Verbliebene Schemen

Berlin-Fotografie boomt nach wie vor. Vielen Berliner Ausstellungen huldigen ihm. Fotolot von Peter Truschner

Menschliche Melodien

Eva Trobischs "Ivo" ist ein Film über Wärme und Verständnis - und über den Tod. Im Kino mit Silvia Szymanski

BÜCHERSCHAU DES TAGES

Allein im Nordmeer

22.06.2024. Olga Martynovas Gedichtband "Such nach dem Namen des Windes" ist ihrem 2018 verstorbenen Lebenspartner Oleg Jurjew gewidmet - die FR feiert ihn als ein vielschichtiges Monument der Trauer. Die taz folgt Szczepan Twardoch zu den "Cholodzern", die im Mittelpunkt seines großen Romans "Kälte" stehen. Die FAZ liest Barbara Kingsolvers Roman "Demon Copperhead" über das Unglück in Appalachen gern, findet den Pulitzer-Preis für das Buch allerdings übertrieben. Mehr...

EICHENDORFF21

Taschenbücher des Monats

Auch im Juni dürfen wir uns über viele Neuerscheinungen im Taschenbuch freuen: Daniela Dröscher porträtiert in "Lügen über meine Mutter" eine übergewichtige Mutter  in der bundesrepublikanischen Provinz der Achtziger. NoViolet Bulawayo erzählt in ihrer satirischen Tierparabel "Glory" von den Machtverhältnissen in Simbabwe. Unter den Sachbüchern ist besonders Thomas Hallidays "Urwelten" über die ausgestorbenen Ökosysteme der Erdgeschichte zu empfehlen.

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EFEU - DIE KULTURRUNDSCHAU

Farbenfrohes Schreckensbild

22.06.2024. Die FAZ denkt auf der Frankfurter Fototriennale Ray darüber nach, wie wir uns mit Fotos erinnern. Beim Pen Deutschland fliegen wieder mal die Fetzen, nach einer Generalabrechnung der zurückgetretenen Präsidiumsbeisitzerin Gabriele Gillen, berichtet die SZ. Im Filmdienst möchte Sebastian Seidler mehr Menschen mit der Liebe zum Film infizieren - zur Not auch mit Knutschen und Tanz. In der taz erklärt der iranische Autor Amir Gudarzi, warum die Götter die Menschen erschufen. Van erklärt, warum die klassische Musik schuld daran ist, dass Brasiliens Nationalbaum ausstirbt. Mehr...

9PUNKT - DIE DEBATTENRUNDSCHAU

Beim Gedanken an die Zukunft zu erzittern

22.06.2024. In einem SZ-Essay fürchtet die in Kopenhagen lebende Autorin Kathrine Tschemerinsky, dass liberale und säkulare Juden nach dem 7. Oktober nirgends mehr einen Ort haben, in Israel nicht, und auch nicht in der Diaspora. Auch Zeruya Shalev macht sich in einem FAS-Essay größte Sorgen um Israel. Der moldawische Künstler Alexandru Cosmescu erzählt in "Bilder und Zeiten", wie sich die moldawische Identität zusammensetzt. Der Tagesspiegel erzählt, wie Olaf Scholz die Trump-Regierung bezirzte, um Nord Stream 2 doch noch durchzukriegen. Mehr...

INTERVENTION

Verlogene Friedens-Rhetorik

20.06.2024. Mit dem "Bündnis Sahra Wagenknecht" hat sich neben der AfD eine weitere Kreml-Partei etabliert. Obwohl die Wagenknecht-Partei die Widerstandskraft gegen totalitäre Aggressoren nicht weniger aktiv unterminiert als ihr Pendant auf der äußersten Rechten, rechnet man sie aber meist noch immer dem demokratischen Spektrum zu. Das macht diese Partei umso gefährlicher: Das BSW lockt Wähler an, die der prorussischen Haltung der AfD zuneigen, aber nicht mit deren neonazistischen Tendenzen in Verbindung gebracht werden wollen. Von Richard Herzinger. Mehr...

IM KINO

Menschliche Melodien

18.06.2024. Eva Trobischs "Ivo" erzählt von einer Palliativpflegerin, die bei ihrer Arbeit mit den kleinsten und größten Fragen konfrontiert wird. Mit müheloser Selbstverständlichkeit stellt der Film die Schattenseiten der Menschen neben ihren Charme, ihre Güte und ihre alltägliche Normalität. Ein Film über Wärme und Verständnis - und über den Tod. Von Silvia Szymanski. Mehr...

IM KINO

Kickende Nostalgieflashs

18.06.2024. Nun gibt es also auch einen Retro-Nostalgiefilm über Gabber. Die in den Niederlanden beheimatete besonders prollige Techno-Spielart fügt sich in Jim Taihuttus "Hardcore Never Dies" in eine Welt der begrenzten Horizonte. Von Lukas Foerster. Mehr...

