Stichwort

Aufklärung

Rubrik: 9punkt - 27 Presseschau-Absätze - Seite 1 von 2
9punkt 08.08.2020 […] expliziter Rassismus das globale Zusammenleben an seiner Wurzel." Im Welt-Interview mit Jan Küveler träumt Slavoj Zizek von einer "linken Margaret Thatcher" und hält mit Descartes die Fackel der Aufklärung gegen die Identitätspolitk hoch ("Das Cogito hat kein Geschlecht"): "Für mich gibt es zwei historische Ereignisse. Erinnern Sie sich an den Weißen, der im Zuge der Proteste verletzt und von einem […] Eintreffen von Kolumbus die Hälfte der Bevölkerung, vor allem natürlich an eingeschleppten Krankheiten. Auf der anderen Seite sollten wir uns stetig vor Augen halten, dass uns allein die europäische Aufklärung die Mittel an die Hand gab, unseren eigenen Rassismus zu bekämpfen." […]
9punkt 19.06.2020 […] Völkerkunde." Aufklärung ist mehr als Wissenschafts- und Fortschrittsgläubigkeit, meint die Romanistin Vanessa de Senarclens in der NZZ. "Die Aufklärung wurde nicht nur von einer rationalistischen und empirischen Philosophie genährt, die mit Fakten, Daten und Grafiken die Welt erklärt und weiß, wo es langgeht. ... Von Montesquieu bis Rousseau und auch bei Voltaire wird die Aufklärung von einer Strömung […] kreative Weise auseinander. Das geschieht nicht von selbst - die Auseinandersetzung muss gefördert, ein entsprechender Kontext hergestellt werden." Soll in der Debatte über Rassismus ausgerechnet die Aufklärung gleich mit vom Sockel gestoßen werden? (Unser Resümee) Immanuel Kant habe "in seinen anthropologischen Schriften den europäischen Rassismus mit begründet", hat vor einigen Tagen der Kolonialismu […]
9punkt 03.05.2018 […] So viel besser als der Islam, der so häufig kritisiert wird, ist die Aufklärung auch wieder nicht, meint die Autorin Susanne Kaiser in Spiegel online: "Die Aufklärung hat auch noch ein paar andere Dinge hervorgebracht, auf die wir uns lieber nicht öffentlich besinnen. Den Kolonialismus, den Faschismus und die Shoah zum Beispiel. Weshalb sich Juden über die zynische Wendung 'christlich-jüdische Tradition […] Tradition des Abendlandes' nur wundern können. Theodor Adornos 'Dialektik der Aufklärung' zeigt den Zusammenhang zwischen Aufklärertum und Holocaust schon 1944. Nächstenliebe kommt da nicht vor." Angesichts der ökologischen Katastrophen bedarf es einer Weltinnenpolitk, die über das Völkerrecht hinausgeht, schreibt Andreas Zielcke in Teil 2 der SZ-Serie zum Anthropozän. Die in den Verfassungen der Staaten […]
9punkt 09.03.2018 […] Eine einheitliche Aufklärung hat es nie gegeben und angesichts von Weltkriegen, Holocaust oder Sklaverei muss man sich fragen, ob man die europäische Kultur überhaupt als aufgeklärt bezeichnen könne, schreibt Urs Hafner in der NZZ. Die gegenwärtige Anrufung der Aufklärung diene nur der "Selbstvergewisserung", meint er: "Aufgeklärt sind 'wir', unaufgeklärt 'die Anderen'. Oft heißt es: Weil das Abendland […] Abendland die Aufklärung durchlaufen habe, sei die westliche Gesellschaft freiheitlich, tolerant, individualistisch, humanitär - und christlich. 'Der Islam', der dies alles nicht sei, brauche daher dringend eine Aufklärung, er müsse den Rückstand aufholen. Sämtliche Differenzen innerhalb der arabischen und islamischen Welt verschwinden in dieser einfältigen Sicht." […]
9punkt 15.02.2018 […] g. Außerdem diagnostiziert er in Zeiten des Populismus von links und rechts eine Wiederkehr der Romantik und insbesondere der Politik der Authentizität und erklärt, weshalb wir umso mehr auf die Aufklärung angewiesen sind: "Eines der Ideale der Romantik ist, dass Menschen von Natur aus tugendhaft sind. Und dass ihre Tugendhaftigkeit von einem starken, charismatischen Führer verkörpert werden sollte […] deswegen die Mechanismen der Demokratie abbauen muss. Die populistische Rechte dämonisiert diese gerne als Verwaltungsstaat, als 'tiefen Staat'. Aber der demokratische Staat ist eine Erfindung der Aufklärung, um die Defizite des Menschen auszugleichen, eine Gegenmaßnahme gegen die Authentizität." […]
9punkt 30.11.2017 […] abgewertet worden, und diese Abwertung wirkt noch heute nach, wenn im Europa der Gegenwart von manchen behauptet wird, der Islam sei nicht zur Aufklärung fähig. Es besteht also kein Grund, einseitige Forderungen an die Muslime zu stellen. Die Debatte über die Aufklärung betrifft uns alle, wenn auch auf verschiedene Weise. " Mit Schaudern betrachtet Thomas Assheuer in der Zeit das neue Sozialkreditsystem […] Der Islamwissenschaftler Ulrich Rudolph greift ein in die NZZ-Debatte um Aufklärung und Islam und macht darauf aufmerksam, dass es aufklärerische Autoren auch in nicht westlichen Kulturen gegeben hat. Wichtig ist ihm auch der Punkt, "dass man die europäischen Denker des 17. und 18. Jahrhunderts nicht ideologisch überhöhen sollte, sondern kritisch fragen muss, wie sie selbst mit intellektuellen Traditionen […]