Stichwort

Islam

Rubrik: Blog - 15 Artikel

Ausnahmslos Differenz

Redaktionsblog - Im Ententeich 13.01.2016 […] Kette an Folgerungen. Es ist ein Kennzeichen des Antirassismus, dass er sich die Muster des erklärten Feindes zu eigen macht. Pascal Bruckners Formel vom "Rassismus des Antirassismus", die er in der Islam-Debatte von 2006 prägte, trifft zu. Der Antirassismus ist jene Schule der Linken, die im "weißen Mann" die einzig agierende Kraft der Geschichte sieht. Alle anderen sind nicht nur exkulpiert, es wird […] Von Thierry Chervel

Löst Religion das Problem mit der Religion?

Redaktionsblog - Im Ententeich 19.10.2015 […] interreligiösen Liebesbotschaft. Pater Paolo ist bei seinen religiösen Exerzitien vor vierzig Jahren das Wort "Islam" als Phantomschrift am Horizont erschienen, erzählt Kermani in seinem Buch "Ungläubiges Staunen". Pater Paolo hat daraufhin die Gemeinde von Mar Musa aufgebaut und sich der Liebe zum Islam und den Muslimen verschrieben und stößt damit auf die innigste Bewunderung Kermanis, dessen "Ungläubiges […]

Kunst war eh nie frei

Redaktionsblog - Im Ententeich 06.05.2015 […] viel Verve legte er den Unterschied zwischen horizontalem und vertikalem Gottesbezug dar. Ein horizontal strukturiertes Christentum könne die Blasphemie vom Staat ahnden lassen, während im vertikalen Islam der Gläubige selbst und direkt zuständig sei. Dass man, wie Frankreich es tut, Blasphemie einfach gar nicht ahndet, weil sich religiöse Dogmen - anders als Menschen - angreifen lassen müssen, stand […] Von Thekla Dannenberg

Ein Wald aus Verboten

Redaktionsblog - Im Ententeich 29.01.2015 […] Leser, um den ich mich kümmere, ist kein IS-Anhänger, sondern lebt in Brooklyn, hat Familie und ist strenggläubig." Dann wird die New York Times demnächst sicher auch unterlassen das Frauenbild des Islams oder die Regeln der Scharia in Frage zu stellen! Baquet, aber auch moralische Autoritäten wie Theo Sommer (hier), verbreiten gern den Irrtum, die Zeitungen sollten die Karikaturen aus "Solidarität" […] Von Thierry Chervel

Die Grenzen enger ziehen

Redaktionsblog - Im Ententeich 28.01.2015 […] die Muslime nicht gezwungen werden, sich zu der Sache zu verhalten. Die Deutschen sollen ihre Nazizeit aufarbeiten, die Amerikaner die Sklaverei, die Franzosen ihre Kolonialvergangenheit. Aber den Islam zur Selbstreflexion aufzufordern – das wäre Islamophobie. Andreas Zielcke hat in der SZ am Freitag geschrieben, was man einen "klugen Text" nennt, virtuos verschwurbelt, sich nach allen Seiten absichernd […] Die eigentliche Spitze von Zielckes Artikel liegt darin, dass er ausgerechnet Anshuman A. Mondal zum akademischen Sittenrichter für die Grenzen von Satire erklärt, dessen gerade publiziertes Buch "Islam and Controversy" vielen in diesem Moment wie gerufen kommt. Mondal, Anglist an der Londoner Brunel-Universität, versucht explizit den von Autoren wie Salman Rushdie und Kenan Malik verfochtenen uni […] akzeptieren, der sie unterliegt." Diesen Begriff der Meinungsfreiheit appliziert Zielcke nun also auf Charlie Hebdo und kommt zu keinem guten Ergebnis für die Zeitschrift. Sofern ihre Karikaturen den Islam attackierten, attackierten sie zwar eine Figur der Macht und seien somit legitim. Aber Charlie Hebdo verkenne den Kontext dieser Zeichnungen: Innerhalb Frankreichs seien die Muslime eine Minderheit […] Von Thierry Chervel

Das Schweigen der Medien

Redaktionsblog - Im Ententeich 18.09.2012 […] inszenierte Empörung im Orient dient dazu, die Freiheit im Westen einzuschränken. Chomeini wollte mit seiner Morddrohung zeigen, dass der Bannstrahl seiner Macht bis in diese Länder reicht. So groß ist der Islam! Und wie gesagt: Es sind die klassischen Medien, die sich zu Propagandisten dieses von den Islamisten bezweckten Einknickens machen. Das Internet ist will sich einfach in seiner Freiheit nicht einschränken […] Von Thierry Chervel