MAGAZINRUNDSCHAU

Zwischen dem Sichtbaren und dem Unsichtbaren

18.06.2024. Shakespeare ist Burkiner, aber es gab ihn auch im arabischen Mittelalter, da hieß er al-Mutanabbi, erzählt uns New Lines. In La vie des idees erinnert die Soziologin Marie Ladier-Fouladi an die erste Frauendemo gegen die Mullahs im Iran am 8.3.1979, zwei Tage nach Einführung des Verschleierungszwangs. Im Ideas Letter erklärt der britisch-nigerianische Autor Tomiwa Owolade, wo seine eigentliche Heimat liegt: Bei den New York Intellectuals. New Eastern Europe schildert den Kampf für den EU-Beitritt in Moldau. Mehr...

FOTOLOT

Verbliebene Schemen

14.06.2024. Der Boom um Fotografie aus und über Berlin (dabei gerne aus der Zeit vor der Jahrtausendwende, am liebsten Schwarzweißfotografie vor 1989 aus Ostberlin) hält immer noch an. Und der Sommer naht. Und mit ihm viele Berliner Ausstellungen, die dem Boom huldigen und genau das richtige für den Sommer sind. Am Ende werfen Sie sich bitte in die Krumme Lanke. Von Peter Truschner. Mehr...

INTERVENTION

Lieber ein weiteres Rentenpaket

13.06.2024. Hilfe, die Jugend wählt rechts. Sie verhält sich nicht so, wie es die Erwachsenen erwartet haben. Vor fünf Jahren kamen die Grünen bei den Jugendlichen noch auf knapp 35 Prozent. Nun hat ihnen die AfD per TikTok das Gehirn erweicht, heißt es. Woran könnte dies möglicherweise liegen? Als junger Mensch versuche ich mal, darauf zu antworten. Das Problem haben nicht allein die Grünen: Keine der bürgerlichen Parteien bot eine Erzählung, die über das "Wir sind nicht die AfD" hinausging. Wo bleibt das Angebot an die Jugendlichen? Von Lukas Pazzini. Mehr...

VORWORTE

Alice in Hiroshima

11.06.2024. Nicht jede junge Frau, die in ein Loch stürzt, kommt im Wunderland an. Oder vielleicht doch? In Hiroko Oyamadas so behexendem wie leise bedrohlichem Roman "Das Loch" gilt das zumindest für die Leserinnen. Mit ähnlichem Raffinement hatte die 1983 in Hiroshima geborene Schriftstellerin in ihrem voraufgehenden Werk schon die Legende vom japanischen Arbeitsethos unterlaufen. Von Angela Schader. Mehr...

BÜCHERBRIEF

Glitzen, Glimmern und Glitschen

10.06.2024. Sasa Stanisic schenkt uns in einem virtuos komponierten Spiel zehn Minuten einer möglichen Zukunft, Yan Lianke erkundet in einer schonungslosen Parabel die chinesische Wirklichkeit, Alhierd Bacharevic wirft mit Punk und Poesie einen dystopischen Blick auf Europa, und Ron Leshem klärt über Verirrungen nach dem 7. Oktober auf.  Dies alles und mehr in unseren besten Büchern des Monats Juni. Mehr...

ESSAY

Gegen den intellektuellen Dammbruch

10.06.2024. Wir alle sind aufgerufen, Lars-Henrik Gass den Rücken zu stärken. Es geht darum zu verhindern, dass der Antisemitismus erneut zu einem kulturellen Code werden kann. Wie sich dieser Geist ausbreiten konnte, zeigte etwa der Adorno-Preis für Judith Butler im Jahr 2012 und die bis heute anhaltende  Weigerung der Jury, darunter Repräsentanten der Nachfolge-Generation Kritischer Theorie, sich von diesem Preis zu distanzieren. Wir übernehmen Wolfgang Kraushaars Laudatio auf den Leiter der Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen aus Anlass der Verleihung der Ernst-Cramer-Medaille der Deutsch-Israelischen Gesellschaft. Von Wolfgang Kraushaar. Mehr...

SPENDEN

Unterstützen Sie den Perlentaucher

24.11.2021. Der Perlentaucher bietet seinen Service für die Leser kostenlos und möchte dabei bleiben. Falls Sie uns unterstützen mögen - regelmäßig oder einmalig - freuen wir uns! Hier finden Sie verschiedene Möglichkeiten. Mehr...

EICHENDORFF21

Kafka, Kafka, Kafka

31.05.2024. Wir können sie kaum zählen, die Neuerscheinungen über Kafka in dessen hundertstem Todesjahr. Aber wir haben versucht, die meisten in unserer Kafka-Liste auf Eichendorff21 zusammenzustellen: Ein Fotoalbum über Kafkas Familie etwa oder Andreas Kilchers Blick in Kafkas Werkstatt. Auch Comics über Kafka sind erschienen. Und Reiner Stachs monumentale Kafka-Biografie liegt nun auch im Taschenbuch vor. Mehr...