
Reisen in die Vergangenheit, Liebe an den unmöglichsten Orten, Kriegsverbrecher und Europapolitiker als Romanhelden und ein Till Eulenspiegel prägen die Romane der Saison.

In diesem Bücherherbst zog die AfD in den Bundestag ein. Publizisten fragen sich, ob sie "mit Rechten reden" sollen. Die Flüchtlingsfrage bewegt viele weitere Bücher.

Jürgen Beckers Assoziationsschübe, Oswald Eggers Märchenland im"Val di Non" und Simon Werles Neuübersetzung der "Fleur du Mal".

Sie sind zwar alle untergegangen - aber diese Leichen leben noch: Karl Marx, der Marxismus, der Sozialismus, der Kommunismus. Alle werden bedacht - unter anderen von Jürgen Neffe, Karl Schlögel, Christina Morina. Und Beethoven muss feststellen, dass es Götter neben ihm gibt.

Ulli Lust treibt's mit einem Nigerianer im Wien der Neunziger und die Kritiker zur Hyperventilation. Julien Gracq bereitet den Lesern ein grausames Wunder. Und dann geht Asterix nach Italien.

Dies ist die Saison, in der sich das Eichhörnchen Otto mit einer stachigen grünen Kugel, Italo Calvinos "schwarzes Schaf" mit Dieben und Gaunern, Ich so mit Du so und Angie Thomas' Heldin mit weißem und schwarzem Rassismus auseinandersetzen.

Ottessa Moshfegh treibt "erzmännliche Erzählmuster durch alle Genresäure- bäder". John Le Carré taucht mit seinem alten Helden Alec Leamas in die wohlige Klarheit des Kalten Kriegs. Und dann ist da noch ein dicker und menschenscheuer irischer Dorfpolizist.