Magazinrundschau

Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag Mittag

Phase der Verleugnung

14.05.2019. Marilynne Robinson blickt für Harper's in die Zukunft und erahnt ewig lebende Reiche und unfreie Arme. Die NYRB lernt aus der Autobiografie von Howard "Mr. Starbucks" Schultz, dass Armut Geist und Körper verkrüppelt. Im Guardian fürchtet Timothy Garton Ash die Übernahme Europas durch Russland und China. In Novinky fragt Herta Müller die Osteuropäer, ob sie ihr Gedächtnis verloren haben? Bloomberg lernt, dass es in China wieder Gedankenverbrechen gibt. Und angesichts unserer Vorliebe für Superhelden schwant auch FilmComment nichts Gutes für die Zukunft.

Bastle etwas für deine Freunde

07.05.2019. Der New Yorker untersucht die Landfrage in Südafrika. In Guernica erzählt die Geigerin Hilary Hahn, wie man einen Notentext liest. Bloomberg porträtiert den Mann, der Microsoft wieder uncool - und damit erfolgreich - machte. Die LRB widmet sich weiblicher Delinquenz. Im New York Magazine erzählt Anjelica Huston, wie man eine unperfekte Ehe führt.

Queere Morphologie

30.04.2019. In der NYRB bewundert Colm Toibin das Action Painting Tintorettos. Das Artforum feiert die zweideutigen Charaktere der Künstlerin Nicole Eisenman. HVG darf nicht mehr auf Budapester Litfasssäulen werben. Die London Review analysiert das Ergebnis der Wahlen in Nigeria. In Respekt seitzt die Moskauer Elektropop-Band Ic3peak ihr Vertrauen in den russischen Citoyen. Die Hindustan Times amüsiert sich mit dem pakistanischen Autor H.M. Naqvi und dem Kosaken Abdullah in "Currachee". The Ringer erinnert an den großen Sci-Fi-Autor Gene Wolfe.

Eine brillante Übung der Verkürzung

24.04.2019. Wired resümiert 16 Monate Reboot bei Facebook. Der New Statesman fragt mit Ian McEwan: Sollen wir zu Siri Bitte sagen? Quillette empfiehlt nicht, die Aufmerksamkeit einer dänischen Sozialbehörde zu erregen. In Magyar Narancs erklärt der Politologe Gábor Török, warum der Orbanismus gesiegt hat, Viktor Orbán aber nicht. Die New York Review of Books feiert das Licht und das Blau in den Bildern Antonello da Messinas.

Ein wildes Stück Aufklärung für den Bourgeois

16.04.2019. In der London Review erzählt Colm Toibin von dem Schmerz in seinen Eiern, der sich als Krebs entpuppte. Der Guardian stellt die chinesischen Deep Learning Überwachungssysteme und den riesigen globalen Markt dafür vor. Le Monde diplomatique blickt nach Algerien, wo die Geschäftsfreunde des Bouteflika-Clans festsitzen. Today blickt nach Indonesien, wo sich viele Muslime radikalisieren. Und Simon Reynolds hört in der Red Bull Academy das Fauchen der Stahl-Hochöfen, wie es Luigi Nono festgehalten hat.

Eine Logik des Standpunktes

09.04.2019. Wired erzählt von den Versuchen in Raqqa, die Leichen in den Massengräbern des IS zu identifizieren. La vie des idees begegnet polnischen "Patrioten", die keine kritischen Geschichtsdebatten wollen. Bloomberg erklärt, warum der Sudan nicht die Kornkammer Afrikas ist, die er sein könnte. Der Guardian porträtiert Freaks und Geeks des politischen Telemarketings. In Himal setzt Taran N Khan ihre große Reportage über afghanische Flüchtlinge in Deutschland fort.

Dieser Schatten ist eher blau?

02.04.2019. Das nepalesische Magazin Himal bringt eine große Reportage über afghanische Flüchtlinge in Deutschland. Im Merkur möchte Aleida Assmann die Wende nicht nur westlichem Kolonialismus, sondern auch östlichem Freiheitsbegehren zuschreiben. Respekt schöpft Hoffnung aus der Wahl der neuen slowakischen Präsidentin. Der New Yorker lernt von Henry Louis Gates Jr., wie vergeblich die Hoffnung auf Gleichheit für die Afroamerikaner schon 1865 war. En attendant Nadeau feiert die Kunst der Nabis. Die New York Times reiht die Israel-Kritik in den amerikanischen Kampf gegen weiße Vorherrschaft ein.

Viel riskantes Spiel

26.03.2019. Der New Yorker blickt nach Brasilien, wo nicht erst seit Jair Bolsonaro die drei Bs herrschen: beef, bullets and bibels. In Lidove noviny spricht die Schriftstellerin Kateřina Tučková über die Erinnerung an die Vertreibung der Sudetendeutschen. Die New York Review of Books annonciert eine Revolution in Tunesien, wenn Frauen bei Erbschaften künftig die Hälfte bekommen. Der Guardian packt einen Caravaggio aus. La vie des idees fragt, wie "garrosianisch" die amerikanischen Verfassung ist.

Der Kampf zwischen Gehirn und Geldbörse

19.03.2019. Die London Review of Books erzählt, wie der Westen dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman auf den Leim ging. MicroMega liest ein Buch über die Fassade der Homophobie in der Katholischen Kirche. Harper's berichtet über die Tücken internationaler Adoptionen. La Vie des Idees ist mit Cas Mudde dem Populismusbegriff auf der Spur. Die LA Review of Books erwärmt sich mit Musikkritiker Mark Fisher für die Notwendigkeit, Urteile zu fällen.

Zwei Formen derselben Psychose

12.03.2019. Vanity Fair lernt von den Brüdern Gupta, wie man ein fremdes Land übernimmt. Im Streit über den Unterschied zwischen Antizionismus und Antisemitismus sieht der Guardian die Linke als Universalisten. In Livemint widersprechen ihm indische Frauen, die Salman Rushdie verteidigen. Und in der NYRB kritisiert Wole Soyinka den Kulturrelativismus Barack Obamas in Sachen Islam und Frauenrechte. American Scholar fragt sich, wie klassische Musik zum Markenzeichen des Bösen werden konnte. Der New Yorker legt dankend das Mauserückengrau von Farrow & Balls zurück.