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Auschwitz

Rubrik: Efeu - 20 Presseschau-Absätze - Seite 1 von 2
Efeu 25.02.2020 […] den Ärger: Die Serie fabuliert sich über Auschwitz ziemlich was zusammen, etwa ein Schachspiel unter Nazis, bei dem für jede geschlagene Figur ein Jude getötet wird. "Für die Gedenkstätte Auschwitz ist die Darstellung des Schachspiels 'nicht nur eine gefährliche Torheit und Karikatur, sie ist auch eine Einladung an künftige (Holocaust-)Leugner'. ... War Auschwitz, so wie es war, nicht Horror genug? Warum […] Schriftsteller Max Czollek im Dlf Kultur. Auschwitz was full of horrible pain & suffering documented in the accounts of survivors. Inventing a fake game of human chess for @huntersonprime is not only dangerous foolishness & caricature. It also welcomes future deniers. We honor the victims by preserving factual accuracy. pic.twitter.com/UM2KYmA4cw- Auschwitz Memorial (@AuschwitzMuseum) February 23, 2020 […]
Efeu 31.07.2019 […] 'Untergegangenen und die Geretteten', die Täter und die Opfer, die Guten und die Bösen den Aggregatzustand von Auschwitz durchlebt hatten. Er wollte auch sicherstellen, dass niemand nach Auschwitz so weiterleben konnte, als habe es Auschwitz nicht gegeben. Die Menschheit hatte sich in Auschwitz erkannt. Es wäre ein Verbrechen gewesen, sich dumm zu stellen und hinter diese Erkenntnis zurückzufallen." […] Primo Levi in den 60ern bei der Lektüre (Quelle) Heute vor 100 Jahren wurde der Auschwitz-Überlebende Primo Levi in Turin geboren. Er legte frühzeitig literarisches Zeugnis über die Ermordung der Juden durch die Deutschen ab und wurde so zu "einem der bedeutendsten Autoren des 20. Jahrhunderts", schreibt Arno Widmann in der FR. "Levi wollte nicht anklagen, sondern verstehen. Weil er wissen wollte […] kann. Auch weil Levi - lange bevor sich im Gefolge der gleichnamigen Zeitzeugen-Doku der Begriff Holocaust, die zeithistorische Forschung und das Fernsehphänomen der Zeitzeugen-Dokus etablierten - Auschwitz als Hölle beschrieb, im Sinne Dantes." Außerdem erinnern Ulrich Gutmair (taz) und Maike Albath (Tagesspiegel) an Levi. Der BR bringt eine einstündige Lesung aus Levis "Ist das ein Mensch?". In der […]
Efeu 01.12.2018 […] Reichwein ab, was den Versuch der FAZ betrifft, eine neue Auschwitz-Debatte um Martin Walser loszutreten (mehr dazu hier und hier). Die Reihung Golgatha, Verdun, Auschwitz und Hué in dem im Original 1968 erschienenen, im neuen Band "Spätdienst" wieder ans Tageslicht gekommenen Walser-Gedicht verortet er vor dem zeithistorischen Hintergrund: "Auschwitz- und Völkermord-Vergleiche waren im Protestmilieu gegen […] gegen den 'faschistisch-imperialistischen' Vietnamkrieg damals an der Tagesordnung. Gerade diejenigen, die sich wie Walser intensiv mit den Nazi-Verbrechen auseinandersetzten ('Unser Auschwitz' heißt sein Aufsatz zu den Prozessen von 1965), hatten dieses Anliegen. Sie deuteten das Schweigen der Bundesregierung zum Vietnamkrieg als Zeichen einer mangelnden Aufrichtigkeit der deutschen Vergangenheitsb […]
Efeu 30.11.2018 […] Christian Metz' in der FAZ geäußerte Kritik an einem Gedicht Martin Walsers, in dem dieser laut Metz Auschwitz verharmlose (unser Resümee), basiert auf einer Fehllektüre, hält Iris Radisch ihrem Kollegen in der Zeit vor, wo das im neuen Band "Spätdienst" wiederaufgetauchte Gedicht ursprünglich 1968 erschienen war. Walser kritisiere in dem Gedicht "eine ins metaphysische Fatum verliebte Publizistik […] Die Ironiesignale sind klar gesetzt: Das Feuilleton agiert 'holzschnitthaft', es 'feiert feierlich' mal dieses, mal jenes Menschheitsverbrechen, wie die Feiertage gerade fallen, Golgatha, Verdun, Auschwitz, Hué. Das ist unmissverständlich: blanker Hohn. Dahinter steckt: eine Kritik der Instrumentalisierung von Menschheitsverbrechen zu feuilletonistischen Zwecken." Katharina Lipowsky ist für die taz […]
Efeu 09.03.2016 […] Filmstill aus "Son of Saul". Bereits in Cannes wurde László Nemes' Auschwitz-Drama "Son of Saul" heftig diskutiert. Bei der Oscarverleihung wurde er als "bester fremdsprachiger Film" ausgezeichnet. Kommenden Donnerstag läuft der Film nun in Deutschland an. Insbesondere sein ästhetisches Konzept beschäftigt die Kritik: Nemes filmt unter großzügigem Einsatz von Unschärfebereichen und im gedrängten […] Ton keinerlei Hemmungen auf. Und zeigt damit, dass er das Bilderverbot nicht wirklich verstanden hat. Denn keine Bilder, das hieß doch, so lange es galt: die existentielle Leere auszuhalten, die Auschwitz ist. Eben kein Ort für Geschichten, wie das Kino sie erzählt oder der Roman. In 'Son of Saul' müssen wir, was wir nicht sehen, hören. Schreie, Röcheln, Trommeln, Treten gegen die Wände. Ohrenbetäubend […]
Efeu 18.05.2015 […] Zuschauer spalten werde. Das tut er, keine Frage. Doch das ändert nichts daran, dass er über die historische Realität von Auschwitz-Birkenau wenig erzählt." Jan Schulz-Ojala (Tagesspiegel) bescheinigt dem Film immerhin, einen "ehrenvollen Versuch" darzustellen, das Grauen von Auschwitz einerseits zu bebildern, andererseits aber auch genau das nicht zu tun. Doch es werde davon "nicht viel mehr bleiben als […] In der Wiederholung von Gesten und Großaufnahmen entstehen zirkuläre Muster, Rituale des Begehrens und Entsagens." Einen internationalen Überblick bietet Keyframe Daily.   Auch auf László Nemes" Auschwitz-Drama "Son of Saul" kommen die Kritiker nochmals zu sprechen (siehe auch unser Efeu vom Samstag). Cristina Nord (taz) berichtet von einem sich schleichend breit machenden Unbehagen während der Vorführung: […]