Aus dem Englischen von Christian Rochow. In Deutschland gilt es gegenwärtig als chic, die Soziologie für unfruchtbar und überholt zu halten. Gegen die Argumente von Verächtern soziologischer Analysen zeigt dieses Buch, daß der einzelne tägliche in seinen Handlungen und Überlegungen soziologische Kategorien verwendet. Was es bedeutet, soziologisch zu denken, erklärt der Autor, indem er von den alltäglichen Erfahrungen ausgeht.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 21.07.2001
Hanno Zickgraf stellt zwei Bände des Soziologen Zygmunt Bauman vor ("Die Krise der Politik", erschienen in der Hamburger Edition, und "Vom Nutzen der Soziologie", erschienen bei Suhrkamp) und bleibt dabei recht allgemein. Zickgraf sieht die beiden Bücher gleichermaßen als Suche des Autors nach Wegen, "wie den privaten Nöten der Menschen im global enthemmten Kapitalismus ein Name zu geben sei, der in einem wirklich öffentlichen Raum auch verstehbar wäre." Dass der Autor auf seiner Suche allen Ernstes noch von "menschlicher Freiheit" sprechen mag, rechnet der Rezensent ihm hoch an, "selbst wenn vieles, was er sagt, bekannt klingt" und man geneigt ist, sein Ansinnen als frommen Wunsch abzutun. Zickgraf aber erschiene das zu billig. Wenn dem vorgebrachten Universalismus auch eine verbindliche Theorie fehlt, so erklärt er, der Autor schlägt uns immerhin "eine Bresche für die Utopie einer anderen Gesellschaft."
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 01.04.2000
Bauman hat "viele Argumente", schreibt "upj" in einer Kurzkritik, uns vom "Nutzen der Soziologie" zu überzeugen. Die Soziologie leiste eben mehr, als Einblick in die Erfahrungswelt des Menschen zu gewähren, sie verknüpfe sein Handeln, das im Alltag vom "gesunden Menschenverstand" regiert wird, zu einem gesellschaftlichen Modell. "upj" meint, Bauman zeige uns in zwölf kurzen Kapiteln genau den Punkt, wo der gesunde Menschenverstand "in die Soziologie einmündet".
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