Magazinrundschau

Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag Mittag

Wer zuerst das Ziel erreicht

16.08.2022. Atlantic-Autorin Anne Applebaum zeigt am Beispiel Odessas, wie der Krieg endgültig eine ukrainische Identität schmiedet. Tablet besucht die Retrospektive Shirley Jaffes, der letzten amerikanischen Nachkriegskünstlerin in Paris. Der New Yorker lernt in Ruanda, wie wichtig ein funktionierender Kühlkreislauf für unsere Lebensmittel ist. Unherd fürchtet: Die Fatwa war nur der Anfang.

Die instinktive Befreiung des Wissens

09.08.2022. The Verge erklärt, was der Krieg gegen Drogen mit dem Krieg gegen Flüchtlinge gemeinsam hat. Eurozine folgt dem Gedenkpfad Schumanns Eck, der durch die Wälder der Ardennenschlacht führt. Hakai fürchtet in Zeiten des Klimawandels eine Naturschutztriage. In Elet es Irodalom macht der Dichter Zoltán Csehy Fingerübungen. New Lines erzählt die Geschichte des Islamischen Staats in Afghanistan. Der Filmdienst erzählt die Geschichte der deutschen Filmförderung.

Sprünge in eine utopische Zukunft

02.08.2022. In der LA Times fragt Mike Davis: Warum beherrscht die Rechte die Straße, nicht die Linke? Vielleicht kündigt bald das Knistern von Papier das Herannahen eines Autos an, überlegt der New Yorker. Wired sieht einen neuen Goldrush - oder eher CO2-Rush am Golf von Mexiko. Quillette erzählt die Geschichte der Knast-Soulband Upheaval. In Qantara sieht Hazem Saghieh schwarz für die Zukunft der arabischen Welt, die an ihrem Sektierertum erstickt. In Harper's versucht sich Marilynne Robinson an einer Ehrenrettung der Puritaner. In der London Review of Books findet John Lanchester eine Erklärung für die zwei größten Betrugsskandale der deutschen Wirtschaft: Selbstgefälligkeit.

Wenn Skynet besoffen ist

26.07.2022. Die New York Times beschreibt den aussichtslosen Kampf der Ukrainer um das Asow-Stahlwerk in Mariupol. Der New Yorker berichtet vom Kriegsgeschehen im Donbass. In Eurozine halten Francis Fukuyama und der ukrainische Autor Valerii Pekar einen "Dialogue on war". Harper's erinnert an den vor zehn Jahren verstorbenen britischen Intellektuellen Christopher Hitchens. A2Alarm erinnert an die fortschrittlichen Frauen der Ersten Tschechoslowakischen Republik. Und Verge amüsiert sich mit der Schreibhilfe Sudowrite.

Verbannt das Grün!

19.07.2022. Der New Yorker schippert auf einer Superjacht über die Untiefen des faustischen Kapitalismus. In Lidove noviny blickt Miloš Urban auf das von der russischen Highsociety verlassene Karlsbad. Republik erzählt die Geschichte der russischen Suchmaschine Yandex. In Elet es Irodalom fragt sich Gáspár Miklós Tamás, von welcher Plattform wir heute noch auf Kapitalismus blicken können.  Die LRB erzählt, wie der Lockdown an den Nerven der Shanghaier zehrte. Und Filmdienst würdigt den Filmemacher Shinji Aoyama, der sich konsequent Japans Schönheit verweigerte.

Sie lieben das Meer nicht?

12.07.2022. The Atavist recherchiert die Geschichte des berüchtigten Neonazis Michael Kühnen und seines Dresdner Führungsoffiziers Wladimir Putin. Desk Russie betrachtet die Beziehung zwischen Russland und der Türkei: Eine gewalttätige Ehe ist nichts dagegen. Die NYRB fragt, wann eine Literatur unlesbar wird, die sich nicht mit dem Klimawandel auseinandersetzt. The Nation beklagt den neuen Konformismus einer Kunst, die in der Öffentlichkeit nur noch saubere Wäsche wäscht. Der Spectator huldigt dem bengalischen Regisseur und Renaissancemenschen Satyajit Ray.

Gute und schöne Häuser

05.07.2022. Die New York Times beobachtet das Verschwinden der gemäßigten Demokraten. Die LRB blickt auf die trostlose Lage der afghanischen Bevölkerung. Deník Referendum verteidigt russische Filme auf dem Filmfestival von Karlovy Vary. INews bewundert die Opferbereitschaft regierungskritischer Russen. In Magyar Narancs weigert sich Anna T. Szabo, ihre Vergangenheit zu bereinigen. Der Guardian erkundet die intellektuellen Kampftechniken von Janet Malcolm und Joan Didion.

Bettfedern aus dem Off

28.06.2022. Der New Yorker lernt auf einem Schrottplatz, wie man das Geräusch eines Kusses nachmacht. Die Deutschen sind in ihrer Ukrainepolitik so berechenbar wie ein Betrunkener, ätzt Tablet. The Nation vermisst die Zeit als schwules Begehren noch verboten war. Eurozine skizziert die strafbewehrte russische Erinnerungspolitik. Die New York Times wirft einen Blick auf das amerikanische Verlagswesen, das diverser werden soll.

Flussschlamm und Fischschleim

21.06.2022. Der nächste Krieg könnte im ehemaligen Jugolsawien losgehen, prophezeit die New York Times mit Blick auf Milorad Dodik, Herrscher der Republika Srpska in Bosnien-Herzegowina. Mayar Narancs versteht die Ankündigung der totalen Überwachung regierungsunabhängiger Medien in Ungarn als Warnung, brav zu sein. La vie des idees empfiehlt die japanische Netflixserie "The Journalist". In Novinky antwortet der tschechische Rechtsphilosoph Jiří Přibáň auf Étienne Balibar, Jürgen Habermas und Noam Chomsky, die dem Westen im Ukrainekrieg Scheinheiligkeit vorwarfen. Im Guardian singt Orhan Pamuk ein Liebeslied auf die Fotos von Dayanita Singh.

Sie waren alle meine Freunde

14.06.2022. Eurozine erzählt die Geschichte ethnischer Minderheiten in der Ukraine. Im Interview mit Wired stellt Ukraines Präsident Selenski die dritte Armee seines Landes vor. In Pritomnost denkt Jacques Rupnik darüber nach, was Mittel- und was Osteuropa ist. Die New York Times erklärt die Arbeitsweise von Ruangrupa. In Words without Borders betrachtet Olga Tokarczuk die Entwicklung des neuen Menschen. Der New Yorker porträtiert die neue Hoffnung der lateinamerikanischen Linken: Chiles 36-jährigen Präsidenten Gabriel Boric. Die kalifornische Linke dagegen verspielt gerade jede Hoffnung, die in sie gesetzt wurde, beobachtet The Atlantic.