Von Emmanuel Guibert, Alain Keler und Frederic Lemercier. Aus dem Französischen von Wolfgang Bortlik. Seit zehn Jahren hat der Fotograf Alain Keler sich ausführlich mit den Roma beschäftigt und sie in ihren armseligen Lagern und Ghettos im Kosovo, in Serbien, in Tschechien und der Slowakei, aber auch in Italien und in Frankreich besucht. Er hat dabei das Elend und die Diskriminierung mit seiner Kamera dokumentiert. Aber es gibt auch wunderbare Bilder voller Lebenslust und Hoffnung.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 13.03.2012
Drei Comic-Reportagen hat Thomas von Steinaecker sich angesehen, ein Genre, das stark im Trend liegt und der klassischen Reportage mitunter überlegen ist, wie er anmerkt. "Reisen zu den Roma" stellt uns der Rezensent als Fortsetzung zum Band "Der Fotograf" vor, der vor einigen Jahren Furore gemacht hat. Die Rolle des Fotografen im vorliegenden Album nimmt Alain Keler ein, und diesmal wird die erschütternde und empörende Situation verschiedener Roma-Lager im Kosovo, in Tschechien, Italien und Frankreich vor Augen geführt, erklärt der Rezensent. Bei aller Hochachtung für das Projekt kann sich Steinaecker allerdings für das Ergebnis nicht recht begeistern, nicht nur weil er den "Fotografen"-Band qualitativ hochwertiger fand, sondern weil er auch bemängelt, dass nur spärliche Informationen zur Lage der Roma geboten werden. Der Leser bekommt nicht wirklich Einblick in die Welt der Roma, bemängelt Steinaecker, dem manches auch zu kitschig oder zu moralisierend dargestellt ist.
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