Die Dialektik der Gegenaufklärung

Redaktionsblog - Im Ententeich 09.08.2012 […] Fleisch von Tieren, denen bei Bewusstsein die Kehle durchgeschnitten wird, die sich aber zum Trost sagen können, dass ihr Kopf in Richtung Mekka liegt. Ja, das Judentum gehört zu Deutschland, der Islam gehört zu Deutschland. Christen, Juden und Muslime müssen ohne Angst in Deutschland ihre Religion leben können. Und sie müssen akzeptieren, dass es in Demokratien keine Frage gibt, die man nicht stellen […] Von Thierry Chervel

Die wahren Phoben sind die Philen

Redaktionsblog - Im Ententeich 23.05.2011 […] kann als "islamophob" nur bezeichnet werden, wer Angst vor dem Islam hat. Lassen wir einmal beiseite, dass Phobien grundsätzlich Ekel-, Lähmungs- und Fluchtreflexe hervorrufen und insofern mangels Agressionspotenzial nicht einmal der diffus mitgemeinte Sinn von "Islamhass" oder "Rassismus" getroffen wäre: Wenn jemand keine Angst vor dem Islam hat, dann doch wohl Publizisten, die dessen sozialen Fallout […] dass ihnen selbst die minimalen Freiheiten, die ihnen in den säkularen Diktaturen gewährt wurden, wieder abgesprochen werden. Revolution sieht anders aus. Der gesellschaftspolitische Teufelskreis im Islam lässt sich so nüchtern wie fatalistisch so beschreiben: solange eine Religion sich anmaßt, als totalitäre Ideologie jeden Atemzug der in einem Land lebenden Menschen zu maßregeln und diese von Anbeginn […] wie es passieren konnte, dass eine religiös fanatisierte Minderheit von Jugendlichen ungehindert der Gesamtgesellschaft eine Sexualmoral aus dem Mittelalter diktiert. Nein, wenn jemand Angst vor dem Islam hat und insofern semantisch korrekt als "islamophob" bezeichnet werden darf, dann sicher nicht die als Geisteskranke diffamierten Herzinger, Broder, Kelek, etc., sondern umgekehrt genau jene, die aus […] Von Daniele Dell'Agli

Die Muster des Kulturalismus

Redaktionsblog - Im Ententeich 08.09.2010 […] Ärger über Kritik war die Reaktion Timothy Garton Ashs auf Ayaan Hirsi Ali. Da sie den Glauben an den Islam aufgegeben hat, repräsentiert sie für ihn - nichts. Er sieht sie - so in einem Artikel des Guardian zur Zeit der vom Perlentaucher lancierten Islamdebatte - als "Dissidentin von außerhalb" des Islams. Wer derart integriert ist, ist für die Wohlmeinenden eigentlich gar kein Muslim mehr. Statt dessen […] eine Rede des FAZ-Feuilletonchefs Patrick Bahners, die noch vor der Sarrazin-Debatte gehalten wurde und in der Necla Kelek zu einem Heinrich Treitschke der Gegenwart umgemodelt wird. Kelek sagt: Der Islam ist das Problem. Und Treitschke sagte: Die Juden sind unser Unglück. Man weiß ja, wohin das führte. Assheuer und Bahners werfen sich schon mal in die Joppe des Resistants. Dabei ahnen sie nicht, dass […] es von Necla Kelek behaupten kann, die nur Sarrazins Darstellung der Missstände in Deutschland und sein Recht auf freie Meinungsäußerung verteidigt. Necla Kelek oder Ayaan Hirsi Ali kritisieren den Islam nicht, um junge Musliminnen anschließend auf die Plätze zu verweisen und ihnen mitzuteilen, dass sie aufgrund mangelhaften Genmaterials ohnehin keine Chance haben, etwas an ihrer Lage zu verändern. […] Von Thierry Chervel

Fantasie über die Zukunft des Schreibens

Redaktionsblog - Im Ententeich 14.03.2010 […] chkeit und den Hyperlink ist ein Blog doch immer ein Dialog, mit den Lesern, mit anderen Blogs oder Medien, und mit den Kritisierten. Für die Debatte gilt das gleiche. Am jüngsten Streit über den Islam könnten Medienwissenschaftler wunderbar die unterschiedlichen Argumentationsstrategien der unterschiedlichen Medien studieren. Verkürzt könnte man es so ausdrücken: In den Zeitungen redete man über […] Von Thierry Chervel

