Kontinuitätslinien staatlicher Kommunikationspolitik und der Arbeit mit der Presse in der frühen Bundesrepublik. Im Bundeskanzleramt und im Presse- und Informationsamt der Bundesregierung agierten in der Nachkriegszeit Männer, die auf vielfältige Erfahrungswerte in der staatlichen Presse- und Informationsarbeit aus der Zeit des Deutschen Reiches zurückgreifen konnten - vom Kaiserreich über die Weimarer Republik bis zum Ende des nationalsozialistischen Regimes. Insbesondere die Erfahrungen aus den zwölf Jahren der Diktatur und ihrer staatlichen Medienlenkung flossen als Wissensbestände und erprobte Praktiken in die Aufbauarbeit ab 1949 mit ein. So entstand in der jungen Bundesrepublik keineswegs sofort eine Arbeit mit der Presse und der Öffentlichkeit, die den Gepflogenheiten eines liberalen und demokratischen Rechtsstaates sowie den Informationsbedürfnissen einer offenen und kritischen Mediengesellschaft Rechnung getragen hätte. Vielmehr wirkten bestehende Strukturen sowie Akteurinnen und Akteure der dreißiger und frühen vierziger Jahre fort. In ihrer Betrachtung des Bundeskanzleramtes und des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung verknüpfen Angela Schwarz und Heiner Stahl kultur- und medienhistorische Zugänge mit einer Mentalitätsgeschichte staatlicher Öffentlichkeitsarbeit.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.01.2024
Rezensent Thomas Jansen erfährt in diesem Band von Angela Schwarz und Heiner Stahl Interessantes über die Geschichte des Bundespresseamtes. Aufgrund umfangreicher Recherchen können Autorin und Autor diese überzeugend darstellen, findet Jansen. Deutlich werden hier, so Jansen, die "personellen Kontinuitäten" innerhalb der Behörde nach 1945, "etliche" der Mitarbeiter hatten ihr Handwerk in der NS-Zeit gelernt. Auch widmen sich die beiden Historiker der engen Zusammenarbeit des Bundespresseamts mit Journalisten zwecks Steuerung der öffentlichen Meinung, erklärt der Kritiker. Am Ende der Lektüre fragt sich der Rezensent, ob die Autoren nicht vielleicht eine allzu idealisierte Vorstellung vom Bundespresseamt voraussetzen. Da würde auch die Behörde in ihrer heutigen Form nicht mithalten können, schließt der Kritiker.
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