Feuer in der Wildnis

Niemand will mehr Revolution, wundert sich die LRB. El Pais Semanal besucht die Kuria-Frauen. Mags

Rekonstruktion der Mitte

Emmanuel Macron versucht erstmals die defizitär gewordene repräsentative Demokratie aus den Hinterzimmern der politischen Klasse herauszuführen. Von Max Thomas Mehr

MEDIENTICKER

20.833 Probleme

30.03.2017. Aktualisiert: Hassbotschaften: Maas überarbeitet Gesetzentwurf zu Fake News - Einblicke: Strategie der Washington Post mit Wachstum im Digitalen - Türkei. Deniz Yücels Anwälte klagen vor das Verfassungsgericht - Kampf um US-Datenschutz: Aktivist will Internetnutzung aller Abgeordneten bloßstellen - E-Commerce: Amazon schluckt Souq.com - Gespräch mit Natscha Wodin über "Sie kam aus Mariupol" + Alles so schön bunt hier 1967: Psychedelische Plakatkunst & Schaltjahr des Pop.

EFEU - DIE KULTURRUNDSCHAU

Ehre, Freiheit, Vatermord

30.03.2017. Nachdenken über die moderne Stadt: In der Zeit plädiert Pritzkerpreisträger Ryūe Nishizawa für Nachbarschaft als Lebensform. In München entwerfen Allmann, Sattler und Wappner eine Bungalowsiedlung, die Arbeit und Wohnen vereint. Und in Frankreich fordert Jean Nouvel den Staatspräsidenten auf, die Stadtplanung den Technokraten zu entwinden. Außerdem: die nachtkritik porträtiert die Frauenburschenschaft Hysteria. Die SZ versinkt in den minimalistischen Soundlandschaften Drakes.

9PUNKT - DIE DEBATTENRUNDSCHAU

Das Über-Geheiß des Sozialen

30.03.2017. Über 30.000 Menschen sind beim Versuch nach Europa zu kommen in den letzten fünfzehn Jahren im Mittelmeer gestorben, berichtet Linkiesta - und die Zahlen steigen. In der Zeit fordert Lech Walesa mehr Führung von den Deutschen. Die New York Times porträtiert den Publizisten Maajid Nawaz, auf dessen Kritik am Islamismus die amerikanische Linke allergisch reagiert. Nein, der Terrorismus hat nichts mit Religion zu tun, meint dagegen The Intercept. In der Columbia Journalism Review stellen Emily Bell und Taylor Owen ein hundertseitiges Papier über den Einfluss der Plattformen auf den Journalismus vor.

MAGAZINRUNDSCHAU

Feuer in der Wildnis

28.03.2017. Niemand will mehr Revolution, wundert sich die LRB.  Der Guardian feiert die feministische Science-Fiction. El Pais Semanal schildert die komplizierten Wege der Kuria-Frauen, sich ein Erbe zu sichern. Slate.fr untersucht das Wunder des Populismus am Beispiel Narendra Modis. Wozu brauchen die Ungarn eigentlich Janos Ader, fragt HVG. In Respekt prangert Claire Denis den neuen Kolonialismus an. Leute, wollt ihr ewig leben? Darauf erhält der New Yorker eine überraschende Antwort.

FOTOLOT

Der scheinbar schwebende Teppich

20.03.2017. Die meisten Magnum-Bücher verfolgen einen dokumentarischen Ansatz, das versteht sich bei dieser Agentur von selbst. Aber die Magnum-Fotografen sind mehr als Journalisten, ja, mehr als Reporter. Das "Magnum Photobook" zeigt, welche Bedeutung das Buch für sie hatte und - was im Zeitalter der Digitalisierung das Erstaunlichste ist - hat. Von Thierry Chervel.

ESSAY

Rekonstruktion der Mitte

15.03.2017. Mit Emmanuel Macron versucht erstmals ein ernstzunehmender Demokrat die defizitär gewordene repräsentative Demokratie aus den Hinterzimmern der politischen Klasse herauszuführen, sie zu transformieren und ihr wieder zu mehr Legitimation zu verhelfen. Weder das politische Retrodesign eines Martin Schulz, noch die Verwaltung der Stadt Berlin nach den Vorstellungen von Radfahrern und Mieterinnen können dazu eine Alternative bieten. Von Max Thomas Mehr.

ESSAY

In der Sonosphäre

14.03.2017. Was wäre, wenn die Schwebezustände der minimalistischen Klang-Blasen ein höheres Subversionspotenzial bereit halten als alles, was die Avantgarden des 20. Jahrhunderts bis hin zu Free Jazz und Artrock mit ihren Konflikt-, Protest- und Radaudramaturgien einst zu mobilisieren versuchten? Meditation über Brian Enos "Reflection" Von Daniele Dell'Agli.

BÜCHERBRIEF

Resümieren, Sterben und Morden

11.03.2017. Andrej Platonow beschreibt in "Die Baugrube" beispielhaft den Zusammenhang von Totalitarismus und Utopie. Juliana Kálnay führt in ein geheimnisvolles Mietshaus. Joachim Radkau erzählt die Geschichte der Zukunft und Tom Burgis beschreibt den Fluch des Reichtums - dies alles und mehr in den besten Büchern des März.

VORGEBLÄTTERT

Götz Aly: Europa gegen die Juden 1880 - 1945

15.02.2017. In seinem Buch "Europa gegen die Juden 1880 - 1945" stellt Götz Aly den modernen Antisemitismus als grenzüberschreitendes Phänomen dar. Ohne die Schuld der deutschen Täter zu mindern, zeigt er, wie Diskriminierung und Pogrome seit Ende des 19. Jahrhunderts vielerorts dazu beigetragen haben, den Boden für den Völkermord zu bereiten. Wir wählen als "Vorgeblättert" seinen Abschnitt über die Konferenz von Evian 1938 - wo die westlichen Länder über die Aufnahme verfolgte Juden verhandelten. Aly stellt sein Buch nächste Woche in Berlin vor.