Aus dem Amerikanischen von Birgitt Kollmann. Will ist einer, der geht. Von zu Hause zur Schule zur Arbeit und wieder zurück. Tag für Tag. Er geht an diesem kleinen Kerl vorbei, der auf Schmetterlinge wartet. Vorbei an Superman, dem Obdachlosen. Vorbei an dem wahnsinnigen Hund, der immer bellt.Aber es gibt auch Orte, an die will er nicht, kann er nicht gehen: die Brücke über die Fourth Street, den Laden mit den hundert chinesischen Segenssprüchen - Orte, die er immer mit seinem Vater besucht hat und der sich das Leben genommen hat.Will muss herausfinden, wie er auf seine Probleme zugehen kann, statt vor ihnen wegzulaufen. Vielleicht, indem er den Mut findet, wieder mit seiner Freundin Playa zu sprechen? Ist das der Weg raus aus der Traurigkeit und ins Leben zurück?
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 27.08.2021
Ein zartes Buch, nennt Rezensent Florian Welle Alison McGhees neuen Jugendroman - zart trotz der gewaltvollen Ereignisse, die den Ausgangspunkt der Erzählung bilden: Die Vergewaltigung von Wills bester Freundin und der Selbstmord seines Vaters, lesen wir. Will - so heißt der sechzehnjährige Ich-Erzähler, der in hundert Kapiteln von je hundert Wörtern Länge seine Beobachtungen während seiner Spaziergänge durch L.A. beschreibt. Diese Spaziergänge, so Welle, haben etwas manisches, führen sie doch stets um die fürchterlichen Ereignisse der Vergangenheit herum und trotzdem immer wieder in elliptischen Kurven darauf zu. Durch die drängenden Fragen, auf die der Ich-Erzähler stets zurückkommt, wird seine ganze Ohnmacht angesichts dieser Ereignisse spürbar, gleichzeitig fühlt man sich als Leser ins Vertrauen gezogen, so Welle. Lobend erwähnt der Rezensent außerdem den Titel, der schon Hoffnung macht, so der berührte Rezensent.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.06.2021
Rezensent Steffen Gnam findet Gefallen an Alison McGhees Roman "Wie man eine Raumkapsel verlässt". Die amerikanische Autorin erzählt darin vom Jungen Will, der nach dem unerklärlichen Freitod seines Vaters und der Vergewaltigung seiner Freundin Playa desorientiert und von Selbstvorwürfen geplagt durch die Straßen von L.A. läuft. McGhee arbeitet dabei mit einer strengen Romanform, erklärt Gnam: auf den hundert Seiten befänden sich jeweils rund hundert Wörter, auf den linken Seiten erkennt man chinesische Schriftzeichen als Episodenzahlen. Die China-Liebe der Autorin wird auch an den "buddhistisch-kosmologischen Zügen" des Buches deutlich, findet der Rezensent. "Wie man eine Raumkapsel verlässt" erzählt melancholisch und untermalt mit David Bowies "Space Oddity" von immer größer werdendem Leid, ohne sozialkitschig zu werden, lobt Gnam.
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Karl Ove Knausgard: Arendal Aus dem Norwegischen von Paul Berf. Wo ist dein Platz im Leben? Wohin gehörst du? Wo liegen deine wahren Gefühle?Wir schreiben das Jahr 1976. Syvert Løyning ist nach einer…