Magazinrundschau

Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag Mittag

Vor seinem erhabenen Profil

30.06.2026. Eurozine lernt aus einer Studie, dass die Iraner immer atheistischer werden. Dekoder erklärt, warum die postsowjetischen Völker oft so genervt von den Russen sind. Lidove noviny erinnert an die große tschechische Schriftstellerin Věra Linhartová. Brooklyn Rail interviewt den Fotografen Thomas Demand. La Regle du Jeu versucht sich hübsch boshaft, Dominique de Villepin als Staatspräsident vorzustellen.In Elet es Irodalom wünschte sich der Autor Miklós Vámos etwas Selbstkritik von den Ungarn. New Lines beobachtet die Flamingorevolution in Albanien.

Das Letzte, was man im Leben schreibt

22.06.2026. In Eurozine erklärt der ukrainische Autor und Soldat Artur Dron, was Literatur gerade im Krieg vermag. Zur heutigen Pantheonisierung bringt Le Grand Continent einen Text von Carlo Ginzburg über Marc Bloch. New Lines lernt aus einer Münzsammlung im British Museum von der glorreichen Geschichte Afghanistans. Der New Yorker kassiert mit einem Repo-Man unbezahlte Autos ein. Der indische Autor Amit Chaudhuri spürt in The Point dem Fremden in den Fotografien Ljubodrag Andrics nach.

Mallarmés geistige Bomben

16.06.2026. Wenn Staatsverbrecher straflos bleiben, führt das zu moralischer Lähmung, erkennt in Osteuropa der Autor Sergej Lebedew am Beispiel von Russland. Der Guardian erklärt, warum Mexikos beliebte linke Präsidentin Claudia Sheinbaum äußerst militärfreundlich ist. In Elet es Irodalom setzt László Végel auf die revolutionäre Kraft der Bücher. In der Yale Review möchten Millenials lieber das explizite Unoriginelle und Unaufregende umarmen. Der Kriegsfotograf Shyam Tekwani erzählt in New Lines von einer Aufnahme, die ihn nie mehr losließ. In der Paris Review sucht Karl Ove Knausgard nach Authentizität in der Kunst.

Bereits drei Drinks intus

09.06.2026. Der Guardian lernt die digitale Schattenökonomie Kubas kennen. Dekoder berichtet von militär-patriotischen russischen Trainingslagern für russische und entführte ukrainische Jugendliche. Die LRB taucht mit C. Thi Nguyen in die Welt des Spiels und der Bewertungssysteme ein. In Tvar ruft der tschechische Schriftsteller Jiří Kratochvil zu einer neuen engagierten Literatur auf. Artforum porträtiert die Künstlerin Gladys Nilsson und ihre Gruppe Hairy Who. In Elet es Irodalom ermuntert der Pianist Andras Schiff klassische Musiker zu mehr Aufklärung. Harper's frischt seine Esperanto-Kenntnisse auf.

Was hast du da nur angerichtet, Edelfeder?

02.06.2026. Nach Putin wird es ein russisches Game of Thrones geben, weiß Istories, denn rivalisierende Clans bringen sich bereits in Stellung. Die LRB staunt derweil, wieviele verschiedene Ideologien unter Putin florieren dürfen, solange es nur gegen den Westen geht. Respekt weiß, warum der tschechische Premier Andrej Babiš ganz auf Longevity setzt. HVG und Elet es Irodalom träumen von einem Ungarn, in dem Partizipation und Medienfreiheit herrschen. Nehmt euch in acht vor hitzebeständigen Mikrobiomen, warnt der New Yorker: Sie sind überall. Newlines überwindet die Trennung von Mensch und Natur durch altarabische Dschahili-Dichtung

Der Plot ist Slob

19.05.2026. Was genau ist Kapitalismus, fragt The Nation und sucht nach Antwort in Sven Beckerts Globalgeschichte desselben. Wie Iran den Krieg gewann gegen die USA, erklärt Robert Kagan in Atlantic. In Elet es Irodalom sprechen der Künstler Károly Klimó und der Philosoph László F. Földényi über Zivilisation und Kultur. Die London Review vertieft sich in eine Geschichte des Sklavenhandels in der muslimischen Welt. New Lines notiert im Sudan, wie der Drohnenkrieg jede Verantwortung verschleiert.

Im Wesentlichen kontrapunktische Stimmen

12.05.2026. John Lanchester fragt in der LRB: Wohin ist die ganze Kohle verschwunden? Der Dichter Ernest Jesuyemi erinnert in Compact daran, dass es mal möglich war, widersprüchliche Emotionen in der Kunst auszuhalten. New Lines erzählt von dem Dichter, Politiker und Piraten Rahmah ibn Jabir, der im 16. Jahrhundert die Straße von Hormus belagerte. Joshua Cohen feiert in der Paris Review die Musikalität von Wolfgang Koeppens Prosa. In Wired erzählt die britische TV-Autorin Ruth Fowler, wie aus KI-Trainern Arbeitssklaven werden.

Von der Freiheit der Liebe

05.05.2026. New Lines analysiert die neue Rolle Pakistans in der Weltpolitik. Im Merkur überlegt Claus Leggewie, ob und wie sich Klimaschutz auf der Erde mit dem Schutz der Meere verbinden lässt. Die London Review sieht da mit Blick auf Russlands Arktis-Politik wenig Chancen. In Elet es Irodalom hofft die Dichterin Timea Turi auf autonome ungarische Bürger. Antizionismus ist keine Position, er ist eine Weltanschauung, warnt Hussein Aboubakr Mansour in Substack die Demokraten.

Die Tragödie der Allmende

28.04.2026. In Razpotja spricht Tania Branigan über ihr Buch zum "Red Memory" der Chinesen. The Ideas Letter erklärt, warum KI gerade dabei ist, das aufzufressen, wovon sie zehrt: soziale Komplexität. The Insider fragt, wie zulässig Kompromisse mit einem repressiven Regime sind. The Free Press liest drei Bücher aus der Gazology. Desk Russie untersucht das Verhältnisses der europäischen Linken zum Iran. Qantara stellt eine Anthologie mit Gedichten 26 zeitgenössischer saudischer Dichter vor. Outside blickt auf die Bärenkrise in Japan.

Ihr flüchtiges Lächeln

21.04.2026. Byline Times sucht und findet in den Epstein Files Verbindungen zwischen Peter Thiel, Jeffrey Epstein und der Alt Right Bewegung. Der New Statesman begutachtet gutbürgerliche linke und sehr depressive Frauen der Gen Z. The Atlantic staunt über die innovative Drohnenindustrie der Ukraine. New Lines erzählt, wie die Regierung in Kuwait sich ihre Macht sichert: durch massenhafte Aberkennungen von Staatsbürgerschaften. In Elet es Irodalom denkt der Philosoph Mihály Szilágyi-Gál darüber nach, wo die ungarische Gesellschaft heute steht. Times of Israel und The Free Press setzen sich mit den israelischen Siedlern auseinander.