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Kriegsende

Rubrik: Vorgeblättert - 26 Artikel - Seite 1 von 2

Leseprobe zu Rainer Pöppinghege: Tiere im Ersten Weltkrieg.Teil 1

Vorgeblättert 11.08.2014 […] wirken musste. Trotzdem behielten die Militärbehörden zunächst sogar die Ausstattung der Kavallerie mit Lanzen bei, die bei Nahgefechten in vorherigen Kriegen gute Dienste geleistet hatten. Doch für die Realität des modernen industrialisierten Krieges, wie er an der Westfront stattfand, waren sie - anders als gelegentlich an der Ostfront - ziemlich ungeeignet. Hier halfen eher Gewehre, die die Kavallerie […] überraschen, dass Pferde in den meisten Ländern das Rückgrat der Heeresinfrastruktur bildeten.      Im Durchschnitt griff das deutsche Feldheer während des Krieges kontinuierlich auf 1,2 bis 1,4 Millionen Pferde zurück - mehr als in jedem anderen Krieg zuvor. Nicht mitgerechnet sind hierbei jene schätzungsweise zwei Prozent außeretatmäßige Krümperpferde, die eigentlich ausgemustert waren und für leichtere […] en beschrifteten Waggons. "Jeder Stoß ein Franzos"", und Weihnachten wollte man wieder zu Hause sein. Die Siegeszuversicht musste ebenso weichen wie die von vielen geteilte Erwartung eines kurzen Krieges. Also machten sich Mensch und Material auf, um den Gegner zu stellen. Pferde Auch für viele Tiere bedeutete der Kriegseinsatz zunächst einmal tage- und oft nächtelange Bahnfahrten in Waggons, die […]

Leseprobe zu Rainer Pöppinghege: Tiere im Ersten Weltkrieg.Teil 3

Vorgeblättert 11.08.2014 […] Kamele Kamele im Krieg? Da dürften viele an Lawrence von Arabien denken und vor allem Peter O"Toole in seiner berühmten Filmrolle von 1962 vor Augen haben. Ganz nebenbei bestiegen in dem Wüstenepos auch Omar Sharif, Anthony Quinn und Alec Guinness die gehöckerten Transportmittel. Dass diese sich ähnlich wie Pferde zur Fortbewegung eigneten, musste sich im Nahen und Mittleren Osten nicht erst herumsprechen […] auf osmanisches Gebiet in Palästina vor. Nach der Eroberung Jerusalems wurde die Personalstärke der Kamelverbände im März 1918 aus strategischen Gründen um mehr als ein Drittel reduziert, und nach Kriegsende wurde das Imperial Camel Corps dann endgültig aufgelöst. Esel, Maultiere und Ochsen Wenn schon Kamele als störrisch galten: Was soll man über Esel und Maultiere anderes berichten? Sie sind der […] von Dickköpfigkeit und sprechen allen Vorstellungen von soldatischem Gehorsam und militärischer Disziplin Hohn. Schlechte Behandlung zahlten sie gern mit Ungehorsam heim.(113) Sollte man sie auch im Krieg verwenden, wenn es auf reibungslose Abläufe ankam? Die vielleicht überraschende Antwort der Zeitgenossen lautete: Ja!      Sowohl Esel als auch Maultiere, die Kreuzung aus Eselhengst und Pferdestute […]

Leseprobe zu Wendy Lower: Hitlers Helferinnen. Teil 2

Vorgeblättert 14.07.2014 […] erhängt in ihren Gefängniszellen. Das Landeswerkhaus im niedersächsischen Moringen wurde zum ersten Lager im Reich, in dem nur Frauen interniert waren, darunter auch Zeuginnen Jehovas, die gegen den Krieg waren und sich weigerten, Hitler als ihren obersten Heilsbringer zu akzeptieren. Lina Haag und andere Frauen prominenter KPD-Mitglieder wurden zusammen mit ihren Ehemännern festgenommen. Als die Gestapo […] Häftlinge bedeutete auch eine Zunahme weiblicher Aufseherinnen, die vor allem aus der Frauenorganisation der NSDAP rekrutiert wurden. Auch Ärztinnen und Krankenschwestern waren in den Lagern tätig; bei Kriegsende war rund ein Zehntel des Lagerpersonals weiblich. Mindestens 3500 Frauen wurden als KZ-Wärterinnen ausgebildet, überwiegend in Ravensbrück, von wo aus sie in die verschiedenen Lager geschickt wurden […] die zu KZ-Aufseherinnen wurden, waren selbst straffällig geworden oder saßen im Gefängnis, und die neue Tätigkeit bedeutete für sie die Möglichkeit, sich im NS-System zu rehabilitieren. Während des Krieges wurden viele im Zuge der Arbeitspflicht zu dieser Art von Dienst gezwungen.      Sobald die Bewerberinnen ihre Ausbildung absolviert, den Eid geleistet hatten und in das Lagersystem eingetreten waren […]

