Magazinrundschau

Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag Mittag

Wow, das ist ein Verb

21.01.2020. The Nation recherchiert im korruptionsgeplagten Haiti. Im New Statesman wundert sich John Gray nicht über die Wahlniederlage Labours. In Elet es Irodalom beschreibt der Dichter Gábor Kálmán sein Leiden beim Schreiben von Prosa. Harper's erlebt in Brasilien den Heiligen Krieg zu evangelikalen Christen konvertierter Drogengangster. Cosmopolitan erzählt, wie Amish-Gemeinden den sexuellen Missbrauch von Kindern verschleiern. Die New York Times begibt sich vor die Linse der Lieblings-Überwachungskameras amerikanischer Bürger.

Der Narzissmus der kleinen Unterschiede

14.01.2020. Der New Yorker erklärt, warum Vielfalt affirmative action braucht. Respekt erinnert an den Filmemacher Ivan Passer. Bloomberg erzählt, wie sich die katholische Kirche in Amerika arm rechnet. The Atlantic warnt vor den Echokammern der sozialen Medien, die zu Realitätsverlust und Stammesdenken führen können. Die New York Times stellt die neue Technologie des Genantriebs vor, die uns weniger Malariatote, einen boomenden Markt für Ethiker und jede Menge noch unbekannter Folgen bescheren könnte.

Die Mutter der Metissage

07.01.2020. Die NYT fragt, welche Folgen der Brexit für Nordirland haben wird. Respekt rehabilitiert das "Prager Kaffeehaus". Wer Veränderungen verstehen will, findet das Rüstzeug dazu in der Kultur, erkennt der Merkur. Selbst die Mafia hat ein paar nützliche Kulturtechniken entwickelt, meint Elet es Irodalom mit Blick auf Greta Thunberg. Die LRB feiert ihre sechs Prozent Neanderthal-DNA. Atlantic sucht nach positiven Rollenbildern für Jungs. En attendant Nadeau versinkt im geheimen Büro der Erinnung von Lydia Tschukowskajas und Anna Achmatowa. Die NYRB liegt zu Füßen der schillernden Alma Mahler. Der New Yorker warnt vor einem Kalten Krieg zwischen den USA und China.

Mit schönen Umlauts im Namen

24.12.2019. Wir Perlentaucher haben uns plötzlich Sorgen gemacht: Was ist, wenn sich unsere Leserinnen zu Weihnachten langweilen? Oder den missbilligenden Blicken böser Verwandter entfliehen wollen? Also haben wir alle Magazinrundschauen des Jahres 2019 durchkämmt, auf der Suche nach all den Geschichten über Leute, die es noch schwerer haben. Und es hat sie gegeben! Philip Roth zum Beispiel, der den Nobelpreis verdient hatte. Die Roboter, die unsere Arbeit übernehmen sollen. Die wenigen Polizisten in Alaska. Der Philosoph Eugene Thacker auf der Suche nach dem Nichtmenschlichen. Und auch diesem Nichtmenschlichen, ob es vor der Tür steht oder nicht, wünschen wir nochmals frohes Fest!

Unerwartete Intrigen

17.12.2019. Bloomberg stürzt sich auf Madagaskar in den unglaublich wilden Markt für Vanilleschoten. Der Historiker Stefano Bottoni sieht Ungarn Richtung Asien rücken. John Lanchester sieht ein Warnschild und verliert seine Angst vor der Macht der chinesischen Regierung. Die Historikerin Christelle Taraud erklärt, wie Prostitution ins Zentrum von Machtstrukturen führt. Der Guardian amüsiert sich mit einem prehistoric man. Roberto Saviano erklärt, wie die Mafia küsst. Harper's begibt sich im Dark web auf den Markt für Mord.

Vollkommen anderes Ideensystem

10.12.2019. Atlantic erkundet die miese Stimmung in Nordirland kurz vor den britischen Wahlen. Der New Yorker bewundert den neuen Geist offener Renitenz in Hongkong. Die NYRB folgt den Spuren, die die russische "Einheit 74455" in den Eingeweiden des amerikanischen Wahlsystems hinterlassen hat. La vie des idees wirft mit Roman Polanski einen Blick auf den französischen Antisemitismus. Film comment feiert die Schauspielerin Kristen Stewart als Jean Seberg.

Eine Ahnung euphorischer Revolte

03.12.2019. In der NYRB erklärt der Romancier Joseph O'Neill den Demokraten, wie man Wahlen gewinnt. Im Merkur überlegt der Politikwissenschaftler Philip Manow, ob der heutige Populismus Symptom für eine Krise der Demokratie oder eine Krise der Repräsentation ist. In Elet es Irodalom sieht der Historiker László András Magyar ihn eher als Symptom der Angst vor Veränderungen. Der New Yorker übt den Rollentausch in der Virtual Reality. Die London Review warnt vor dem gemeinen Staat.

Zeit des Wilden Denkens

26.11.2019. Die Businessweek beschreibt die hervorragenden Geschäfte, die Facebook mit den amerikanischen Parteien macht. Im New Yorker gruselt sich der frühere Tech-Investor Robert McNamee vor den Data-Voodoo-Puppen, die das Silicon Valley aus den Menschen macht. In Eurozine verteidigt Karl Schlögel den historischen Moment und das Wilde Denken gegen die Theorie. In Elet es Irodalom bekennt sich György Dalos zur Ostalgie. Der Guardian trifft in Paris die Chinesen vom Quatre Chemins. Und Wired begibt sich auf die Spur des Mammut-Elfenbeins.

42 Matches

19.11.2019. The Atlantic betrachtet von allen Seiten die Spaltung Amerikas. The Intercept beugt sich über iranische Geheimdokumente zum Irak und stellen fest: der Irakkrieg hat nur Teheran genützt. Die New York Review of Books feiert die Erhabenheit der Malerin Vija Celmins. In Eurozine beklagt John Palattella den Niedergang des amerikanischen Essays, dessen Versuchsform strikter Ideologietreue weichen musste. In Elet es Irodalom fragt sich der Rechtssoziologe Zoltán Fleck, was nach Orban kommen kann. Die New York Times berichtet über die systematische Verfolgung der Uiguren.

Der Vertraute der Schönheit

12.11.2019. Der New Yorker betrachtet die Zwillingsexplosionen des Populismus rechts und links des Atlantik. In La Regle du Jeux erinnert sich Adam Gopnik an Philip Roth. In der London Review möchte Christopher Clark weder seine eigenen spirituellen Affinitäten zu Hitler erkunden noch die von Karl Ove Knausgard. In Magyar Narancs gibt László Krasznahorkai Einblick in seinen Schreibprozess. Der Film-Dienst starrt auf 24 Filme die Woche. Und in der New York Times fragt Rachel Cusk, wer die Frau als Künstlerin ist.