"Nur ein totes Tier ist ein gutes Tier", lautet die Devise des Sheriffs. Doch jetzt ist der Sheriff tot. Häschen sei Dank. Die anderen Tiere lassen ihr Häschen hochleben. Aber dann verbreitet sich die Nachricht, dass der Sheriff doch noch lebt und allen Tieren im Großen Wald seine fürchterliche Rache droht. Wer wird zu Häschen halten? Der gefeierte Held steht plötzlich alleine da. Niemand hat den Mut, das schmächtige Hasenkind zu verteidigen, nicht einmal seine eigenen Eltern. Schließlich hat der Sheriff ein Gewehr. Das Beste wäre, Häschen auszuliefern, damit der Sheriff seinen Zorn an ihm auslässt und die anderen heil davonkommen. So denken die meisten der erwachsenen Tiere. Nur Roswitha Wasserratte nicht, die Häschen Unterschlupf gewährt. Und Matze Bär, der verspricht, Häschen zu beschützen.
Mit viel Lob versieht Heinrich Wefing diese spannende Kindergeschichte über große Lebensfragen wie Feigheit und Verrat. Denn hier findet er höchst überzeugend die Frage verhandelt, wie man auf Gewalt reagieren kann oder soll. Auch schätzt er den freundlichen Plauderton, den die Autorin hier verwendet, um die auch politisch sehr aktuellen Fragen für Kinder aufzubereiten. Schön findet der Kritiker dabei besonders, dass man das alles auch einfach als Geschichte über Tiere im Wald lesen kann, die sich mit einem übermächtigen Feind auseinanderzusetzen haben.
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