Stichwort

Kriegsende

Rubrik: Post aus New York - 2 Artikel

Kopf in den Sand

Post aus New York 10.11.2003 […] Zahl der amerikanischen Gefallenen auf 375, eine traurige Bilanz, die auch den Strategen im Weißen Haus zunehmend Kopfzerbrechen bereitet. Die US-Regierung weiß um die Macht der Bilder. Der Vietnam-Krieg wurde nicht zuletzt deshalb verloren, weil die amerikanische Öffentlichkeit die Bilder von toten US-Soldaten und verbrannten vietnamesischen Kindern nicht mehr ertragen konnte. Und der Rückzug aus Somalia […] mediale Waterloo des Weißen Hauses. Kein noch so geschickt formulierter Pressetext oder flapsig-siegessicherer Kommentar aus Donald Rumsfelds Mund vermag die Tatsache wegzureden, dass sechs Monate nach Kriegsende im Irak Gewalt und Terror regiert. Und das, obwohl Bushs Berater mit allen Mitteln versuchen, die Berichterstattung zu manipulieren - mal durch striktes Bilderverbot, dann wieder durch ein geschicktes […] Sforza, der für seine telegenen Hintergründe bekannt ist. Die US-Medien, allzu lange mehr Schoßhündchen als vierte Gewalt, haben ihren Beißreflex wiederentdeckt. "Nach sechs Monaten gleicht der Krieg im Irak noch lange nicht der Situation in Vietnam" schreibt New York Times-Kolumnist Frank Rich. "Doch angesichts der Art und Weise, wie die Regierung versucht, entgegen aller Realität die Nachrichten […] Von Ute Thon

Amerika und der Holocaust

Post aus New York 16.02.2001 […] n und Hitlers systematischen Völkermord wenig Interesse an der Aufnahme von Holocaustopfern gezeigt. Tatsächlich herrschte in Amerika zu jener Zeit eine ziemlich antisemitische Stimmung. Bis zum Kriegsende gab es strengste Immigrationsquoten, die die Einreise von Tausenden von osteuropäischen Juden verhinderte. Vize-Staatssekretär Breckinridge Long, ein demokratischer Roosevelt-Freund, schickte 1940 […] wurden nach ihrer Ankunft in Fort Ontario, einer ehemaligen Kaserne am Eriesee, interniert und verbrachten ähnlich wie Kriegsgefangene eineinhalb Jahre im Lager. Ursprünglich war geplant, sie nach Kriegsende sofort wieder zurück nach Europa zu schicken. Nur dank Ruth Grubers unermüdlichem Lobbying gewährte Amerikas neuer Präsident Truman 1946 den gestrandeten Holocaust-Opfern schließlich doch noch p […] Von Ute Thon