Stichwort

Taiwan

Rubrik: Vorgeblättert - 6 Artikel

Leseprobe zu Lorrie Moore: Ein Tor zur Welt. Teil 3

Vorgeblättert 03.03.2011 […] einem Date gegangen - letztes Jahr - und hatte mich darauf vorbereitet, indem ich in einem Laden für Reizwäsche in eine Art Trance gefallen war und für fünfundvierzig Dollar einen schwarzen BH aus Taiwan gekauft hatte, der mit Öl- und Wasserbeuteln ausgepolstert und mit Drahtgelenken ausgestattet war und sich lebensecht anfühlte, ein kompletter Busen ganz für sich allein, unabhängig von jeglicher Trägerin […]

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Vorgeblättert 24.08.2004 […] taiwanische Politik. Die Taiwaner seien offenkundig noch nicht reif für die Demokratie. Davon zeugten allein schon die Korruption und die hohe Kriminalitätsrate. Und dann dieser Präsident Lee Teng-hui, der besser Japanisch als Chinesisch spreche. War er überhaupt Chinese? Er werde doch eindeutig von Japan manipuliert, um China durch sein ständiges Gerede vom eigenen Weg Taiwans zu provozieren. Dann nahm […] sterben, als zurückzuweichen, doch Hou redete ihnen die sinnlose Selbstaufopferung aus und verhandelte mit der Armee, damit sie den Platz unbehelligt verlassen konnten. Später schob man ihn wieder nach Taiwan ab, wo er sich, von der offiziellen Politik angewidert, ganz in chinesische Volksreligionen vertiefte. Am 4. Juni gegen fünf Uhr morgens war das Massaker von Peking weitgehend beendet, auch wenn […] Platz im Blut schwimmt, wird das chinesische Volk die Augen öffnen. Erst dann wird es bereit sein, sich einen zu lassen. Doch wie kann ich so etwas meinen Kameraden erklären?" Ich lernte Chai 1996 in Taiwan kennen, das wir beide anläßlich der ersten freien Präsidentschaftswahlen auf chinesischem Boden besuchten (über die ich einen Artikel schreiben wollte). Sie machte als eine politische Berühmtheit die […]

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Vorgeblättert 24.08.2004 […] unterstützten, lag darin, daß deren Bekenntnis zum Märtyrertum und zur Aufopferung für die Nation als die höchste Form der Aufrichtigkeit galt. Im Winter 1998 flog ich nach Taizhong im Zentrum Taiwans, um in dieser großen, häßlichen, schrill geschäftsmäßigen Stadt Wu’er Kaixi zu treffen, den beredtesten, weitschweifigsten und charmantesten der Studentenführer. Wer könnte die Bilder vergessen, als […] gut bin und verdiene, glücklich zu sein. Ich möchte für mich leben, bin Wu’er Kaixi und kein anderer. " Das war meilenweit vom maoistischen Idealismus entfernt. Und doch konnten seine Kommentare zu Taiwan fast maoistisch klingen. Wu’er deutete aus dem Fenster der Imbißstube. "Sehen Sie sich das an", stöhnte er. Draußen liefen zwei junge Mädchen in Miniröcken und bauchfreien Tops vorüber. "Sehen Sie […] klagte er: Taiwanische Mädchen, "gerade erst sechzehn", würden in Bars anschaffen gehen, nur um sich Klamotten mit modischen Designernamen kaufen zu können. Dabei schüttelte er ungläubig den Kopf. Die Taiwaner waren die glücklichsten Chinesen, sagte er, nämlich frei. Doch das alles endete "in einem Zusammenbruch der moralischen Werte". Die Moral der Uighuren dagegen ähnele der christlichen. Die westliche […]