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Rubrik: Berlinale Blog - 27 Artikel - Seite 1 von 2

Das Verlangen nach Reinheit schafft Monster: Raoul Pecks "I Am Not Your Negro" (Panorama)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 16.02.2017 […] Debatte zu bringen, die sich in Fragen von Selbstverständnis und Identität verbeißt, ohne dass sich an dem Verhältnis von Schwarz und Weiß in den USA etwas grundlegend ändert. "I am Not your Negro" ist ein sehr konkreter Film über das Leben von Schwarzen in den USA und über schwarze Geschichte, aber vor allem über den ein wenig in Vergessenheit geratenen James Baldwin, diesen umwerfend gut aussehenden S […] der Bürgerrechtsbewegung: Martin Luther King, Malcolm X und Medgar Evers, die alle zwischen 1963 und 1968 ermordet wurden. Hat sich das Land seitdem gewandelt? Hat sich die Lage der Schwarzen in den USA verbessert? Oder ist vielleicht ein wenig besser geworden, aber noch immer hoffnungslos? Samuel Jackson spricht den Text, Peck unterlegt ihn einerseits mit Fotos und Filmen aus Baldwins Leben, von der […] und klopfen sich ihre Zylinder zurecht. Weder menschlich noch gedanklich kann Peck hier den Urknall nachklingen lassen wie in seinem Baldwin-Film. I Am Not Your Negro. Regie: Raoul Peck. Frankreich/USA/Belgien/Schweiz 2016. Dokumentarfilm. 93 Minuten (Vorführtermine) Der junge Karl Marx. Raoul Peck. Mit August Diehl, Stefan Konarske und Vicky Krieps. Frankreich / Deutschland / Belgien 2017. 112 Minuten […] Von Thekla Dannenberg

No peace, no pussies: Spike Lees 'Chi-Raq' (Wettbewerb)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 17.02.2016 […] sich auf die skandalöse Zahl, nach der in den vergangenen fünfzehn Jahren in Chicago mehr Amerikaner durch Schusswaffen in den USA umgekommen sind als Soldaten in Afghanistan und Irak zusammen. Noch vor dem ersten Bild sieht man auf der schwarzen Leinwand eine Landkarte der USA, zusammengesetzt aus Pistolen, Revolvern und Gewehren. Dazu wummert ein Rap über die Stadt, den Hass und die Blödheit. Es ist […] Sanders natürlich, auf keinen Fall jemanden aus dem Establishment, sondern Bernie aus Brooklyn. Chi-Raq. Regie: Spike Lee. Mit Nick Cannon, Teyonah Parris, Wesley Snipes, Angela Bassett, John Cusack. USA 2016, 127 Minuten. (Vorführtermine) […] Von Thekla Dannenberg

Komplett entortet: Rafi Pitts 'Soy nero' (Wettbewerb)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 16.02.2016 […] Beim zweiten Versuch klappt der Grenzübertritt: Nero Madonaldo (Johnny Ortiz) gelangt von Mexiko in die USA, und zwar eben in dem Moment, in dem das Silvesterfeuerwerk beginnt und seiner Migration, die eigentlich eine Rückkehr ist, den passenden Rahmen verleiht. Das ist tatsächlich ein schönes Bild, auch, weil Rafi Pitts, wie oft in dem Film, auf Abstand geht, seinen Hauptdarsteller durch farbige […] Geworfenheit im Angesicht einer weltpolitischen Unübersichtlichkeit interpretieren. Mir scheint es sinnvoller, darin ein Spiegelbild des Films selbst zu sehen: Ein iranischer Regisseur dreht in den USA auf Englisch und Spanisch einen Film, finanziert von deutschen und französischen Förderinstitutionen. Globalisierter Europudding, der letztlich komplett entortet ist. Ein Film, der aus dem Nichts ins […] Von Lukas Foerster

Dokumente eines rassistischen Alltags: 'Through A Lens Darkly' von Thomas Allen Harris (Panorama)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 13.02.2014 […] unterscheiden sich kaum von den ernsten Bildern ihrer weißen Counterparts, und das wohlgemerkt zu einer Zeit, als in den Südstaaten noch die Sklaverei herrschte. Der am häufigsten fotografierte Mann der USA im 19. Jahrhundert war sogar der aus der Sklaverei entkommene Frederick Douglass, ein Abolitionist, Politiker und Schriftsteller, der seine würdevollen Fotografien den vorherrschenden Bildern des faulen […] Through A Lens Darkly: Black Photographers and the Emergence of a People. Regie: Thomas Allen Harris. Darsteller: Carrie Mae Weems, Lorna Simpson, Hank Willis Thomas, Lyle Ashton Harris, Glenn Ligon. USA 2014, 92 Minuten (Panorama, alle Vorführtermine) […] Von Thekla Dannenberg

Schmutzige Scheiben: Gus van Sants 'Promised Land' (Wettbewerb)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 08.02.2013 […] Höhe aufgenommenen Gottesperspektiven: Hier, wo die USA am amerikanischsten sind, im Hinterland, wo die meisten - wenn auch zunehmend unter wirtschaftlichen Schwierigkeiten - noch auf Farmen leben, hier also, wo manche Einstellung so aussieht, als sei sie der Rahmenhandlung vom "Wizard of Oz" entnommen, wo man den Eindruck gewinnt, als habe sich die USA in den letzten Winkel und ihren eigene Ursprungsmythos […] Leute, die in die Stadt kommen, bleiben undurchsichtig. Es geht ums "Fracking", die Erschließung von Erdgas in tiefsten, bislang unzugänglichen Gesteinsschichten. Eine Technologie, die einerseits die USA vom Ressourcenvorkommen in Krisengebieten unabhängiger machen und den verarmten Farmern zugleich ein Vermögen einbringen könnte, wenn sie sich nur auf die Angebote von Steve Butler (Matt Damon) und Sue […] rn der Konzerne als aufstrebender Karrierist. In einem Schlagabtausch - herrlich amerikanisch in einer öffentlichen Debatte - nimmt eine amerikanische Flagge den gesamten Hintergrund ein: Haben die USA sich selbst an den Großkapitalismus verloren? Die Farmer in dieser Stadt will Butler unterdessen mit Fraternisierungversuchen - wie in der Wiederholung deutlich wird: offensichtlich zurecht gelegte Manöver […] Von Thomas Groh