Politische Kommunikation ist auf Medien angewiesen - in der Antike ebenso wie in der heutigen Zeit: ein interdisziplinärer historischer Blick auf das Wechselspiel von Medien und Politik. Die Beiträge des Bandes untersuchen die Medialität des Politischen in einem weiten historischen Bogen, der von der Antike bis in die Gegenwart führt. Das Spektrum der Medien reicht von Sprache, Gestik und Mimik über Bilder, Skulpturen und Denkmäler bis zu den neuzeitlichen Massenmedien Fotografie, Film, Radio und Fernsehen. Geschichts-, literatur- und medienwissenschaftliche Perspektiven leuchten so die Dimensionen politischer Kommunikation in der Geschichte aus. Mit Beiträgen von Ute Frevert (Bielefeld), Klaus Schreiner (Bielefeld), Jan-Dirk Müller (München), Michael Schilling (Magdeburg), Ludwig Jäger (Aachen), Jörg Bergmann (Bielefeld), Jörg Requate (Bielefeld), Juri j Murasov (Konstanz), Michael Diers (Berlin), Wolfgang Beilenhoff (Bochum), Bettina Brandt (Bielefeld), Hans-Jürgen Bucher (Trier), Wolfgang Braungart (Bielefeld).
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.09.2004
In diesem von Ute Frevert und Wolfgang Braungart herausgegebenen Sammelband zur Geschichte des Verhältnisses von Medien und Politik hat Rezensent Thomas Thiel vor allem der Beitrag von Ludwig Jäger gefallen, der in einem "fulminanten theoretischen Entwurf" die "verwirrende Vielfalt der Medien" schließlich wieder "zu ihrem Ursprungsmedium, der Sprache", zurückführe - die als "Metamedium" zwischen den verschiedenen Kanälen vermitteln könne, weil sie "in fast alle Nischen politischer Kommunikation" vordringe. Dass er sich "jenseits kulturwissenschaftlicher Abgrenzungsrhetorik" im Zuge von iconic und agentive turn eine solche Rückkehr zur Sprache erlaubt, verleihe diesem "konzeptionell überzeugenden" Sammelband "Form und Stil". Zudem lobt Thiel den historischen Ansatz des Bandes, der mediengeschichtliche und medienästhetische Perspektiven geschickt kombiniere. So zeichne der Band dann eine Entwicklung nach, die von Kaiser Maximilian I., der den Buchdruck gezielt zur Herrschaftserweiterung nutzte, über die Flugschriften des dreißigjährigen Krieges ins 19. Jahrhundert und bis heute reicht.
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