Stichwort

Thomas Mann

Rubrik: Vom Nachttisch geräumt - 7 Artikel

Das Leben im Allgemeinen und die Weltläufte

Vom Nachttisch geräumt 01.08.2018 […] in diesem Fall zum Beispiel den Leser darüber aufklären, dass es sich bei "Tommy's Friedrich d. Große" wohl um Thomas Manns Essaysammlung "Friedrich und die große Koalition" handelt. Es fehlt auch nicht der Hinweis darauf, dass die bereits 1915 erschien. Sie war also einer von Thomas Manns Beiträgen zur "Weltkriegs I."-Propaganda. Die 70-jährige Hedwig Pringsheim blickt zurück auf die politische Entwicklung […] Hedwig Pringsheim war die Mutter von Katia Mann, also die Schwiegermutter von Thomas Mann. Sie führte von 1885 bis 1941 Tagebuch. 57 Jahre lang. Bis auf das Jahr 1886 ist alles erhalten. Die Tagebücher sind sehr kurze Notizen, die ohne Lektüre der Erläuterungen unverständlich bleiben. Hat man sich aber einmal eingelesen, lernt man das Personal kennen und meistert die Schwierigkeiten. Ohne das bleibt […] Von Arno Widmann

Alles Andre ist Firlefanz

Vom Nachttisch geräumt 12.12.2005 […] Jahre 1929, die einen so traurig macht, dass man lauthals lachen muss: "Positano liegt an einem Südhang, und man darf damit rechnen, es im Sommer für sich allein zu haben" -, Isabelle Eberhardt, Thomas Mann, Seume, Maupassant, Dickens, Zola, Koeppen, Simone de Beauvoir usw. usw. Natürlich fallen einem sofort Namen ein, die fehlen. Um uns aufs B. zu beschränken zum Beispiel Bachmann und Brinckmann. […] sie auf Anmerkungen. Außer höchst spartanischen Erläuterungen zu den erwähnten Personen findet sich nichts Erklärendes in den Bänden. Wer an die Akribie denkt, mit der Inge Jens die Tagebücher Thomas Manns kommentiert hat, trauert darüber, was ihm bei der Lektüre der Kessler-Tagebücher entgeht. So genießt man eben dumm, wenn Kessler am 8. Februar 1892 in New York überrascht notiert, dass im Anschluss […] Von Arno Widmann

Vom Nachttisch geräumt

Vom Nachttisch geräumt 11.07.2002 […] Das mag Thomas Mann gefallen haben. Schließlich war es kein inferiorer Vergleich. Aber er wusste natürlich auch, dass Goethe nahezu sechzig Jahre am Faust gearbeitet hatte. Thomas Mann starb drei Jahre nach diesem Brief. Auch Adornos zweites Beispiel war nicht klüger. Er erinnerte Thomas Mann daran, dass Siegfrieds Tod mit dem Reigen der Rheintöchter nichts mehr zu tun hatte. Aber Thomas Mann wusste […] hat nehmen lassen, nicht von den Lästerzungen und nicht von der eigenen, sich gerne für Intelligenz haltenden Dummheit, der wird den Briefwechsel zwischen Adorno und Thomas Mann mit sehr gemischten Gefühlen lesen. Von Thomas Mann aus gesehen - und der Briefwechsel gibt uns die Möglichkeit zu dieser Perspektive - hat Adorno etwas penibel Verklemmtes, etwas von höherer, freilich Schwindel erregend […] Werken mehr als ein Vierteljahrhundert lag. Adorno sagte Thomas Mann nichts Neues. Er bestätigte nur mit nahezu tödlicher Präzision dessen Ängste. So klug Adorno damals war, er war noch jung und wusste noch nichts vom Schwinden der Kräfte. Er kannte noch nicht das Gefühl: das konnte ich einmal. Jetzt kann ich es nicht mehr. Adorno hatte Thomas Mann in der Emigration kennen gelernt, war in Kalifornien […] Von Arno Widmann