Jutta Schumann

Die andere Sonne

Kaiserbild und Medienstrategien im Zeitalter Leopolds I.. Dissertation
Cover: Die andere Sonne
Akademie Verlag, Berlin 2004
ISBN 9783050037523
Gebunden, 588 Seiten, 74,80 EUR

Klappentext

Seit Beginn der Neuzeit werden Informationen und Meinungen durch eine große Anzahl verschiedener Medien in die Öffentlichkeit transportiert. Jutta Schumann untersucht in ihrem Buch die medienpolitischen Bemühungen der Habsburger im Reich während der Kriege gegen Ludwig XIV. Dafür hat sie einen neuen Ansatz gewählt, der die einzelnen Medien als Untersuchungskategorie in den Vordergrund stellt, ohne dabei das sich aus dem Zusammenspiel aller Medien ergebende Gesamtbild außer Acht zu lassen. Zentrale Fragestellungen sind Inhalte und Formen herrscherlicher Imagepolitik: Welches Bild vermittelte Kaiser Leopold I. seinen Untertanen von sich? Welche Kommunikationsmittel wurden dafür eingesetzt, und welche Adressatenkreise konnten damit erreicht werden?

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.06.2004

Hinter diesem strahlenden Titel steckt, wie der Untertitel vermuten lässt, eine Dissertation, verrät Franziska Meier, die genau das hält, was sie thematisch vorgibt. Jutta Schumann wolle den Habsburger Kaiser Leopold I., Gegenspieler des französischen "Sonnenkönigs" Ludwig XIV. ins "rechte Licht" rücken. Er sei politisch bescheidener aufgetreten und habe auf eine aufwändige Selbstinszenierung verzichtet. Die Sonne gehörte übrigens, informiert uns Meier, auch bei den Habsburgern zum Herrscherattribut. Schumann verfahre zweigleisig, so Meier: einmal untersuche sie das Kaiserbild, wie es Zeitungen, Flugschriften, Liedern und Theaterstücken weitergaben, zum anderen beschäftige sie sich - etwas hochtrabend so genannt, findet Meier - mit den "Medienstrategien" des Kaisers, wohinter auch nichts anderes stünde als die Frage, wie das politische Handeln des Kaisers in den damals vorhandenen Medien wie Zeitungen und Flugschriften vermittelt wurde. In der Beziehung waren die Habsburger Medienmuffel, hat Meier von Schumann erfahren. Statt die Presse zu beeinflussen, verließ man sich ganz und gar auf die traditionelle Imagepflege, weshalb des Kaisers Sonne in Österreich nicht über die Landesgrenzen hinaus strahlte.

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