Lutz Rathenow führt in Glossen, Satiren, Rundfunkkommentaren, Mini-Essays und kabarettistischen Dialogen eine vergnüglich provozierende bis freundlich verstörende Gegenwartsauseinandersetzung vor. Die politische bis literarischen Prosa zum Tage greift weit über diesen hinaus. Der Zeitungskolumnist und regelmäßige Mitarbeiter von Deutschlandfunk, NDR und MDR publiziert hier das Beste aus 2003 und den beiden Vorjahren, dazu Unveröffentlichtes. So entstand ein Fortsetzungsroman in lauter kleinen Portionen. Da wird der Attentate auf sich lockende Doppelgänger für Politiker als zu fördernder Beruf angepriesen. Da schreibt eine Autorin streng geheim glänzend bezahlte Fernsehserien und zur Tarnung experimentelle Prosa, um weiterhin die allseits geachtete erfolglose Schriftstellerin zu bleiben.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.09.2004
Mit viel Sympathie hat Esther Kilchmann diesen Band des ehemaligen Bürgerrechtlers Lutz Rathenow gelesen, der journalistische Texte aus den beiden vergangenen Jahren enthält und für Kilchmann ein "abwechslungsreiches Mosaik gesamtdeutscher Befindlichkeiten" ergibt. Neben den Glossen und Texten, in denen Rathenow den Absurditäten ostalgischer Erinnerung nachspürt, gehören für Kilchmann die Reportagen aus den Berliner Arbeits- und Sozialämtern zu den Glanzlichtern des Bandes. Hier hat sie einen hervorragenden Einblick in den grotesken Kosmos deutscher Amtsstuben erhalten und wurde nach eigenem Bekunden von Rathenow mehr als einmal zum Lachen gebracht.
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