Stichwort

Wes Anderson

Rubrik: Im Kino - 6 Artikel

Zittriges Eigenleben

Im Kino 23.01.2013 […] Victors Dachboden-Produktion, zu dessen schönen handwerklichen Defiziten der rahmende Film selbst zwar spürbar auf Distanz geht, ohne sich jedoch völlig in schalen Perfektionismus zu flüchten: Wie Wes Anderson in "Der fantastische Mr. Fox", so legt auch Burton diesmal (anders noch als etwa in seinem letzten Stopmotion-Film "Corpse Bride") Wert darauf, dass Stopmotion-Bilder immer auch von ihrem handgemachten […] Von Thomas Groh, Nikolaus Perneczky

Tanzen, tanzen, tanzen

Im Kino 19.12.2012 […] College und leitet im Rahmen ihrer extracurricularen Aktivitäten das "Suicide Prevention Center" (vgl. zur identitätsstiftenden Bedeutung des Extracurricularen in amerikanischen Bildungskarrieren Wes Andersons "Rushmore"). Gut riechen, sich schön kleiden und tanzen, tanzen, tanzen (in erster Linie Step) - darin besteht Violets Therapieansatz, den sie mit Inbrunst und in druckreifer Diktion verteidigt: […] Von Lukas Foerster, Thomas Groh, Ekkehard Knörer, Maximilian Linz, Elena Meilicke, Nikolaus Perneczky, Jochen Werner

Einigermaßen versehrt

Im Kino 23.05.2012 […] wie vakuumverpackt.   Zugegebenerweise charmant ist dagegen, wie "Moonrise Kingdom" dem hipsterischen Inventarisierungs-Gestus eine spekulativ-pastorale Genealogie verpasst. Zu diesem Zweck haben Wes Anderson und Roman Coppola, die gemeinsam das Drehbuch geschrieben haben, die alte Geschichte von der Arche Noah ausgekramt und sie auf mehrfache Weise mit dem Schicksal von Sam und Suzy verwoben. Da findet […] im Blick habenden Hippie-Alien den sympathisch verspultesten Erdengast des Science-Fiction-Kinos aufweist, soll am Ende nicht unerwähnt bleiben. Thomas Groh Moonrise Kingdom - USA 2012 - Regie: Wes Anderson -Darsteller: Jared Gilman, Kara Hayward, Bruce Willis, Edward Norton, Bill Murray, Tilda Swinton, Frances McDormand, Harvey Keitel, Jason Schwartzman, Bob Balaban, Tommy Nelson - Länge: 97 min. […] Von Thomas Groh, Elena Meilicke

Gehobener Weltschmerz

Im Kino 12.05.2010 […] Menschenhand hält ein Buch: Roald Dahls "The Fantastic Mr. Fox". Im Titel selbst der Verweis aufs andere Medium und man liegt wohl nicht falsch mit der Vermutung, dass die Hand, die man sieht, die von Wes Anderson selbst sein muss, die Pranke eines sehr zahmen Löwen. Eines zahmen Löwen, der Welten schafft und um die von ihm geschaffenen Welten luftdichte Rahmen zieht, dafür im Innern des Rahmens alles umso […] Landschaft Landschaftsmalerei auftauchen, später), mit gehobenem Weltschmerz, gepflegten Neurosen und vermittelten Ausdrucksformen fürs Gefühl, insbesondere Popmusik. Nach der Pranke des Löwen (Wes Andersons Menschenhand): Eine symmetrisch geordnete Totale (immer ist äußerlich Ordnung in der Anderson-Welt), in der Totale unter vorüberziehendem feuer-erd-farbenem Himmel ein Hügel, in der Mitte ein e […] Fuchs, der Sportübungen macht. Dazu spielt im Walkman-Radio das Lied von Davy Crockett, legendärer Ur-Amerikaner, der in der heroisch verlorenen Schlacht um den Alamo starb. In San Antonio, Texas, Wes Andersons Heimatstaat. Das nebenbei, aber es ist eine typische Intarsie, mit der der britische Fuchs nach Amerika übergesiedelt wird, und zwar noch bevor er den Mund aufmacht und mit der Stimme George Clooneys […] Von Lukas Foerster, Ekkehard Knörer

Abgefahrener Zug

Im Kino 02.01.2008 […] Einem davonfahrenden Zug hinterher, Zeitlupe, 60s Pop. Schmeißt noch sein Gepäck, aussichtslos, der Zug ist abgefahren. Andere - um die es gehen wird ­ kriegen ihn, trotz Zeitlupe. Der neue Film von Wes Anderson - nach "Rushmore", "Royal Tenenbaums" und "Die Tiefseetaucher" - hat begonnen. Der erste in dieser Reihe, der ohne Bill Murray auskommen muss, weil der ja, wie man sieht, eingangs den Zug verpasst […] zu kommen, da im wunderbar elegant und lakonisch inszenierten kurzen Vorfilm "Hotel Chevalier" ein wenig Vorgeschichte erzählt wird). Neben familiären Zersplitterungen stehen in den Filmen von Wes Anderson immer auch kulturelle im Mittelpunkt - und die nostalgische Wehmut, die sich aus dem Bewusstsein der Zersplitterung ergibt. Ein Bewusstsein, das sich in der sorgfältigen Ausstaffierung dieser Filmwelt […] Ende sind in einer langen Kamerfahrt Zugabteile zu sehen und Figuren vom Wegesrand der Geschichte sitzen darin. Und schließlich sitzt dort, zufrieden diesen Zug erwischt zu haben, auch Bill Murray. Wes Anderson zieht einen Rahmen, das Stückwerk ist gerettet, der Abspann läuft, guter Film. Thomas Groh *** Junge Frauen verschwinden. Ein Serienmörder geht um. Die Bilder sind in rot getaucht und in blau […] Von Thomas Groh, Ekkehard Knörer