Ulrich Tukur

Der Ursprung der Welt

Roman
Cover: Der Ursprung der Welt
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2019
ISBN 9783103972733
Gebunden, 304 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Das ist nicht mehr die Welt von Paul Goullet: Er, der alte Bücher und Bilder liebt, die Schönheit, den Traum und die Phantasie, findet sich in einer Zeit, in der in Deutschland das Chaos herrscht. Um dem zu entkommen, reist er nach Paris, aber auch Frankreich hat sich in einen Überwachungsstaat verwandelt. Bei seinen Spaziergängen durch die Stadt stößt Goullet plötzlich auf etwas Unerhörtes: ein altes Photoalbum, dessen Bilder offenbar ihn selbst zeigen, inmitten eleganter Damen und Herren aus den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts. Fasziniert setzt er sich auf die Fährte seines Doppelgängers und folgt ihr nach Südfrankreich. Verstörende Visionen und Traumbilder beginnen ihn zu verfolgen, immer wieder scheint er die Zeit zu wechseln und sich in den Mann aus dem Photoalbum zu verwandeln. Und die Hinweise mehren sich, dass dieser ein furchtbares Geheimnis hat.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 23.11.2019

Joseph Hanimann bleibt auf Distanz zur schillernden Hauptfigur in Ulrich Tukurs Roman, einer Mischung aus Psychothriller, Nazistory und Politfiktion, so Hanimann. Dass die vielen Motive im Text und ihre Vernetzung letztlich überladen wirken und die Hauptfigur "ersticken", scheint Hanimann bedauerlich. Denn Tukurs Idee, die Jahre 1943 und 2033 als Folge von Déjà-vus miteinander zu verbinden und so Krieg und Flucht im 20. und 21. Jahrhundert zu thematisieren, findet der Rezensent eigentlich reizvoll, auch wenn Tukurs Stil ihm reichlich "retrospektiv" erscheint.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.11.2019

Rezensent Oliver Jungen ist völlig entgeistert angesichts von Ulrich Tukurs Debütroman. Was sich Autor und Verlag dabei gedacht haben, ist ihm schleierhaft. Nicht genug, dass sich Tukur mit der deutschen Seele am Nullpunkt ein bereits prominent verhandeltes Sujet ausgesucht hat, der Versuch einer Vermittlung zwischen einer finsteren Vergangenheit (1943) und einer ebenso finsteren Zukunft (2033), in der Russland in Osteuropa einfällt und Frankreich vom Militär regiert wird, misslingt laut Jungen vor allem stilistisch auf krachendende Weise. Tukurs gespreizte, mitunter an "Nazi-Kitsch" vorbeischrammende biedermeierlichen Sätze, das Geschlechterbild im Text und die Pappfiguren lassen Jungen das Buch offenbar schnell zuklappen.
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