Leseprobe zu Geert Buelens: Europas Dichter und der Erste Weltkrieg. Teil 2

Vorgeblättert 31.03.2014 […] war die Lyrik vielleicht nie mehr, und die Art und Weise, wie sie Buchstaben und Wörter auf dem Blatt anordneten, machte aus Literatur zugleich eine Form von bildender Kunst und Musik.(24) Als der Krieg ausbrach, reagierten die Futuristen jedoch im Wesentlichen ähnlich wie die Dichter der vorigen Generation. Ihre Einstellung war zwar radikal anders - sie schwelgten nicht in Vorstellungen vom Ewigweiblichen […] Häuser und schändeten in dem Wallfahrtsort Tschenstochau den Schrein der Schwarzen Madonna.(29) Anna Achmatowas düstere Visionen wurden schon in diesen ersten Kriegstagen Realität. Der Ausbruch eines Krieges wird begleitet von heftigen Emotionen, großen Gesten und propagandistischer Stimmungsmache. Gleichzeitig setzt sich eine logistische, im Zivilleben unvorstellbare Maschinerie in Gang. Millionen junger […] nach Split.(31) So wie viele andere junge revolutionäre Jugoslawen stand er unter strenger Beobachtung der österreichischen Geheimpolizei, und als die Doppelmonarchie am 28. Juli Serbien offiziell den Krieg erklärte, folgte eine erste Verhaftungswelle. Am 4. August - Andric´saß gerade am Meer und trank Kaffee - wurde er festgenommen. Nach kurzen Aufenthalten in Gefängnissen in Šibenik (Kroatien) und Maribor […]

Leseprobe zu Ernst Piper: Nacht über Europa. Teil 3

Vorgeblättert 25.11.2013 […] ich selbst erleben, deswegen gehe ich in den Krieg, und deswegen habe ich mich auch freiwillig gemeldet.« Hier offenbart sich auch der Einfluss von Nietzsches Lebensphilosophie, mit der Dix sich in den Jahren vor dem Krieg intensiv beschäftigt hatte. Er porträtierte den Philosophen 1911 sogar in einer heute verlorenen Büste.      Otto Dix erlebte den Krieg so intensiv wie kaum ein anderer Künstler […] und verkörpert zugleich »den Vorhang zum Welttheater des Krieges, der sich demnächst öffnen wird«.      Als der Vorhang sich dann öffnete, wollte Dix dabei sein, nicht aus Kriegsbegeisterung, sondern getrieben von dem unbändigen Willen, sich der Wildheit und Grausamkeit des Lebens rücksichtslos auszusetzen. Im Rückblick sagte er: »Der Krieg war eine scheußliche Sache, aber trotzdem etwas Gewaltiges […] der Realität dieses Krieges mit aller Radikalität aus. In Gefechtspausen und in den Lazaretten schrieb und zeichnete er ohne Unterlass. Auch sein Tagebuch ist ein herausragendes Dokument der Kriegswirklichkeit: »Läuse, Ratten, Drahtverhau, Flöhe, Granaten, Bomben, Höhlen, Leichen, Blut, Schnaps, Mäuse, Katzen, Gase, Kanonen, Dreck, Kugeln, Mörser, Feuer, Stahl, das ist der Krieg! Alles Teufelswerk! […]

