Alexander Bartl

Der elektrische Traum

Fortschrittsjahre oder eine Gesellschaft unter Strom
Cover: Der elektrische Traum
Harper Collins, Hamburg 2023
ISBN 9783365004586
Gebunden, 320 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Das magische Leuchten - über die Elektrifizierung der Welt und die erste Energiewende. Im Jahr 1878 sind sich die führenden Ingenieure der Kaiserzeit einig: Niemals wird Elektrizität das Gaslicht verdrängen. Strombetriebene Lampen seien unpraktisch und schadeten der Gesundheit. Leuchtgas werde unentbehrlich bleiben, meint etwa der Ingenieur Werner Siemens. Dieses Licht hat der Menschheit aber auch eine Bedrohung beschert: Immer mehr Gasbrände verzeichnet die Statistik, immer mehr Explosionen. Und nirgendwo ist die Gefahr größer als in den Theatern, den Zentren des Zeitgeists im 19. Jahrhundert. Doch das Risiko ist zur Routine geworden - bis es 1881 im Wiener Ringtheater zur Katastrophe kommt und fast 400 Menschen sterben. Ein Wendepunkt mit weitreichenden Folgen. Alexander Bartl erzählt von einer Energierevolution, die ganz Europa und Amerika in Aufregung versetzte. Letztlich triumphiert Thomas Alva Edison mit der Erfindung seiner Glühbirne und bringt unsere Welt zum Leuchten.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.12.2023

Rezensent Urs Hafner hält Alexander Bartls Technikgeschichte nur gelegentlich für überdramatisiert. Eine Geschichte der Elektrizität sollte ohne Altherrenwitze auskommen, findet er. Davon abgesehen aber bietet ihm Bartl spannende Einblicke in die Entwicklungen um Thomas Edison und die Glühbirne in Wien, Nizza, Berlin und Menlo Park, New Jersey, gespickt immer wieder mit individuellen Schicksalen und Miniaturen zu Theaterbränden (Gaslampen!) und den Umtrieben der Gaslobby.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 05.10.2023

"Mit Gespür für starke Szenen und Atmosphäre" schreibt Autor Alexander Bartl von gleich zwei Welten, hält Rezensent Wolfgang Schneider fest: Es geht um den Erfinder der Glühbirne, Thomas Alva Edison, aber auch ums Theater. Theaterbrände, erfährt Schneider bei der Lektüre, waren im 19. Jahrhundert, dem Zeitalter der Gasleitungen und offenen Flammen, gar nicht so selten, es musste also eine sicherere Lösung her - die Glühbirne, an der Edison (und andere) lange getüftelt hatte. Plastisch und spannungsgeladen schildert der Autor diese beiden ineinandergreifenden Geschichten, manchmal etwas oberflächlich, aber mit großer Freude und für das Lesepublikum sehr einprägsam, findet der Kritiker.

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