Stichwort

Jean Amery

Rubrik: Feuilletons - 19 Presseschau-Absätze - Seite 1 von 2
Feuilletons 28.06.2008 […] In einem Grundsatz-Essay zum Abschluss der Werkausgabe situiert Michael Rutschky den Autor und Denker Jean Amery in der deutschen Nachkriegsbundesrepublik wie folgt: "Was seinen Essays die Überzeugungskraft verlieh, das war die philosophische Anstrengung, der er das autobiographische Material unterwarf. Die neorealistische Erzählprosa von Koeppen oder Böll oder Frisch mied zu Recht diese Stoffe, weil […] Schule wiederum, in deren Mittelpunkt programmatisch Auschwitz stand, lähmte die Geschichtsphilosophie, die immer wieder nur ohnmächtig auf den Schuld- und Verblendungszusammenhang hindeuten konnte. Jean Amery dagegen erkannte sich, sobald er aus dem KZ befreit war, im Sinne Sartres als das Subjekt, das sich selbst entwirft und erzeugt." Weitere Artikel: Dirk Fuhrig betrachtet den New Yorker Wasser […]