Leseprobe zu Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Bd. 5. Teil 1

Vorgeblättert 06.12.2012 […] in der Tagespresse erscheinen dürfe. Dieses wurde abgelehnt. Nachdem Cohen äußerte, es sei doch eine furchtbare Maßnahme, sagte Asscher wörtlich: Es wird nicht lange dauern, ein-zwei Monate, bis der Krieg abgelaufen ist, und wir sind frei! Insgesamt kann gesagt werden, daß der Judenrat versuchte, scharf gegen die Einführung des Sterns zu protestieren. So äußerte sich Cohen wie folgt: 'Sie werden unsere […] Flucht aus Belgien nach Frankreich in der zweiten Juniwoche 1940(28) Handschriftl. Tagebuch von Edith Goldapper,(29) Einträge vom 10.5.1940 bis Mitte Juni 1940 Jawohl, es ist der 10. Mai 1940, der Krieg in Belgien hat angefangen. So schrecklich das auch klingen mag, es ist Tatsache! Eine Panik herrscht bei uns.(30) Bei jedem Alarm, den man aus Ruisbroek oder Brüssel hört, stürzen wir in den Keller […] Der Eintrag wurde aus dem Norwegischen übersetzt. (5) Oskar Mendelsohn (1912-1993), Lehrer; Sekretär der Jüdischen Gemeinde Trondheim; 1938-1942 Lehrer in Trondheim; 1942 Flucht nach Schweden, bis Kriegsende Gymnasiallehrer in Uppsala; 1945-1948 Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Oslo. Verfasser von "Jødenes historie i Norge: gjennom 300 år", 2 Bände, Oslo u.a. 1987. (6) Die Familie Abrahamsen besaß […]

Leseprobe zu Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Bd. 5. Teil 2

Vorgeblättert 06.12.2012 […] der organisierten Auswanderungsarbeit und Bereitstellung von überseeischen Siedlungsgebieten nähergebracht werden können.(55) Die Durchführung der gerade gegen die luxemburger Judenschaft mitten im Kriege ergriffenen Maßnahmen stellt darum, sowohl ihrem generellen Charakter nach als auch infolge der Zeitumstände, die luxemburgischen Kultusgemeinden vor ein schlechthin unlösbares Problem. Dies nicht […] Nachweis einer Einschiffungsmöglichkeit in kürzester Frist voraus. - b) Die Konsulate der Vereinigten Staaten sowie fast aller anderen Überseeländer haben die Erteilung weiterer Visen für die Dauer des Krieges grundsätzlich eingestellt. - c) Schiffskarten können in Portugal nur mittels Devisen gekauft werden; weiter verlangen die meisten überseeischen Einwanderungsländer Vorzeige- und Landungsgelder in hohen […] sind am 22.6.1941 im Zuge der Rußland-Aktion von dem Einsatzkommando der Sicherheitspolizei und des SD in Luxemburg festgenommen worden. Ihre Überführung in ein Konzentrationslager für die Dauer des Krieges ist bereits beantragt.(65) Über die Erschließung neuer Auswanderungsmöglichkeiten nach Übersee (Südamerika) schweben zur Zeit noch Verhandlungen in Berlin. Nach einem Erlaß des RSHA vom 21.6.1941(66) […]

Leseprobe zu Richard von Schirach: Die Nacht der Physiker. Teil 2

Vorgeblättert 05.11.2012 […] gerieten. Nun konnte der Krieg nicht mehr lange dauern !      "Wir holten die letzte Flasche aus dem Keller, die wir eigentlich für die Taufe unserer Tochter aufgehoben hatten, und tranken sie unter Tränen der Erleichterung und Befreiung. Keiner von uns dachte, sich schlafen zu legen, die Hoffnung ließ wieder Zukunft vor unserem inneren Auge aufblühen."      Aber noch ist der Krieg nicht zu Ende. Auf dem […] nstituts für Physik in Berlin-Dahlem. Otto Hahns Institut für Chemie wurde zur selben Zeit in das benachbarte Tailfingen verlagert. Die Spitzen der deutschen Physik versuchten hier noch kurz vor Kriegsende, den ersten deutschen Atomreaktor in Gang zu bringen.      Jeder weitere Apriltag des Jahres 1945 aber ließ selbst die verwegensten Hoffnungen schwinden. Die täglichen Messreihen des sogenannten […] Uranoxid-Würfel in einem frisch gepflügten Acker vergraben, das Schwerwasser abschöpfen und in Tanks in einer aufgelassenen Textilfabrik verstecken. Er hoffte, dass diese Ressourcen nach dem überstandenen Krieg als "Fundus" für künftige Forschungen zur Verfügung stehen würden. Nachdem alle Materialien sicher verstaut waren, beauftragte Heisenberg seinen ehemaligen Schüler und Freund Karl Wirtz mit der Aufsicht […]

