Aus dem Italienischen von Andreas Thomsen. Altgriechisch ist ebenso außergewöhnlich wie erstaunlich und nicht die tote Sprache, für die wir sie halten - das hat Andrea Marcolongo erkannt. Ihr überraschendes Buch über die Sprache der antiken Griechen ist kein Lehrbuch und keine Grammatik, sondern eine Liebeserklärung an die Fähigkeit des Altgriechischen, unsere Wahrnehmung zu verändern. Es ist eine Entdeckungsreise zu den faszinierenden Besonderheiten dieser Sprache, die das damalige Weltbild maßgeblich beeinflusst haben. So kannten die antiken Griechen zum Beispiel keinen Zeitdruck, da Wörter wie früh, spät, gestern oder morgen keine Rolle spielten. Oder sie hatten die Möglichkeit, der Zweisamkeit mit dem Dual eine ganz eigene Bedeutung zu geben.
Andrea Marcolongo bringt uns die Magie des Altgriechischen nahe und zeigt uns, was wir von den antiken Griechen lernen können, selbst wenn wir ihre Sprache nicht sprechen.
Rezensentin Melanie Möller, im Hauptberuf Professorin für Klassische Philologie an der FU Berlin, empfiehlt Andrea Marcolongos Plädoyer fürs Altgriechische vorbehaltlos. Leidenschaftlich und persönlich findet sie den Ansatz der "Sprachbiografie", die laut Möller weniger auf Sachargumente für das Erlernen des Altgriechischen als auf "Schönheit und Liebe" abhebt und zum Spracherwerb ermuntert, um die Welt besser zu verstehen. Für Möller eröffnet Marcolongos Begeisterung das faszinierende Reich der griechischen Grammatik mit ihrem ungeheuren Nuancenreichtum und fremden Modi wie Optativ und Eventualis und der Sprachgeschichte. Ansteckend, findet sie.
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