Stichwort

Imre Kertesz

Rubrik: Magazinrundschau - 44 Presseschau-Absätze - Seite 1 von 3
Magazinrundschau 18.02.2017 […] ller und ehemalige Vorsitzende des ungarischen Schriftstellerverbandes Iván Sándor das vor kurzem angekündigte, jedoch nicht konkretisierte Regierungsvorhaben, für die Pflege des Nachlasses von Imre Kertész eine Milliarde Forint (ca. 3,25 Millionen Euro) für eine neue Stiftung unter der Leitung der umstrittenen Historikerin Maria Schmidt (Haus des Terrors) bereitzustellen. "Abgesegnet hat das Mill […] nicht, wer die zwei Zeugen waren. Doch moralisch und in ihrer Konsequenz halte ich die Übertragung für inakzeptabel und ungültig, solange nicht ein Dokument mit der beglaubigten Unterschrift von Imre Kertész auftaucht, in dem er die Entscheidung, seine Arbeiten der Obhut der Berliner Akademie zu übertragen revidiert." […]
Magazinrundschau 26.01.2017 […] Ende vergangenen Jahres verkündete die ungarische Regierung die Gründung des Imre Kertész Instituts, das den Nachlass des verstorbenen Literarturnobelpreisträgers pflegen soll. Die mit der Gründung beauftragte Stiftung wird von der umstrittenen Direktorin des Museums "Haus des Terrors", Mária Schmidt, geleitet. Für Verwirrung sorgte die Verkündung, weil sich der Nachlass von Kertész, von ihm selbst […] Grundlage wohl ein Vertrag mit der Witwe von Kertész kurz vor ihrem Ableben bildet, und fragt sich, welche Absichten die Regierung hier hat: "Niemand zweifelt daran, dass die Pflege des Nachlasses von Imre Kertész staatliche Zuwendungen verdient. Doch es ist auch eindeutig, dass diese fachliche Arbeit von mehreren, bereits existierenden Institution effektiv hätte erledigt werden können, darum werden sie ja […]
Magazinrundschau 01.01.2017 […] In einem sehr schönen Essay schreibt Andreas Breitenstein über Imre Kertesz und dessen letztes Buch "Der Betrachter. Aufzeichnungen 1991 bis 2001". In diesen Zeitraum fällt auch die Phase, in der Kertesz, der mit dem "Roman eines Schicksallosen" unvermutet berühmt geworden war, feststellte, dass Glück seine Sache nicht war - und damit seinen Landsleuten näher stand als man annimmt: "Bereits 1997, in […] Litanei eines aus lebenslanger Haft entlassenen Sträflings, der sich nach dem Kerker zurückzusehnen beginnt, weil er erkennt, dass er der Ort war, der ihm fürs Leben bestimmt war. Dabei geht es Imre Kertész nicht anders als seinen vom Realsozialismus traumatisierten ungarischen Landsleuten, die sich - wie er es selber in ein starkes Bild fasst -, nachdem sie ins gleißende Licht der Sonne getreten sind […]
Magazinrundschau 12.04.2016 […] Ungarns Literaten sind noch voller Trauer über den Tod Imre Kertesz'. Sehr ergreifend schreibt Peter Esterhazy, wie er Kertesz am Sterbebett besucht hat. Der Text ist ein Auszug aus seinem Tagebuch eines Krebskranken, den Elet es Irodalom veröffentlicht: "Ich saß an seinem Bett und hielt seine Hand. Plötzlich ergriff mich das Schluchzen, mich schüttelnd strömten meine Tränen ... Imre röchelte, stöhnte […] zuerst nicht verstand. Die Stellung des Leidens in der Schöpfung verstand ich bereits öfter, also kein einziges Mal." Der Schriftsteller László Darvasi betont in einem weiteren Artikel, wie sich Imre Kertesz vehement dem Adorno-Diktum widersetzte und so korrigierte, dass nach Auschwitz Gedichte nur noch über Auschwitz geschrieben werden können": "Es wurde zu seinem Vorrecht nur darüber zu sprechen. […]
Magazinrundschau 30.08.2014 […] Vergangene Woche erschien in Ungarn "Letzte Einkehr", der wohl letzte Band von Imre Kertész, mit Tagebuchaufzeichnungen zwischen 2001 und 2009 und bisher unveröffentlichten Romanfragmenten. Der Literaturwissenschaftler György Vári stellt das Buch vor: "Aus den Roman- und Erzählungsfragmenten strömt der Mut des Pessimismus wie saubere Höhenluft. Die Möglichkeit, dass Wirklichkeit und Fiktion ineinander […] ineinander rutschen, lässt ahnen, dass vielleicht wirklich nur die fiktiven Figuren leben. Und der Schriftsteller selbst, die repräsentative Rolle mit dem Namen Imre Kertész, nur ausgedacht ist. Ein Fremder, dessen Geschichte - Auschwitz - mit seiner Person in keiner Beziehung stand. Der in seinem ganzen Leben nach der genauen Bestimmung seines Selbst und seiner Position suchte, nur damit der Erfolg und […]
Magazinrundschau 09.10.2013 […] Unter dem Titel "Ich war ein Holocaust-Clown" erschien vor kurzem in der Zeit ein Interview mit dem Schriftsteller Imre Kertész. Die Aussagen des Literatur Nobelpreisträgers haben erneut für Aufsehen in Ungarn gesorgt. Gábor Murányi sprach mit Kertész unter anderem über dieses Interview, das eigentlich sein letztes sein sollte: "Die von mir hochgeachtete und geschätzte Kritikerin, Iris Radisch hatte […] wird mehr passieren, es kann nichts mehr passieren. Höchstens... Wann wird dieses Interview erscheinen?" (Aktualisierung vom 25.10.: Iris Radisch weist darauf hin, dass in der deutschen Fassung von Imre Kertesz' Tagebuch auf Seite 411 der Satz steht: "Ich bin nicht länger Holocaust-Clown".) […]