Efeu - Die Kulturrundschau

Die besten Kritiken vom Tage. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

Als wäre man ganz Auge

19.07.2019. Luc Bessons coole Killerinnen haben sich irgendwie überlebt, findet die SZ. Phoebe Waller-Bridges' bitterböse Mörderinnen mit Sex-Appeal liegen dagegen im Trend, versichert die NZZ. Zeit online unterhält sich mit der queeren Schriftstellerin Eileen Myles. Die FAZ beobachtet Perfomance-Kunst durch eine VR-Brille. Die taz hört Rock'n'Roll-Musikerinnen. 

High-Five ans Universum

18.07.2019. In der SZ erklärt der russische Regisseur Pawel Lungin, warum er einen Film über den Abzug russischer Soldaten aus Afghanistan drehen wollte. Außerdem hört sie "fOnk" von Georgia Anne Muldrows. Hyperallergic sieht die Welt mit den Augen des Arte-Povera-Künstlers Jannis Kounellis. Der Tagesspiegel stellt die deutsche Künstlergruppe "Vereinigung der XI" vor.

Der Tarnumhang ihrer Träume

17.07.2019. Aktualisiert: Die italienischen Medien trauern um Andrea Camilleri, der im Alter von 93 Jahren gestorben ist. Der Tagesspiegel denkt über fremd gewordene Heimat nach im Bucerius Kunst Forum. Die SZ feiert das fotorealistische Spektakel von Jon Favreaus Film "König der Löwen". Der Tagesspiegel sehnt sich dagegen nach dem derangierten Charme des Originals. In der FAZ würdigt der Filmwissenschaftler Johannes Rhein die Shoah-Filme Arthur Brauners.

Faktoren der Instabililität

16.07.2019. Hyperallergic berichtet, wie massiv Peking auf einmal gegen die Kunstszene der Stadt vorgeht. Die SZ lernt vom Atelier Loidl, dass soziales Park-Design nur ohne Distanzgrün funktioniert. Die taz stemmt sich gegen die Versuche von rechter Seite, den Asphaltliteraten Jörg Fauser für ihre Systemfeindlichkeit zu vereinnahmen. Im Konzertsaal zählt nicht mehr anerkennender Applaus, konstatiert die NZZ, sondern der eksatische Begeisterungssturm.

Natürlich will Ortlieb nicht sterben

15.07.2019. Der Standard steht in Bregenz mit Thomas Schütte vor kolossalen Männern im Matsch. In Thomas Melles Nibelungen-Variante "Überwältigung" erleben FR und SZ in Worms das Protestkind for Future.  Die FAZ fragt, ob der digitale Angestellte des Amsterdamer Filmmuseums, Jan Bot, Autor seiner Filme ist. Die NZZ erfährt, welche beiden roten Linien in Chinas Literatur nicht überschritten werden dürfen.

Tanzen heißt geschmeidig werden

13.07.2019. Die SZ verschlingt die Körperbilder der Miriam Cahn in München. Die Berliner Zeitung schwelgt im Potsdamer Museum Barberini lieber in barocken Leibern. Die nachtkritik folgt Christiane Mudra auf dem Weg eines Attentäters durch München. Jungle World amüsiert sich über Vanessa Paradis als Pornoregisseurin. Und die taz tanzt mit Yabby You und King Tubby durch ein leidendes Kingston dem Weltuntergang entgegen.

In Sound baden

12.07.2019. Europa war schon immer ein Netzwerk, lernt die FAZ im Prado in der inspirierenden Ausstellung "Velázquez, Rembrandt, Vermeer". Weniger Stil als Stilblüte sieht Zeit online in David Chipperfields James-Simon-Galerie für die Berliner Museumsinsel. Die SZ fragt angesichts bekleideter Liebespaare: Seit wann geht es im Film so prüde zu? Die taz lässt sich von Caspar Brötzmann die Ohren frei pusten.

Wie diese Orgel atmet!

11.07.2019. Die SZ staunt in einer Innsbrucker Ausstellung über die originelle, in die Zukunft blickende Architektur von MVRDV. Außerdem porträtiert sie die Künstlerin Henrike Naumann, die mit alten Möbeln über die deutsche Einheit nachdenkt. Die taz lobt Thomas Vinterbergs Film über die Tragödie des russischen U-Boots "Kursk" als Etüde des Abschiednehmens, die SZ lernt einiges über die Inkompetenz der russischen Marinefunktionäre. Die Zeit unterhält sich mit der Künstlerin Miriam Cahn. Und in der nmz erklärt Regisseur Tobias Kratzer den Unterschied der beiden Tannhäuser-Fassungen Wagners.

Lust am großen Krach und groben Ton

10.07.2019. Der Schweizer Autor Lukas Bärfuss bekommt den Georg-Büchner-Preis. Bei den Kritikern stößt die Entscheidung auf ein geteiltes Echo: Die Welt lobt seine sprachlich und gedanklich konzentrierten Werke, die taz stört sich jedoch an seiner Neigung zur Abwertung der Gegenwart. Der Guardian hinterlässt einen schmutzigen Fußabdruck in der Olafur-Eliasson-Schau in der Tate Modern. Die NZZ erzählt, wie die HBO-Serie "Chernobyl" die russische Öffentlichkeit aufstöbert. Und die SZ schwebt im Glück mit Abdullah Ibrahims neues Album.

Was wir machen, ist immer sexy

09.07.2019. In der taz blickt Nan Goldin auf einige ziemlich erfolgreiche Aktionen gegen die Sackler-Familie zurück. Der Tagesspiegel zündet mit David Chipperfield die vierte Stilstufe auf der Museumsinsel. Die Tell-Review  unterhält sich mit dem serbisch-ungarischen Schriftsteller Zoltán Danyi über die Bedeutung des erzählerischen Rhythmus'. In der NZZ holt der Belgier Christophe Slagmuylder die transnubische Donaustadt zurück nach Wien. Auf ZeitOnline erklärt der Musiker Ezhel, was türkischen Rap von migrantischem DeutschRap unterscheidet. Und Aktuell: Lukas Bärfuss erhält den Büchner-Preis.