Birgit Vanderbeke

Wer dann noch lachen kann

Roman
Cover: Wer dann noch lachen kann
Piper Verlag, München 2017
ISBN 9783492058391
Gebunden, 160 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Am Anfang steht ein Autounfall. Sie überlebt, aber die Schmerzen wollen einfach nicht vergehen. Bis ihr eine Freundin die Telefonnummer eines gewissen Pierre Mounier anvertraut. Der habe schon einer Menge Leute geholfen, lass dich von ihm anschauen, sagt die Freundin. Die Behandlung dauert keine Stunde, und Monsieur Mounier verabschiedet sich heiter, ein weiterer Termin sei nicht nötig. Auf unbestimmte Weise scheint er mit ihr verbunden, wie eine Gestalt aus ihrer Vergangenheit. Beim Hinausgehen wirft sie einen beiläufigen Blick auf das Schild neben seiner Eingangstür, auf dem sich Mounier als Therapeut für Mikrokinesie ausweist, und plötzlich erinnert sie sich an ein Detail aus ihrer Kindheit: eine kleine Figur, mit der vergessene Geschichten, die sie erlebt oder gelesen hat, schmerzvoll zu ihr zurückkehren.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 17.08.2017

Birgit Vanderbeke schreibt ihren Roman "Wer da noch Lachen kann", in einer Sprache von der Rezensentin Cornelia Geissler "die Finger frieren beim Umblättern der Seiten". Geissler bewundert die diskrete Sprachkunst Vanderbekes, nicht umsonst werde ihre DDR- und Nachkriegs-Erzählung "Das Muschelessen" an den Schulen gelesen. Das neue buch handelt von einem Thema, über das lange Zeit geschwiegen wurde: häusliche Gewalt. Vanderbeke springe virtuos zwischen Jetzt-Zeit der erwachsenen Erzählerin und ihrer Vergangenheit, die weit zurückzuliegen scheint, aber durch einen Autounfall durch den sie unter chronischen Schmerzen leidet, wieder hochkommt. Vanderbeke gelinge es einmal mehr hinter ihrem kühlen Ton verstörende Ereignisse zu verbergen, und eine unheimliche Spannung aufzubauen, bis der Punkt erreicht sei, an dem der eigentliche Grund für die Erzählung offengelegt werde, beschreibt die beeindruckte Rezensentin.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.08.2017

Birgit Vanderbekes neuer Roman fordert die ganze Aufmerksamkeit der Rezensentin. Einfache Sätze von "eindringlicher Klarheit" täuschen Charlotte Kruppa nicht darüber hinweg, dass im Text Bedrohliches verhandelt wird. Aus Sicht eines Kindes werden häusliche Gewalt und ein kaputtes Familienleben geschildert und dann ins Allgemeine erhoben, erklärt die Rezensentin. Dass dabei der Täter, in diesem Fall der prügelnde Vater, auch als Opfer dargestellt wird, so begreift es Kruppa jedenfalls, findet die Rezensentin gewagt. Die sprunghaft aus Sicht des Kindes erzählte Geschichte wird für die Rezensentin im Verlauf immer verwirrender, bis schließlich doch noch ein zusammenhängendes Bild entsteht, wie Kruppa einräumt.
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