Stichwort

Imre Kertesz

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Magazinrundschau 12.04.2016 […] Ungarns Literaten sind noch voller Trauer über den Tod Imre Kertesz'. Sehr ergreifend schreibt Peter Esterhazy, wie er Kertesz am Sterbebett besucht hat. Der Text ist ein Auszug aus seinem Tagebuch eines Krebskranken, den Elet es Irodalom veröffentlicht: "Ich saß an seinem Bett und hielt seine Hand. Plötzlich ergriff mich das Schluchzen, mich schüttelnd strömten meine Tränen ... Imre röchelte, stöhnte […] zuerst nicht verstand. Die Stellung des Leidens in der Schöpfung verstand ich bereits öfter, also kein einziges Mal." Der Schriftsteller László Darvasi betont in einem weiteren Artikel, wie sich Imre Kertesz vehement dem Adorno-Diktum widersetzte und so korrigierte, dass nach Auschwitz Gedichte nur noch über Auschwitz geschrieben werden können": "Es wurde zu seinem Vorrecht nur darüber zu sprechen. […]
Efeu 02.04.2016 […] die Genealogie des Schriftstellers, Philipp Theisohn über die Genealogie der Außerirdischen und Nora Gomringer über die Genealogie der Dichter-Tochter. In der FAZ erinnert sich Durs Grünbein an Imre Kertesz als "existenziellen Außenseiter per se. Fremd in der Welt, der bürokratisierten Gesellschaft, der Ehe, der Nation und unter Schriftstellern sowieso. Ein Niemals-Mitläufer, Verächter sämtlicher […] nackten Frauen auf dem Umschlag als Autorinnen. 19 ernst dreinblickende Männer und Katja Petrowskaja." Weitere Artikel: In der NZZ schildert Wilhelm Droste die Reaktionen in Ungarn auf den Tod von Imre Kertesz. Der Comickünstler Craig Thompson spricht im Interview mit der taz über seinen neuen Comic "Weltraumkrümel" und seine Workshops in Jordanien. Dirk Pilz gratuliert in der FR Rolf Hochhuth zum 85 […]
Efeu 01.04.2016 […] Foto: Csaba Segesvári unter CC-Lizenz. Ein großer Verlust für die Weltliteratur und das Gedächtnis des 20. Jahrhunderts: Der ungarische Autor Imre Kertész ist tot. Er starb mit 86 Jahren in Budapest. Kertesz wurde 1929 als Kind einer jüdischen Familie in Budapest geboren. Mit fünfzehn Jahren wurde er nach Auschwitz-Birkenau deportiert. Er überlebte und suchte im Nachkriegsungarn Fuß zu fassen, was […] 'Taktik' über alles stellte, in der 'Taktik' als 'einzige Antriebskraft, als Moral, als 'Leitfaden des Handelns' figurierte." In der Welt erinnert sich Tilman Krause: "Nie werde ich vergessen, wie Imre Kertész mich an einem strahlenden Septembertag zu seinem Budapester Schreibkerker der Sechzigerjahre in der Török-Straße führte und wie der überaus freundliche, rundliche Mann mit dem hinreißenden Mari […] ' entstand, in diesem Dreck, in diesem Lärm, und so ein schmieriger Geselle, wie er uns jetzt auf der Treppe entgegenkommt, war genau der Typus, der mich damals auch umgab.'" Als Autor kämpfte Imre Kertész "gegen jede Art von Verkitschung entschieden an", schreibt Andreas Breitenstein in der NZZ, "kulturindustriell betriebene 'Vergangenheitsbewältigung' war ihm ein Greuel. Das Dunkle in lichte Gedanken […]