Aus dem Englischen von Salah Naoura. Nigeria zur Zeit der Militärdiktatur. Die Familie eines couragierten Journalisten ist ständigen Repressalien ausgesetzt. Eines Tages wird seine Frau von den Regierungstruppen ermordet. Die Kinder (13 und 10 Jahre alt) werden in einer Nacht - und Nebelaktion nach London geschmuggelt, wo ein Onkel sie erwarten soll. Die Flucht gelingt, doch der Onkel ist nicht zur Stelle, und auch die Frau, die sie hergeschmuggelt hat, ist plötzlich verschwunden ...
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 06.05.2002
Die zwölfjährige Sade und ihr Bruder Femi hören den Schrei ihres Vaters: der oppositionelle nigerianische Journalist muss die Ermordung seiner Frau mitansehen. Die Kinder können ins Exil nach London entkommen und erleben dort "eine geographische und seelische Odyssee". Sie kommen zu einer Frau, die sich um elternlose Kinder kümmert, erst nach einem halben Jahr gelingt ihrem Vater die Ausreise nach London. Die Autorin war selbst Widerstandskämpferin in Südafrika, der Roman ist, wie Roswitha Budeus-Budde sogleich feststellt, alles andere als "Mitleidsliteratur". Die Figur der Sade sei Naidoo ausnehmend nachvollziehbar geraten, der Roman "spannend erzählt". Es gibt, betont die Rezensentin, keinerlei "Schwarz-Weiß-Malerei", Naidoo spart nicht mit Kritik an England, wo Sades Vater wegen falscher Ausweispapiere gleich wieder verhaftet wird. Die Botschaft dieses Buches, eine Einsicht, zu der Sade erst am Ende gelangt: "Wenn wir die Ungerechtigkeit verschweigen, dann wird sie gewinnen."
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