Leseprobe zu Heinrich Detering: Thomas Manns amerikanische Religion. Teil 1

Vorgeblättert 01.10.2012 […] sie umfassten nun organisatorische, finanzielle, medizinische Hilfen für Verfolgte und Flüchtlinge, für Kriegsopfer in den besetzten Ländern, Erwachsene wie Kinder. Und sie wurden noch über das Kriegsende hinaus umfangreich fortgesetzt, unter anderem im Dienste des Wiederaufbaus in Frankreich, Deutschland und anderen Ländern Europas, und schließlich auch auf sozial bedürftige Amerikaner ausgedehnt […]

Sandra Hoffmann: Was ihm fehlen wird, wenn er tot ist

Vorgeblättert 23.07.2012 […] Informationen bei Hanser Berlin Klappentext: Ein Kind noch, 16 Jahre alt, wird Janek Bilinski von deutschen Soldaten aufgegriffen und als Zwangsarbeiter verschleppt. Er ist stark, er hat Glück, und nach Kriegsende kann er sein Leben noch einmal neu beginnen. Wie schwer es war, ins Leben zurückzufinden, daran erinnert sich Bilinski jetzt, als alter Mann, da er dem Tod entgegengeht. Um die Angst und den Schmerz […]

Leseprobe zu Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Bd. 3. Teil 3

Vorgeblättert 07.05.2012 […] zuständig, Ende 1940 bis 1942 zeitweise Leiter der Gestapo in Straßburg; 1942/43 in Riga, wo er 1943 eine Einsatzgruppe gegen Partisanen führte, von Mai 1943 an beim SS- und Polizeigericht in Metz; nach Kriegsende untergetaucht, von 1952 an Rechtsanwalt in Bielefeld. (45) Das Protokoll beginnt hier, die Bedeutung der Ziffer ist unklar. (46) Theodor Dannecker (1913-1945), Kaufmann; 1932 NSDAP- und SS-Eintritt; […] (73) Margarete Mezei (1899-1993), Sekretärin; arbeitete für die IKG Wien, war u.a. Sekretärin Benjamin Murmelsteins, überlebte schwer verletzt einen Bombenangriff am 12.3.1945; arbeitete nach dem Krieg wieder für die IKG Wien. (74) Dr. Benjamin Murmelstein (1905-1989), Rabbiner; von 1938 an in leitender Position in der IKG tätig, u.a. Leiter der Auswanderungsabt.; im Jan. 1943 nach Theresienstadt […]

Leseprobe zu György Dalos: Der Fall des Ökonomen. Teil 3

Vorgeblättert 05.03.2012 […] überhaupt ein Kind, oder haben sie nur dem Schicksal die Frucht ihres freudlosen Beischlafs anvertraut? Welche Erwartungen hatten sie an ihre beschissene Zukunft? Schließlich wussten sie, dass der Krieg wütete und die Juden mit nichts Gutem zu rechnen hatten. Unter diesen Umständen war doch schon der bloße Gedanke an Nachwuchs eine Verantwortungslosigkeit! Sie hätten auch wissen können, dass sie sich […] ehemaligen Ghetto geblieben waren. In der Klauzál-Straße waren sie seit 1944 in einer Vierzimmerwohnung auf der dritten Etage mit dreißig anderen Leuten zusammengepfercht gewesen. Unmittelbar nach Kriegsende durften sie in das Haus Nummer 2 ziehen, ins Erdgeschoss gegenüber der Hausmeisterwohnung, was eine große Erleichterung gewesen war. Nachdem die Russen das Ghetto befreit hatten, waren fast alle […]

