In den letzten vier Jahrzehnten hat Edward Burtynsky weltweit unterschiedlichste Industrielandschaften in ihren schockierenden Ausmaßen dokumentiert: Ölraffinerien und Steinbrüche, Gewässerwirtschaft und Salzgewinnungsanlagen. Doch im Frühling 2020 blieb Burtynsky, wie die meisten von uns, wegen der Corona-Pandemie im Lockdown. Er befand sich zu dieser Zeit im Grey County, Ontario - einer Gegend von wilder Schönheit, in der seine allerersten Fotografien entstanden waren. Die Isolation nutzte Burtynsky um nachzudenken und kreativ zu werden: mit einer neuen Kamera hielt er die ihn umgebende Natur in Bildern fest, die "die Komplexität, Magie und Widerstandsfähigkeit der natürlichen Ordnung in allen Dingen" feiern. In "Natural Order" fängt er einen Moment ein, in dem die Menschheit innehält, Geschäfte geschlossen sind, ganze Industrien stillstehen - einen Moment, in dem die Natur zu Atem kommen kann.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 09.06.2021
Rezensent Thomas Steinfeld lässt sich vom Fotografen Edward Burtynsky in den kanadischen Urwald von Grey County oder besser ins kanadische Dickicht führen. Sieht aus wie Jackson Pollock, findet der Rezensent. Wenn Burtynsky mit seiner extrem hochauflösenden Kamera ein ums andere mal aus frontaler Perspektive ein dichtes Netz aus Zweigen ablichtet, fühlt sich Steinfeld mit einem menschenabweisenden "gigantischen Innenraum" konfrontiert, eine Steigerung der romantischen Idee von der Trennung von Mensch und Natur, wie er findet.
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