sich eines Urteils zu einigen Aspekten des Buchs enthalten – vor allem der Wut, die in jedem Satz vibriert.
Dass es über weite Strecken zusammengeschustert wirkt, hat aber nichts mit race und Geschlecht zu tun. Statt die versprochene Genealogie von Rassismus und Frauenfeindlichkeit in den USA zu schreiben, springt Oluo durch einige ohne erkennbare Logik ausgewählte thematische Felder: den Wilden Westen, den verlogenen Feminismus und Antirassismus weißer Männer (Joe Biden und Bernie Sanders kommen nicht gut weg), die Elite-Universitäten, Aufstieg und Verächtlichmachung junger, linker Politikerinnen in den letzten Jahren. Und schließlich den American Football, den im 19. Jahrhundert reiche, weiße Väter für ihre verweichlichten Söhne erfunden haben, die lernen sollten, dominante weiße Männer wie sie selbst zu werden. Und der heute zum prominentesten Austragungsort von Konflikten zwischen Schwarz und Weiß geworden ist.
In andere wichtige Territorien, die Sklaverei, die Kulturindustrie, die Bürgerrechtsbewegung, die Religion oder die militante Rechte, setzt sie indes kaum einen Fuß. Auch die Frage, in welchem Verhältnis die Diskriminierung von Frauen und die von Schwarzen zueinander steht, bleibt unbeantwortet.
Wie viele amerikanische Autoren populärer Sachbücher garniert auch Oluo ihre Argumente mit Anekdoten („Als ich vor Kurzem durch die Südstaaten reiste …“). Sie unterstellt ihren Leserinnen und Lesern ein Einermeinungsein mit ihr, das Argumente auch mal überflüssig macht (sowohl die Sicht der Republikaner als auch die der Demokraten auf „uns“, die schwarzen Wähler, sind dann einfach „ziemlich scheiße“).
Im Deutschen liest sich das noch merkwürdiger: als überschießender Monolog von jemandem, der nicht nur sein Manuskript, sondern auch seine Uhr vergessen hat. Vieles, was bekannt und unstrittig ist, führt Oluo breit aus, als hätten die Leser keine Ahnung. Neues und Überraschendes stellt sie hingegen gerne als bloße Behauptung in den Raum. Jill Abramson, die erste Chefredakteurin der New York Times, wurde nur gefeuert, weil sie eine Frau ist, schreibt sie etwa. Wenn es so war, warum belegt Oluo es nicht? Es genügt nicht, als Autor empört zu sein. Sollen die Leser die Empörung teilen, muss man ihnen schon das Material liefern.
Weiter verunklart wird der Text durch die schludrige Übersetzung. Es gibt Dutzende Stellen, die erst über den Rückweg ins Amerikanische verständlich werden. So lässt sich entschlüsseln, dass mit „Erstkandidatinnen“ first-time candidates gemeint sind, also Frauen, die sich zum ersten Mal für ein Amt bewerben, und dass Oluo natürlich writer ist, aber keine „Schriftstellerin“, sondern Essayistin oder Sachbuchautorin. Es ist auch etwas guter Wille nötig, um daran zu glauben, dass Shirley Chisholm, die 1972 für die Präsidentschaft kandidierte, eine tolle Politikerin war, weil Oluos Urteil, sie habe „saugute Arbeit“ geleistet, einen zu Unrecht daran zweifeln lässt.
JÖRG HÄNTZSCHEL
Jeder Fortschritt hin zu mehr
Gerechtigkeit löst sofort
Korrekturmechanismen aus
Ijeoma Oluo: Das Land der weißen Männer. Eine Abrechnung mit Amerika. Aus dem Amerikanischen von Benjamin Mildner. Hoffmann und Campe, Hamburg 2021.
384 Seiten, 25 Euro.
DIZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über www.sz-content.de
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»Wieder [liegt] Oluos Buch genau in der Zeit.« Philipp Oehmke Der Spiegel, 30.01.2021