Das Behagen an der Unkultur

Redaktionsblog - Im Ententeich 18.01.2010 […] im Schlepptau, Ayaan Hirsi Ali und Necla Kelek. Mag sein, dass sie das eigentliche Ziel der Feuilletonisten sind und dass man sie nur in männlicher Begleitung attackieren will. Dissidentinnen des Islams gelten ihnen als "rechts", als nützliche Idiotinnen von Populisten und Nazis. Der Ehrentitel der Feministin wird ihnen aberkannt. In einer obszönen Volte zieht die Berliner Professorin Birgit Rommelspacher […] der Kampf um Hegemonie sind nicht per se Antagonismen", doziert sie. Unter den Nazis zum Beispiel habe es antisemitische Feministinnen gegeben. Rommelspacher wirft Kelek und Ates vor, die Kultur des Islam für die Unterdrückung von Frauen verantwortlich zu machen, um im gleichen Atemzug zu erklären, dass das Christentum die Frauen doch auch unterdrücke. Ja, was denn nun? Der von Pascal Bruckner diagn […] auch Ressentiments auf sich ziehen. Der Bart des Sikh, die Schläfenlocken des Juden, das Kopftuch der Muslimin: Hass sucht Rechtfertigung. Der Mörder Marwa El-Sherbinis hatte genug Vorurteile über den Islam parat, um hier seine Argumente zu finden. Allerdings sind solche Zeichen austauschbar. Wäre sein Opfer eine Schwarze gewesen, dann hätte ihm die Hautfarbe als Argument gedient. Selbstverständlich muss […] Von Thierry Chervel

Scholl-Latour: Kristina Köhler ist ein Skandal

Redaktionsblog - Im Ententeich 05.01.2010 […] (dank Cora Stephan) erst jetzt entdecken: "Scholl-Latour: Dass wir jetzt eine Familienministerin mit Zuständigkeit für den Islam benennen von 32 Jahren, die nicht verheiratet ist, keine Kinder hat - was die Familie betrifft, ist mir das egal, aber dass sie sich um den Islam kümmert, ist ein Skandal. Frage: Was ist daran skandalös? Scholl-Latour: Weil Sie keine Ahnung hat. Und man muss auch Rücksicht […] Von Thierry Chervel

Wunschtraum eines Apokalyptikers

Redaktionsblog - Im Ententeich 27.07.2009 […] Jahrhundert war säkular, nicht religiös", gibt er zu bedenken, "Lenin und Mao waren bekennende Anhänger von Aufklärungsideologien." Genau den gleichen Einwand hatte auch schon Garton Ashs Antipode in der "Islam in Europa"-Debatte, Pascal Bruckner, gemacht - und abgewehrt: "Man hat im 20. Jahrhundert mehr gegen Gott getötet als in seinem Namen. Und doch wurden der Nationalsozialismus und nach ihm der Kommunismus […] keine Haftung übernommen. Manche wollen sie durch Terror erringen, andere begnügen sich mit der Abspaltung einer Community und Terror nach innen. Nichts in der Reaktion westlicher Gesellschaft auf Islam oder Islamismus ähnelt derartigen Lehren oder Verhaltensweisen. Es gibt Intoleranz, gewiss, und Indifferenz, Rassismus, Diskriminierung, das ganze Repertoire alltäglicher Gemeinheiten, unter dem allerdings […] europäische Kultur ihr geistiges Gleichgewicht und die Rechtfertigung ihres Anspruchs auf Universalität finden." Die Ideen der Aufklärung stehen darum auch nicht als "westliche Werte" im Gegensatz zum Islam. Sie setzen zunächst einmal eine Lösung von den eigenen Religionen und Traditionen voraus. Paradoxerweise wird die aus der Aufklärung geborene Demokratie dadurch zu dem einzig möglichen Regime, das […] Von Thierry Chervel

Europa mit zwei Lungen

Redaktionsblog - Im Ententeich 19.03.2009 […] Seite alle autoritären oder gar totalitären Projekte. Wir sprechen über ein multikulturelles Europa, was natürlich gut ist. Dennoch - wenn wir in Europa einen großen Anteil von Bürgern aus der Welt des Islam haben, die als Minderheit unter Verweis auf die europäischen Grundsätze Rechte einfordern, wenn sie aber zur Mehrheit geworden sind, diese Rechte anderen verweigern, da das ihre Grundsätze sind, so […] Von Thekla Dannenberg