Wer zu lange in der Vergangenheit lebt, der verfügt über keinen offenen Blick auf die Welt, die vor einem liegt. Annas Blick auf diese Welt ist verschleiert, denn der Tod ihres Vaters hat Wunden hinterlassen, die erst zu Narben verheilen müssen. Pedro jedoch flieht buchstäblich vor seiner Vergangenheit. Als katholischer Pfarrer eines Slums aus Kolumbien wird er wegen seines Einsatzes für soziale Gerechtigkeit politisch verfolgt.
Die Wege beider Figuren kreuzen sich in Paris und lassen an diesem Scheideweg eine Liebe erblühen, die jedoch einigen Hindernissen ausgesetzt ist.
Das Keuschheitsgelübde verbietet Pfarrern wie Pedro, sich zu verlieben. Ist es überhaupt möglich, Menschen bestimmte Gefühle zu verwehren? Das ist eines der vielen Kuriositäten der modernen Gesellschaft, die im Roman aufgegriffen werden.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 23.12.2017
Kerstin Klamroth glaubt, dass Christina Talberg mit ihrem Liebesroman das Genre aus seiner Erstarrung in Stereotypen erlösen könnte. Besonders die Sprache scheint ihr dazu angetan. Mal schnoddrig, mal warm, immer direkt und mit überraschenden Metaphern versehen, meint sie. Herz und Kopf erreicht die Boheme-Geschichte aus dem Paris des 21. Jahrhunderts laut Rezensentin auch durch die angeschlagenen Themen: Entwicklungspolitik, Zölibat und Multinationale Konzerne.
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