Die Familie von Isabel Allende steht wie keine andere für das Schicksal Chiles und ganz Südamerikas. Sie durchlitt Revolutionen und Vertreibung, Exil und Untergrund, Träume und Tragödien. In seiner Familienbiografie begibt sich Günther Wessel auf die Spuren der Allendes. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts kämpften die Allendes mit dem Wort gegen die Großgrundbesitzer Chiles und für Freiheit und Gerechtigkeit. 1970, mit der Wahl des Sozialisten Salvador Allende zum Präsidenten des Landes, schien der Traum endlich wahr zu werden. Doch nur drei Jahre später zerbombte Pinochet mit dem Militär alle Hoffnungen...
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 21.03.2002
Sind Salvador Allende und seine schreibende Nichte Isabel schon Anlass genug, um von einer berühmten Familie sprechen zu können, fragt sich Sigrid Scherer - und liefert eine klare Antwort, indem sie in ihrer Besprechung fast ausschließlich auf das Leben des legendären Staatsmannes eingeht. Das habe Günther Wessel chronologisch und bisweilen reportagehaft recht gründlich recherchiert, und berufe sich dabei auf Dokumente, Zeugenbefragungen und Expertenmeinungen. Allende sei demnach ein "Hochbegabter" gewesen, einer mit einem "Hang zur Selbstinszenierung". Wessels Recherchen "stützten" auch die Annahme, dass Allende sich, wie offiziell behauptet, tatsächlich das Leben genommen habe, um so zum ewigen Mythos zu werden. Der Autor, so die Rezensentin lobend, enthülle nicht, sondern sammle Zeugnisse. Sein Buch sei eine "Hommage" an Salvador geworden - und weniger an Isabel, deren Romane die Rezensentin wie auch Wessel für zu "nah an Kitsch und Mythos" befinden.
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