Schlicht analysiert vor dem Hintergrund des islamischen Selbstverständnisses die islamische Sicht und Behandlung von Nichtmuslimen, untersucht Theorie und Praxis des islamischen Völkerrechts und des Dschihad und beschreibt die Beziehungen zwischen islamischer und nichtislamischer Welt in der Geschichte, vor allem aber auch in der deutschen Gegenwart.
Vor diesem Hintergrund wird in einem zweiten Schritt untersucht, wie
sich der Islam in Deutschland bisher manifestiert, inwiefern seine
Zugehörigkeit zu Deutschland diagnostiziert werden kann und worin die
Schwierigkeiten, etwa bei der Integrationsfähigkeit von Muslimen,
liegen. Wie fügen sich Muslime in unsere Gesellschaft ein, und wie
werden sie von der Mehrheitsgesellschaft aufgenommen? Was sagen und tun
Muslime in Deutschland und welche Entwicklungen sind zu erwarten? Ein kompakter Überblick und zugleich ein entschiedenes Plädoyer für Härte gegen die Verächter des Westens wie auch für starke Unterstützung derjenigen, die den Islam im Rahmen des demokratischen Rechtsstaats leben wollen.
Angesichts langer und heftig geführter Diskussionen um den Islam in Deutschland ist es Zeit für eine Zwischenbilanz.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.08.2017
Wolfgang Günter Lerch lernt beim Orientalisten und Islamkenner Albert Schlicht einiges über das Frauenbild im Islam. Dass der Autor bei der Frage, ob der Islam zu Deutschland gehört, für einen Realismus plädiert, der die patriarchalischen Elemente des Scharia-Islam erkennt, scheint ihm recht. Die Absage des Autors an eine beschönigenden Sicht auf den Islam findet Lerch in Ordnung, da Schlicht sich von rassistischer Fremdenfeindlichkeit abgrenzt und die Notwendigkeit profunder Islamkritik für das Miteinander von Deutschen und Muslimen überzeugend herausstreicht.
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