Hans Stimmann (Hg.)

Neue Gartenkunst in Berlin

New Garden Design in Berlin
Cover: Neue Gartenkunst in Berlin
Nicolai Verlag, Berlin 2001
ISBN 9783875840544
Gebunden, 203 Seiten, 50,11 EUR

Klappentext

Text von Philipp Meuser und Erik-Jan Ouwerkerk.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 13.12.2001

Wonach dürsten Stadtmenschen? Susanne Meyer bespricht mehrere Bände über Landschaftsarchitektur, die sich um eine Antwort bemühen.
1) Jane Amidon: "Landschaftsdesign"
Der schönste der fünf besprochenen Bände ist für Susanne Mayer dieser Band von Jane Amidon, einer amerikanischen Designerin, die in Colorado lebt, sich aber einen kosmopolitischen Blick bewahrt hat und diesen mit "akademischer Tiefe" ergründet, wie Mayer schreibt. Es geht um "Konzepte der Freiraumgestaltung" - das kann ebenso der eigene Garten sein wie die städtische Umgebung, ein Verkehrsknotenpunkt, Bauten, Konstruktionen oder Gegenden, die gemeinhin als hässlich oder öde gelten wie die Peripherie. Denn Amidon, erzählt Mayer, geht es nicht um das Kaschieren oder Ausgleichen des Naturverlustes, sondern um "die Kultivierung eines Blicks auf Lebensverhältnisse" - und da lässt sich kreativ und künstlerisch ansetzen.
2) Thies Schröder: "Inszenierte Naturen"
Als direkte Anschlusslektüre bietet sich für Mayer der Band von Thies Schröder an, der 15 europäische Architekturbüros porträtiert, ihre Konzepte analysiert und ihre Projekte vorstellt. "Eindringliche Meditationen von ... Urbanität und Moderne, Mobilität und Identität von Orten" seien die einzelnen Kapitel. Vorbildlich, so Mayer.
3) Hans Stimmann (Hrsg.): "Neue Gartenkunst in Berlin"
Einige dieser Großprojekte seien auch in dem prächtigen Band über neue Gartenarchitektur in Berlin enthalten, leitet sie zu dem nächsten Band über, der vor allem durch seine Photos positiv auffällt. Wenigstens in den Gärten der neuen Hauptstadt, wenn schon nicht am Potsdamer Platz, ist etwas aufgeblüht, nämlich "Witz und Wagemut", vermittelt uns Mayer.
4) "Landschafts- und Gartenarchitekten und ihre Kreationen"
Weniger gefallen hat Mayer der vierte Band in einer ehrgeizigen Reihe über die europäische Landschaft - betreut von einem belgischen Verlag. Der vorliegende Band über Deutschland ist Mayer zu problembeladen: verschandelte Landschaft, verkümmerte oder verwahrloste Gärten - das Kopfschütteln des Herausgebers Schmid konstatiert für Mayer höchstens einen status quo, beinhaltet keine neuen Ansätze und hat keinen Blick für verborgene Schönheit. Hinzu kommt die visuelle Aufmachung: viel Buntes, viele aneinandergereihte Fotos, denen es an Abstand fehle. Man sollte aber keine Rückschlüsse auf die Vorläuferbände über Belgien und die Niederlande ziehen, warnt Mayer, die seien wunderschön gewesen.
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