Angel Santiesteban

Wölfe in der Nacht

16 Geschichten aus Kuba
Cover: Wölfe in der Nacht
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2017
ISBN 9783103973082
Gebunden, 272 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Aus dem Spanischen von Thomas Brovot. Der Erzählungsband 'Wölfe in der Nacht' des kubanischen Autors Ángel Santiesteban erzählt von einem anderen Kuba, fern der Postkartenidylle und des scheinbar so karibisch-leichten Lebensflairs: verstörend, eindringlich, hochpolitisch. Unbeirrbar erhebt der Kubaner Ángel Santiesteban seine Stimme gegen Willkür und Unterdrückung. Seine Erzählungen sind durchwebt von eigenen Erfahrungen, ihr Spektrum reicht von phantastisch bis zu erschütternd real: Da verschwindet eine Figur aus ihrem Roman, um der Zensur zu entgehen; eine hungrige Meute Männer zieht im Dunkel der Nacht los, um das Fleisch toter Rinder zu stehlen; inmitten einer ausgelassenen Feier suchen einen Soldaten Erinnerungen an den Angola-Krieg heim.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 12.12.2017

Eva-Christina Meier trifft auf harte Kost in diesen sechzehn Geschichten des Kubaners Angel Santiesteban. Wie der Autor den verdrängten Angolakrieg darstellt und den moralischen Ausverkauf seines Landes bis in die Gegenwart verfolgt, ist für Meier so unheroisch wie schmerzhaft deutlich gefasst. Über Repression, Gewalt und Prostitution im kubanischen Strafvollzug schreibt der Autor aus eigener Erfahrung, meint sie. Drastisch findet sie auch die Schilderungen des Verfalls während Kubas "Sonderperiode". Dass der Autor beschreibt, aber nicht bewertet, gefällt ihr. Ein schonungsloses Porträt einer Gesellschaft, meint sie.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.11.2017

Rezensent Paul Ingendaay ist voll des Lobes über die Erzählungen von Angel Santiesteban. Dass sich der Autor seit Jahren gegen die Vereinnahmung durch den kubanischen Staat zur Wehr setzt und dafür mit Repressionen und Gefängnis bestraft wurde, berichtet Ingendaay am Rande. Im Mittelpunkt stehen für ihn die Texte, die sich genau darum drehen: Männer im Gefängnis, Männer auf dem Kreuzweg. Wie der Autor das Genre quasi neu erfindet, poetisch und mit Bildern, die schmerzen, rhythmisch und zärtlich, scheint dem Rezensenten phänomenal. Kein einziger schwacher Text in diesem Band, staunt er.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 25.10.2017

Viele der sechzehn Geschichten in Ángel Santiestebans Erzählband "Wölfe in der Nacht" werden in Thomas Brovots gelungener Übersetzung zum allerersten mal veröffentlicht, noch vor dem spanischen Original, verrät Rezensent Ralph Hammerthaler. Das liegt daran, dass Santiesteban seit zehn Jahren in seiner Heimat Kuba nichts veröffentlichen darf, denn er schreibt über den kubanischen Krieg in Angola und über das Elend der heimischen Gefängnisse, erklärt der Rezensent. Die Geschichten sind hart, selten wird ein Ende offen gelassen und selten sieht es gut aus, warnt Hammerthaler, dafür sind sie literarisch um so wertvoller, so der Rezensent. Besonders schön findet er die Geschichte einer Romanfigur, "ein Textmensch in der Buchwelt", die versucht zu fliehen, weil sie bereits absehen kann, dass man sie zensieren wird.
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