Leseprobe zu Edmund de Waal: Der Hase mit den Bernsteinaugen. Teil 1

Vorgeblättert 04.08.2011 […] geplanten Einsatzort nachzuverfolgen.      Und Viktor saß auf einem Stuhl neben dem Küchenherd, der einzige Platz im Haus, wo es warm war. Jeden Tag verfolgte er in der Times die Nachrichten über den Krieg, an Donnerstagen las er die Kentish Gazette. Er las Ovid, besonders die "Tristia", die Gedichte aus dem Exil. Beim Lesen strich er sich mit der Hand über das Gesicht, damit die Kinder nicht sahen, welche […] Zuversicht, in diesem neuen kaiserlichen österreichisch-ungarischen Heimatland würde es den dynastischen Ephrussi-Clan auf immer beherbergen. Am weitesten entfernt ist es von Kövecses.      Bald nach Kriegsende erhielt Elisabeth einen langen Brief von ihrem Onkel Tibor, mit der Schreibmaschine getippt. Pips hatte ihn im Oktober aus der Schweiz weitergeleitet. Der Brief war auf beinahe durchscheinendem Papier […] der Familie und Verwandten auf, von denen mir keiner ein Begriff ist: Samu, Herr Siebert, Familie Erwin Strasser, die Witwe von Janos Thuroczy, "ein zweiter Sohn, der seit damals vermisst wird", im Krieg deportiert oder in den Lagern verschwunden. Er schreibt von der Verwüstung in seiner Gegend, den niedergebrannten Dörfern, dem Hunger, der Inflation. Auf dem Land gibt es kein Wild mehr. Das Gut neben […]

Leseprobe zu Timothy Snyder: Bloodlands. Teil 1

Vorgeblättert 11.07.2011 […] von den osmanischen Macht­habern ­ermordet, Deutsche und Juden durch das Russische Reich deportiert, Bulgaren, Griechen und Türken nach dem Krieg zwischen Nationalstaaten ausgetauscht. Ebenso wichtig war die Zerstörung der integrierten Weltwirtschaft durch den Krieg. Kein erwachsener Europäer, der das Jahr 1914 erlebte, sollte die Wiederherstellung eines vergleichbaren Freihandels erleben; die meisten […] Spitze der Besiegten zu setzen, herrschte der Traum, das Blutvergießen könne weitere radikale Veränderungen rechtfertigen, die dem Krieg eine Bedeutung geben und seinen Schaden wettmachen würden.      Die wichtigste politische Vision war die kommunistische Utopie. Bei Kriegsende war es 70 Jahre her, dass Karl Marx und Friedrich Engels ihre berühmtesten Zeilen geschrieben hatten: "Proletarier aller Länder […] der nationalen politischen Systeme zu arbeiten, und unterstützten während des Krieges ihre Regierungen. Nicht so Wladimir Iljitsch Lenin, der Untertan des Zarenreichs und Führer der Bolschewiki. Sein voluntaristisches Marxismusverständnis, der Glaube, die Geschichte lasse sich aufs richtige Gleis stoßen, ließ ihn den Krieg als seine große Chance ansehen. Für einen Voluntaristen wie Lenin verlieh die […]

Leseprobe zu Hannah Arendt, Gershom Scholem: Der Briefwechsel. Teil 1

Vorgeblättert 30.08.2010 […] waren und uns regelmässig sahen.      Bei Ausbruch des Krieges waren wir alle zusammen in einem kleinen französischen Nest nahe bei Paris zwecks Sommererholung. Benji war ausgezeichnet in Form, hatte seinen Baudelaire teilweise fertig und war der m. E. Berechtigten Meinung, im Begriff zu sein, ausgezeichnete Sachen zu machen. Der Ausbruch des Krieges hat ihn gleich über die Massen erschreckt. Er floh am […] vor Ausbruch des Krieges das Institut ihm geschrieben hatte, dass sein monatliches Honorar nicht mehr sicher sei und er versuchen solle, sich nach etwas anderem umzusehen. Das hat ihm viel Kummer bereitet, obwohl auch er von der Ernsthaftigkeit dieses Ansinnens nicht sehr überzeugt war. Das machte die Sache eher unangenehmer als besser. Diese Angst nun fiel mit Ausbruch des Krieges weg; aber vor der […] das Ihre spekuliert. Aber alle, alle - blieben im Stalle, und "ferner liefen" nur die wir nicht riefen. Was tun? Das Institut war bereit an alle mögliche Stellen copies zu schicken. Ich denke, mit Kriegsende die zweite Auflage (ungefähr 100 Seiten mehr, mit dem zur Symbolik der 10 und auch sonst unbedingt fehlenden zehnten Capitel - in der Folge ein viertes - über die Entstehung und Anfänge der Kabbala […]