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Bill Clegg

Fast eine Familie

Roman
Cover: Fast eine Familie
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2017
ISBN 9783100023995
Gebunden, 320 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Adelheid Zöfel. Am Morgen der Hochzeit ihrer Tochter geht June Reids Haus in Flammen auf und reißt ihre ganze Familie in den Tod. Nur June überlebt. Taub vor Schmerz, setzt sie sich in ihren Subaru und fährt quer durch die USA. Eine alte Postkarte ihrer Tochter führt sie in ein kleines Motel an der Westküste, das Moonstone Motel, wo sie sich unter falschem Namen einmietet. Hier, glaubt sie, wird niemand sie finden. Das amerikanische Provinznest Wells überschlägt sich derweil vor Gerüchten. Alle sind auf die eine oder andere Art von der Tragödie betroffen, und das Kleinstadtgerede offenbart allmählich eine unheilvolle Verkettung von Familientragödien. Während June in der dumpfen Anonymität des Motels jeden zwischenmenschlichen Kontakt meidet, spannt sich unter ihr unbemerkt ein Netz wahrer Mitmenschlichkeit - es könnte sie auffangen und zurück ins Leben holen...

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 02.08.2017

Bill Cleggs schwere Vergangenheit ist für Rezensent Christoph Schröder kein Grund, den Debütroman des amerikanischen Autors mit Samthandschuhen anzufassen, ganz im Gegenteil - "Fast eine Familie" bekommt ordentlich sein Fett weg. Im Zentrum der Geschichte steht ein Hausbrand mit mehreren Todesopfern, ein Unglück, das aus verschiedenen Perspektiven, von verschiedenen Stimmen erzählt wird, deren Eigentümer teils authentische, größtenteils jedoch leider unter Selbsterklärungen erstickte Figuren sind, so der kritische Rezensent. Und das ist bei weitem nicht die einzige "Unart" Cleggs, die Schröder feststellen muss. "Wie am Reißbrett entworfen" ist die Handlung dieses Romans, sowie auch sein sentimentales und darüber hinaus "erzkonservatives" Happy End, über das Schröder nur den Kopf schütteln kann.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.05.2017

Rezensent Tobias Döring respektiert Bill Cleggs Vermögen, eine Geschichte dramaturgisch spannend aufzubauen, sodass sie sich gut verkauft. Der so entstandene Pageturner hat es dementsprechend in sich, startet mit einer Explosion und steigert sich dann langsam, erklärt Döring scherzend. Vom Autounfall über die Krebserkrankung bis zum Mord lässt der Autor nichts aus, meint er. Und garniert alles mit einem Haufen Lebensweisheiten und Durchhalteparolen, an die sich der Leser besser gleich gewöhnt, wie Döring rät. Dass der Text durch die Einteilung in viele kurze Einzelstimmen und Lebensfäden dennoch einen enormen Sog entwickelt, teilt uns Döring allerdings auch mit. Hätte Clegg seinen Figuren noch etwas mehr Individualität gegönnt und die vielen Erzählfäden am Schluss nicht so brachial zusammengefügt, hätte der Text dem Rezensenten wohl richtig gut gefallen.
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