Florian Werner

Wir sprechen uns noch

Erzählungen
Cover: Wir sprechen uns noch
dtv, München 2005
ISBN 9783423244268
Paperback, 157 Seiten, 14,00 EUR

Klappentext

Zehn Erzählungen über Mythen und Mysterien des Alltags. Zart fängt es an oder mit einem Knall. Später dann, wenn die gemeinsam befahrenen Gewässer längst nicht mehr neutral sind, ist es vielleicht so wie bei Francesco und Katalin in "Pappschnee": ein Kontaktaufnahmeversuch jagt den anderen, sie senden Zeichen, berühren sich, sagen etwas, aber finden nicht die Worte für das, worüber sie eigentlich reden sollten. Es geht um Paare in Florian Werners erstem Erzählungsband, um das, was unter der Oberfläche brodelt, in dieser allen Temperaturschwankungen unterliegenden Zone zwischen Himmel und Hölle, Teufel und Gott, Dur und Moll, heiß und kalt. In "Kleiner Apfel" versuchen Maja und Bastian da herauszukommen, indem sie die Mauer wieder aufbauen wollen, doch die zischelnde Schlange, die es sich längst auf ihren Seelen bequem gemacht hat wie einst auf Evas Baum, taucht immer wieder auf und hinterlässt ihre feuchtwarmen, höllischen Spuren.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.08.2005

Daniel Knellesen kann sich nur schwer dem Tempo der zehn Erzählungen von Florian Werner anpassen. In seinem erzählerischen Debüt streiten und lieben sich Paare, wir lesen von gescheiterten Beziehungen, Klabautermännern, zu viel Sprache und Stripshows. Wer über Liebe schreibt, der muss originell sein, weiß der Rezensent, besonders in der jungen deutschen Literatur. Das gelingt Werner, lobt Knellesen, aber in einer so hohen Schnelligkeit, dass kein Platz mehr bleibt für Betrachtungen, die über ein "flüchtiges Schmunzeln" hinausgehen. Knellesen meint den Grund dafür zu kennen: der Poetry Slam, die Heimat des Autors, die ihn auch dazu veranlasst, alle seine Erzählungen ohne Umwege "zur finalen, meist tragikkomischen Pointe" zu führen. Aber herzhaft kann der Rezensent darüber leider nicht lachen und muss zugeben, Werners Beziehungsskizzen schnell wieder zu vergessen.
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